Thüringen: Lottoeinnahmen zur Entnazifizierung?

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Gegen die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und Landesbischöfin Ilse Junkermann hat der Saarländer, Gilbert Kallenborn, Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Erfurt gestellt, da sechs Kirchenglocken in fünf Kirchen das Hakenkreuz tragen würden und somit ein Verstoß gegen das Strafgesetzbuch, das ein Vorrätighalten und Nutzen von verfassungsfeindlichen, verbotenen Symbolen unter Strafe stellt, darstelle. Die jüdische Landesgemeinde sprang auf den fahrenden Zug selbstverständich auf und fordert, die Glocken ganz abzuhängen. Dank ihrer Forderung sitzt sie nun im April bei Gesprächen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) im Landeskirchenamt mit den betroffenen Gemeinden mit am Tisch.

Die Thüringer Staatskanzlei sieht den Straftatbestand bei der Nutzung der Glocken nicht als erfüllt an, forderte aber die betroffenen Kirchgemeinden auf, wie sie verantwortlich mit diesem Teil ihrer Geschichte umgehen wollen. Das Finanzministerium stellte gleichzeitig Lottomittel für die betroffenen Gemeinden in Aussicht, wenn sie die unliebsamen Glocken entfernen sollten.

Gilbert Kallenborn aus Saarbrücken war schon gegen die sogenannte „Hitlerglocke“ mit Hakenkreuz und der Aufschrift „Alles fuer’s Vaterland – Adolf Hitler“ im pfälzischen Herxheim aus dem Jahre 1934 erfolglos juristisch vorgegangen.