Familienwanderung durch den Thüringer Wald

Die heutige Zeit ist geprägt vom großen Desinteresse für seine Umwelt. Jeder Mensch hat nur noch Augen für sich und seinen angeblichen Luxus, der für sie einen großen Stellenwert hat. Durch diesen eingeengten Blick ist die Wahrnehmung für das Wesentliche abhanden gekommen. Das Interesse an seiner Heimat und der damit verbundenen Natur ist nicht mehr vorhanden. Aber für uns, die einen Gegenpol gegen diese verkommene Gesellschaft darstellen wollen, haben diese Begriffe einen hohen Stellenwert.

Deswegen lud der „III. Weg“-Stützpunkt Thüringer Wald/Ost am Sonnabend, den 27.06.2015, zu einer gemeinschaftlichen Wanderung ein. Diesem Aufruf folgten 40 Männer, Frauen und Kinder, denen Gemeinschaft, Heimat, Umwelt und Natur noch am Herzen liegen. Das Wetter, welches sich immer wieder mit regnerischen Phasen präsentierte, konnte der Lust und Laune der angereisten Teilnehmer nichts anhaben. Ein Sprichwort besagt schließlich: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!

In den frühen Nachmittagsstunden traf man sich in einem Dorf im beschaulichen Teil des Thüringer Waldes und machte sich auf zu einer Talsperre. Mit Hunden, Boller- und Kinderwagen trotzte man dem teilweise unwegsamen Gelände. Nachdem man ein paar Kilometer zurückgelegt hatte, kam man am ersten Halt an. An diesem erwartete die Wandergruppe Kuchen, Kaffee, kühle Getränke und natürlich eine kurze Verschnaufpause. Während man sich stärkte, wurden die Kinder zu einem Sammelpunkt gerufen. An diesem erhielt jeder von ihnen einen Zettel, auf dem sie die richtigen Antworten einer Fragerunde ankreuzten mussten. Das Quiz war natürlich thematisch angepasst und so beschäftigte es sich mit der Natur. In einer Zeit, wo Kinder in der Schule durch den Schulstoff nur so rennen, ist es unabdingbar ihnen grundlegende Kenntnisse, welche sich mit der beheimateten Umwelt beschäftigen, immer wieder ins Gewissen zu rufen. Wir sind in der Pflicht, Stoff, welcher in der Schule nur ungenügend vermittelt wird, den Kindern näher zu bringen. Denn das Ziel der Pädagogen von heute ist ein Mensch, der keine Wurzeln mehr zu seiner Region und seinem Land besitzt. Wer seine Heimat nicht kennt, der kann sie auch nicht lieben und schätzen. Wir besinnen uns damit auch auf von unseren Vorfahren gegebene Wissen zurück, welche im Einklang mit der Natur lebten.

Nachdem Fragen rund um die Tierwelt gestellt wurden, wie zum Beispiel wie das Junge eines Rehs genannt wird, wurde der Marsch zur Talsperre fortgesetzt. Währenddessen spielten die mitlaufenden Musikanten viele volkstümliche Lieder, die die Stimmung der Anwesenden trotz des einsetzenden Regens steigerte. Die Zeit verging wie im Fluge und so kamen die Kameraden auch schon am Ziel der Wanderung an. Die Talsperre umgeben vom Thüringer Wald war ein fantastischer Anblick. Dabei ließen sich viele Wandersmänner auf den Bänken nieder und genossen die Natur in all ihren schönen Facetten. Die Erwachsenen ruhten sich aus und für die Kinder ging das Quiz in die nächste Runde. Nun stand eine Fragerunde rund um die einheimische Pflanzenwelt an. Um diese Fragen zu entdecken, mussten sie über Stock und Stein gehen. Die Kinder hatten sichtlich Spaß an dieser Sache, denn sie konnten damit ihr Wissen testen und sich mit anderen messen.

Als die Gruppe wieder bei den Erwachsenen ankam, wurde der Rückmarsch mit dem Rennsteiglied eingestimmt. Groß und klein sang dieses Lied aus voller Kehle, welches auch ein Stück Heimat, ein Stück Thüringen ist und somit zu dem Repertoire eines jeden volkstreuen Deutschen gehören muss.

Als sich der Abend durch die Sonnenwanderung gen Norden ankündigte, kam man wieder beim Zwischenhalt an. Dort gab es dann einen kräftigen Eintopf mit Brot und Hackbällchen. Als die letzten Reste verspeist waren, gab es eine kleine Siegerehrung. Die Kinder waren sichtlich erfreut über ihre Leistung und die Erwachsenen waren froh, dass sie selbst dieses Quiz nicht machen mussten 😉

Bei netten Gesprächen in gemeinschaftlicher Runde, musikalischen Klängen und spielenden, lachenden Kindern ließ man den Abend ausklingen.

Dieser Tag zeigte mal wieder, dass es wichtig und richtig ist, gemeinschaftliche Ausflüge mit Kameraden über die Grenzen des eigenen Landkreises hinaus zu begehen. Es fördert die Gemeinschaft und lässt unsere Nachkommen an dieser teilhaben. Wir müssen als Vorbild vorausgehen und unser Wissen mit ihnen teilen. Sie müssen von Grund auf verstehen, dass das Wort „Heimatliebe“ nicht nur eine leere Worthülse ist. Diese Liebe schließt nämlich neben dem Land auch die Umwelt und Natur mit ein. Die einheimische Tier- und Pflanzenwelt muss genauso erhalten werden, wie unser Vaterland. Es besteht eine innige Verbindung zwischen diesen Elementen. Dies war auch schon unseren Vorfahren bekannt und sie lebten im Einklang mit ihnen. Frei nach Christoph Martin Wieland: „Wen anders als die Natur können wir fragen, um zu wissen, wie wir leben sollen, um wohl zu leben?