
Bemerkenswert ist, daß der Wert einer Aktion weniger an der politischen Wirkung gemessen wird, etwa daran, ob eine „Nazi“-Demo verhindert wurde, sondern an der Stimmung, die dabei entsteht. Immer öfter klagen Antifas über ein „flaues Gefühl“ und fragen sich: „Wo sind die Schmetterlinge im Bauch?“ Unser Eindruck ist also richtig: Die Antifa ist mehrheitlich spaßorientiert. Sie will auf Demos etwas erleben. Das ist uns nicht so ganz fremd.
Der „konkret“-Autor überlegt nun, woher die Frustration rühren könnte: Beim NSU-Prozess spielt die Antifa überhaupt keine Rolle. Und auch die Solidarisierung mit Flüchtlingen verläuft eher unlustig. „Es scheint, als werde weiter aus dem Bestand gewirtschaftet, ohne daß sich die Prämissen des Wirtschaftens geändert hätten.“ Auch das kennen wir.
Schließlich geht die Selbstkritik sogar ins therapeutische über: „Die Antifa nimmt sich keine Zeit, um sich und ihre Erfahrungen in solch krisenhaften Momenten zu hinterfragen. Es gibt keinen Umgang mit Brüchigkeit, Unklarheit und Unsicherheit.“ So lautet der Rat an die unglücklichen Aktivisten, den Anschluß an die soziale Wirklichkeit zu suchen und sich in die Proteste gegen hohe Mieten und Gentrifizierung einzuschalten. Das ist allerdings kaum zu erwarten. Denn beim Thema Armut könnte die Antifaschistische Linke mit den „Nazis“ womöglich Gemeinsamkeiten entdecken.













