Bädersterben in BaWü: Die Quittung für falsche Finanzpolitik

Home/Stützpunkt Bodensee/Südbaden, Stützpunkt Württemberg/Bädersterben in BaWü: Die Quittung für falsche Finanzpolitik


Was gibt es schöneres, als sich bei den vorherrschenden Temperaturen etwas Abkühlung im Schwimmbad zu verschaffen. Doch das Badevergnügen ist dank der stümperhaften Finanzpolitik der Bundesregierung in Baden-Württemberg vielerorts akut gefährdet. Gleichzeitig steht auch der Schwimmunterricht auf dem Spiel. Wenn Hallen- und Freibäder ihre Öffnungszeiten einschränken oder sogar schließen müssen, fehlt Schulen und Vereinen die notwendige Infrastruktur. Damit wird auch das Schwimmenlernen für viele Kinder erschwert – mit Folgen für ihre Sicherheit und Gesundheit.

 

Bädersterben mit Ansage

Das drohende Bädersterben in Deutschland ist kein Betriebsunfall, sondern das Ergebnis jahrelanger politischer Vernachlässigung. In Baden-Württemberg stehen mindestens 45 Schwimmbäder vor dem Aus. Viele Anlagen stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren, wurden nie grundlegend saniert und sind inzwischen technisch am Ende. Putz platzt von den Wänden, Rohre sind verrostet, Beton und tragende Bauteile sind beschädigt. Für einzelne Bäder stehen Sanierungskosten in Millionenhöhe im Raum.

 

Marode Infrastruktur trifft leere Kassen

Die Ursachen liegen offen zutage: verschleppte Investitionen, explodierende Energie- und Personalkosten, marode Infrastruktur und leere kommunale Kassen. Schwimmbäder sind für Städte und Gemeinden fast immer ein Zuschussgeschäft. Sie erfüllen einen öffentlichen Auftrag, rechnen sich aber betriebswirtschaftlich nicht. Genau deshalb bräuchte es eine solide Finanzierung durch Bund und Länder. Stattdessen werden Kommunen mit ihren Pflichtaufgaben allein gelassen.

 

Schwache Wirtschaft – sinkende Steuereinnahmen

Besonders bitter ist: Die Finanznot der Kommunen fällt nicht vom Himmel. Sie ist auch Folge einer desolaten Wirtschaftspolitik, die Wachstum abwürgt, Unternehmen belastet und damit am Ende auch die Steuereinnahmen mindert. Wenn die Wirtschaft schwächelt, fehlen den Städten und Gemeinden die Mittel für das, was vor Ort wirklich zählt: Schulen, Straßen, Sportstätten, Schwimmbäder. Die Bundesregierung trägt dafür politische Verantwortung.

 

Milliarden für Nebensächlichkeiten

Während vor Ort jeder Euro dreimal umgedreht werden muss, wird in Deutschland an anderer Stelle Geld für fragwürdige und aus Sicht vieler Bürger nachrangige Projekte verschleudert. Für alles Mögliche scheint Geld vorhanden zu sein; nur nicht für Einrichtungen, in denen Kinder schwimmen lernen, Vereine trainieren und Rettungsschwimmer ausgebildet werden. Das ist keine Frage fehlender Mittel allein, sondern vor allem eine Frage falscher Prioritäten.

 

Wenn Kinder nicht mehr schwimmen lernen

Die Folgen sind gravierend. Wenn Schwimmbäder schließen, verlieren Schulen den Ort für den Schwimmunterricht. Vereine verlieren Trainingsmöglichkeiten. Die DLRG warnt bereits davor, dass ohne ausreichend Wasserflächen immer weniger Kinder und Jugendliche schwimmen lernen können. Schon jetzt kann etwa jedes siebte Kind in Deutschland nicht richtig schwimmen.

 

Falsche Prioritäten mit fatalen Folgen

Das Bädersterben ist deshalb mehr als ein kommunales Haushaltsproblem. Es ist ein Alarmsignal. Ein Staat, der Milliarden für Nebensächlichkeiten ausgibt, aber beim Erhalt lebenswichtiger Infrastruktur versagt, setzt seine Prioritäten falsch. Geschlossene Schwimmbäder bedeuten weniger Schwimmunterricht, weniger Sicherheit und am Ende mehr Risiko für Kinder und Jugendliche. Wer hier weiter spart, spart an der falschen Stelle.

Noch keine Kommentare.

Kommentieren

Die maximale Zeichenanzahl bei Kommentaren ist auf 2500 begrenzt.

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.