Besuch im NS-Dokumentationszentrum München

Den Hohen-Maien-Feiertag nutzten Aktivisten vom „III. Weg“-Stützpunkt München zur Besichtigung des neuen und 28,2 Millionen Euro schweren NS-Dokumentationszentrum. Das Objekt fällt zunächst einmal äußerlich sehr negativ auf. Im einstigen Parteiviertel der NSDAP gelegen, welches ansonsten durch Gründerzeit-Palais geprägt ist, sticht das Gebäude als schnöder Bauklotz heraus, gegen den selbst DDR-Plattenbaukombinate schmuck wirken. Bis Ende Juni ist immerhin der Eintritt noch kostenlos. Dieser Umstand war es wohl auch, der an einem sonnigen Feiertag zahlreiche Besucher anlockte, was sich wohl dann ab Anfang Juli schlagartig ändern wird. Auch Innenarchitektonisch wirkt das vom Berliner Architekturbüro „Georg Scheel Wetzel“ konzipierte Gebäude bestenfalls unausgegoren. Allein schon die Wände, die aussehen als wären sie nie tapeziert oder gestrichen worden, missfallen dem Betrachter.

Allerdings möchte man sich nicht zu lange mit dem optischen aufhalten, sondern sich natürlich den Inhalten zuwenden. Hier wird schnell klar, warum es sich um ein Dokumentationszentrum und nicht um ein Museum handelt. Auf den vier Stockwerken, welche chronologisch von oben nach unten geordnet sind, fehlen jegliche Exponate. Stattdessen durchläuft man das Zentrum vorbei an diversen Schautafeln und einigen wenigen Bildschirmen, an denen man jedoch auch wenig neues aus diesen vergangenen Tagen erfährt. Neben vielen unzusammenhängend wirkenden kleinen Portraits von „Opfern“ und „Tätern“, werden auch diverse Zeitungsartikel ausgestellt. Diese, unter anderem aus dem „Völkischen Beobachter“ herausgenommenen Seiten, sowie einige alte Aufnahmen über die Ausstellung „entartete Kunst“, die in stechender Qualität im 3. Stockwerk zu Schau gestellt werden, stellen auch den Höhepunkt eines insgesamt ziemlich schnöden Angebots dar.

Die Lesebrille kann man beim Besuch des Schuldkult-Zentrums also getrost zuhause lassen, da man sich sonst nur über die Würdigung des 7-fachen Mörders Georg Elser als „mutigen Einzelgänger“ oder Aufzählungen diverser „Opfergruppen“ ärgern muss. Selbstverständlich darf bei einem solchen Zentrum das Huldigen der „Befreier“ nicht fehlen. Vor allem die US-Amerikaner werden im 2. Stockwerk dankbar gefeiert und der „American Way of Life“ gepriesen. Die Krönung allerdings ist eine Schautafel über „Neonazis“, die direkt in Kooperation mit dem einschlägig bekannten linksextremistischen Internetportal „Aida-Archiv“ erstellt wurde. Unter manchen Bildern gibt es direkt einen Verweis auf den Fotografen, den Antifa-Star „Robert Andreasch“, welcher mit bürgerlichen Namen Tobias Raphael Bezler heißt. Dort gibt es auch eine Art Bildschirm, auf dem lediglich die Logos der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sowie eben dem genannten Archiv einträchtig nebeneinander gezeigt werden. Der Sinn erschließt sich auch beim zweiten betrachten nicht. Ebenso wenig, wie eine Karte auf der diverse historisch bedeutsame Orte in und um München markiert sind, nur leider nicht dabei steht, wofür sie bekannt sind. Was bei der Feldherrenhalle noch ersichtlich ist, ist bei einem Münchner Klinikum hingegen vollkommen unklar. Wer sich dabei noch nicht genug hat dokumentieren lassen, kann sich auch noch grässliche Karikaturen von NS-Granden ansehen.

Für die Umerziehung hat man auch im Keller keine Kosten gespart und ein Auditorium errichtet, in dem gequälte Schulklassen in Zukunft bei antideutschen Hetzfilmchen ein kleines Nickerchen halten können. Bei dieser pädagogisch wertlosen Dokumentation ist die Zeit für Schlaf definitiv besser genutzt. Bei einem Besuch in der einstigen Hauptstadt der Bewegung ist also jedem empfohlen, die Originale, wie beispielsweise die Feldherrenhalle oder das Hofbräuhaus anzuschauen und sich den Besuch dieses Schuldkult-Zentrums zu sparen. Beim Hofbräuhaus schmeckt sicherlich auch die Verpflegung besser wie in der Cafeteria des NS-Dokuzentrums, bei dem einem sowieso der Appetit vergeht.