Gemeinschaftsausflug in die Wutachschlucht

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Aktivisten und Freunde unserer nationalrevolutionären Partei nutzten das sonnige Augustwetter zu einem gemeinschaftlichen Ausflug in die im Schwarzwald gelegene Wutachschlucht. Diese ist eine der letzten ursprünglichen Wildflusslandschaften Mitteleuropas. Die Wutach und ihre Nebenflüsse bilden eine imposante Urlandschaft mit idyllischen Schluchten, steil aufragenden Felswänden und urwüchsigen Wäldern.

Die Wutach wird von drei Quellbächen, die dem Feldberg entspringen, und unzähligen Bachläufen in der Wutachschlucht gespeist. Die eigentliche Wutach beginnt etwa drei Kilometer östlich der Ortschaft Lenzkirch, wo sich die Gutach mit der durch Lenzkirch fliessenden Haslach vereinigt. In den zurückliegenden 70.000 Jahren hat der Fluss eine bis zu 200 Meter tiefe und 30 Kilometer lange Schlucht in die Erdkruste des Südschwarzwaldes gefressen. Ursprünglich floss die Wutach zur Donau. Heute ist die Wutach ein Nebenfluss des Rheins, da sie am Ende der letzten Eiszeit dorthin umgelenkt wurde. Infolgedessen hatte die Wutach ein wesentlich stärkeres Gefälle, was zusammen mit den Wassermassen des schmelzenden Feldberggletschers eine gewaltige Erosion verursachte, wodurch die Schlucht geschaffen wurde.

Die von undurchdringlichen Bannwäldern und steilen Felswänden geprägte Wutachschlucht wurde vor über 100 Jahren für Wanderer erschlossen und 1939 zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Schlucht kann ausschliesslich zu Fuß erkundet werden. Strassen oder Radwege existieren nicht, was eine erholsame Stille fernab vom Trubel der Städte und Autobahnen garantiert. Wanderern bietet sie einen atemberaubenden Blick in ihre junge geologische Geschichte. Hobbygeologen finden an den freigewaschenen Gesteinsarten und -formationen ein riesiges Erkundungsfeld. Die Schlucht weist einen beeindruckenden Tier- und Pflanzenreichtum auf: 1.200 verschiedene Farn- und Blütenpflanzen sowie 1.400 Käfer- und Schmetterlingsarten sind hier heimisch. Daneben sind in der Wutachschlucht 80 verschiedene Vogelarten wie beispielsweise der Eisvogel, der Wespenbussard und der Gänsejäger zu finden. Die urwüchsigen Wälder bestehen aus eindrucksvollen Beständen an Rotbuchen, Berg-Ahorn, Schwarz-Erlen und Weiden. Tannen und Fichten gehören zu den häufigsten Nadelbäumen, die hier zu finden sind. In den trockeneren Hochlagen dominieren Eichenwälder mit Kiefernbestand.

Unsere Wanderung startete an der Schattenmühle, einem allseits beliebten Landgasthof und der einzigen Gaststätte in der Wutachschlucht. Namensgebend war die hier ehemals befindliche Wassermühle und deren schattige Lage in der Schlucht. Die Mühle wird erstmals in einem Schriftstück erwähnt, das bereits auf das Jahr 1596 datiert. Heute existieren von der Mühle lediglich noch Mauerreste, ein Gewölbekeller sowie der alte Mühlkanal, die von unserer Gruppe besichtigt wurden.

Von der Schattenmühle wanderten die Teilnehmer unseres Ausfluges durch die Wutachschlucht zum sogenannten Räuberschlössle, welches ursprünglich als Burg Neu Blumegg von den Herren von Blumegg errichtet wurde. Die auf einem steil abfallenden Quarzporphyrfelsen errichtete Burg wurde erstmals in einem Dokument aus dem 14. Jahrhundert erwähnt. Die Burg galt als uneinnehmbar, hatte jedoch keinerlei strategische Bedeutung. Während des Bauernkrieges wurde die Burg 1525 stark zerstört und bot in der Folge üblem Gesindel Unterschlupf, die die Burg als Ausgangspunkt für Überfälle auf die umliegenden Dörfer nutzten, was ursächlich für die Namensgebung „Räuberschlössle“ war. Von der Burg sind leider nur noch ein paar Mauerreste erhalten, die ein eher bescheidenes Zeugnis der einstigen Adelsresidenz abgeben. Allerdings bot sich hier unserer Wandergruppe ein herrlicher Tiefblick auf die Wutach, welcher diesen Ort trotz der nur spärlichen Überreste der einstigen Burg zu einem beliebten Ausflugsziel machen.

Vom Räuberschlössle ging es zur Ortschaft Holzschlag, wobei die Wanderung dorthin von einer kundigen Teilnehmerin unserer Gruppe genutzt wurde, um uns einen Einblick in die vielfältige Flora und Fauna des Wutachtales zu vermitteln. In Holzschlag angekommen, begab sich unsere Gruppe auf den dortigen Bienenlehrpfad, der auf 15 Stationen Einblicke in die Welt dieser faszinierenden Insekten bietet. Eine besondere Freude – vor allem für die Kleinsten unserer Gruppe – war die auf dem Pfad befindliche „Figuren-Klotzbeute“, wo das emsige Treiben eines Bienenvolkes beobachtet werden konnte. Eine „Klotzbeute“ ist eine von Menschen hergestellte, künstliche Bienenbehausung aus einem ausgehöhlten Baumstamm.

Nach der Besichtigung des Lehrpfades machte sich unsere Gruppe auf zum Grillplatz Ruhbühl, welcher idyllisch am Waldrand in der Nähe von Lenzkirch gelegen ist. Hier stärkte sich die Gruppe mit mitgebrachten Speisen und Getränken. Die Kleinsten verbrauchten ihre letzten Kräfte beim Herumtoben auf dem hier befindlichen Spielplatz. Voller neuer und interessanter Eindrücke trat unsere Ausflugsgruppe im Anschluss die Heimreise an.