Die „Geschichte des 1. Mai“ in Nürnberg

Mitte April 2015 lud der „III. Weg“-Stützpunkt Nürnberg/Fürth seine Mitglieder und Freunde zu einer Saal-Veranstaltung ein, die sich in der Region auch als eine der zahlreichen Mobilisierungsaktionen zur 1. Mai-Demonstration in Saalfeld verstand. Das Thema des Abends, die „Geschichte des Arbeiterkampftages“, ließ viel interessante Details aus den zahlreichen Arbeiterkämpfen der letzten Jahrhunderte erwarten. Der Referent enttäuschte die Gäste in seinen Ausführungen nicht und beleuchtete ausführlich die internationalen historischen Anfänge des Arbeiterkampftages bis hin zur heutigen Zeit, wo auch hierzulande immer wieder nationale Aktivisten am 1. Mai für die Rechte der deutschen Arbeiterschaft auf die Straße gehen.

Seinen Ursprung hat der Arbeiterkampftag in der Zeit der Industrialisierung. Die katastrophalen Zustände der damaligen Arbeitsverhältnisse, die Ende des 19. Jahrhunderts die Arbeiterschaft entmenscht unter der Knute des ungezügelten Kapitalismus leiden ließen, erscheinen uns heute sehr befremdlich. Die Tatsache, dass sich die materielle Lage der Werktätigen im Vergleich zu den damaligen Zuständen heutzutage erheblich verbessert hat, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass insbesondere die grundsätzlichen Wirkkräfte des Kapitalismus noch immer vorhanden sind und nur in einer anderen Form heute an die Oberfläche treten.

Der kapitalistischen Ausbeutung wurde in den westlichen Industrienationen so lediglich ein „menschlicheres“ Antlitz verliehen, von dem aber auch bei neuzeitlichen Kapitalismuskrisen nur wenig übrig bleibt, wenn man aktuell die verbrecherischen Zustände der Verarmung in den USA, Griechenland oder anderen südeuropäischen Ländern beobachtet. Heute gibt es freilich nur noch selten bezahlte Schlägertrupps, die im Auftrag der Konzernbosse aufmüpfige Angestellte zum Krüppel schlagen. Die Methoden der kapitalistischen Ausbeuter sind mit der Zeit viel subtiler geworden und haben sich aber auch zusehends international zur Absatzmarktsicherung und Rohstoffgewinnung militarisiert. Inzwischen hängen neben der politischen Klasse auch gekaufte Gewerkschaftsbosse am Gängelband des Kapitals, um den aufkeimenden Protest an negativen Produktionsverhältnissen, der Umweltzerstörung, des Imperialismus, der Verlagerung von Arbeitsstätten und der Verausländerung des heimischen Arbeitsmarktes, gleich im Keim zu ersticken.

Die ungezügelte Einwanderung war aber immer schon ein angewandtes Mittel des Kapitalismus, eine völkisch homogene Arbeiterschaft zu unterdrücken, zu entsolidarisieren und so in ihren Rechten zu beschneiden. Das wurde auch in den zahlreichen Fallbeispielen der historischen Betrachtung des Vortragsredners an diesem lehrreichen fränkischen Abend mehr als deutlich. Neben der Aufgabe bewusst ein riesiges Heer an Arbeitslosen zu schaffen, wurden und werden Arbeitskräfte verschiedenster Herkunft in den Industriestätten auch gerne gezielt durch die Unternehmerschaft ethnisch gemischt, um damit an den Werkbänken untereinander entsprechende Zwietracht zu fördern. Denn nur zerstrittene Werktätige können sich am Ende nicht einig sein, wenn es um die Interessensvertretung aller gegenüber dem Arbeitgeber geht.

Eine Solidarisierung der Arbeiterschaft soll von Seiten der Konzerne so gezielt torpediert werden. Bezeichnend ist hierfür das historische Zitat eines leitenden Managers des amerikanischen Carnegie-Konzerns, der wegen der hemmungslosen Ausbeutung seiner Arbeitskräfte und die blutigen Arbeitskämpfe im Jahr 1892 in Homestead (Pennsylvania) traurige Berühmtheit erlangte. Er konstatierte: „Deutsche, Iren, Schweden und ein paar amerikanische Landjungen, gemischt mit Schotten und Walisern ergeben den wirksamsten Brei.

Die Parallelen zwischen der damaligen arbeiterfeindlichen Taktik durch die kapitalistische Klasse und der heute fokussierten Zuwanderung durch die Konzernbosse sind offensichtlich. Die BRD-Unternehmerschaft versteht es indes glänzend die wahren Hintergründe über die Lügenpresse geschickt zu verschleiern und die Anwerbung von ausländischen Lohndrücker-Kolonnen und kulturfremden Spaltpilzen in der deutschen Arbeiterschaft mit der Propaganda des angeblichen „Fachkräftemangel“ zu kaschieren.

Gerade aber gegen diese asozialen Zustände hier im Merkelland und für „Arbeit, Heimat und Zukunft“ gehen wir auch gemeinsam am 1. Mai 2015 im thüringischen Saalfeld auf die Straße.