Ein Licht für Dresden in Nordhausen – Teil 2

Wir tragen das Licht für Dresden weiter

Nachdem wir im Jahr 2017 in der wohl am stärksten zerstörten Stadt Würzburg unseren wiederkehrenden Trauermarsch durchführten, wurde das Licht erstmalig in einer Art Fackellauf von einem Gedenkort zum nächsten getragen. Von Würzburg nach Nordhausen – rund 300 km.

Die Idee zu der Aktion kam im Sommer auf. Wir wollten gemeinsam, in der Art der olympischen Fackelläufe, das Licht weitertragen und auf diese Art natürlich auch auf unser Anliegen aufmerksam machen. Auf unserem Parteitag, am 30. September 2017, wurde die Idee erstmals vorgestellt und potentielle Teilnehmer aufgefordert, sich zu melden.

Alsbald hatte man Unterstützer zusammen und so wurden die entsprechenden Strecke ausgearbeitet, die Läufer auf diese verteilt und das ganze Drumherum (Notdienste für Unfälle, Quartiere etc.) organisiert.

Als Zeitraum für das mehrtägige Unternehmen war die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr optimal. Die Zeiten für die einzelnen Etappen waren sehr großzügig mit einem Zeitpuffer, der je nach Schwierigkeit der Route bis zu zwei Stunden betrug. Schließlich ist es nicht immer einfach in einer fremden Umgebung nachts bei widrigen Witterungsverhältnissen und auf einer Strecke von ca. 30 Kilometer den richtigen Weg zu finden. Ebenso eingeplant in die Route wurden Denkmäler für die gefallenen Soldaten der letzten Kriege wie auch für Opfer der Terrorbombardements auf deutsche Städte während des Zweiten Weltkrieges. Hier hielten die Lichtträger jeweils inne und entzündeten mit der Flamme jeweils weitere Kerzen. Glücklicherweise kam es nicht dazu, dass sich Läufer verlaufen haben. Alle Teilnehmer der 12 Etappen fanden frühzeitig ihre Ziele.

Jeder der insgesamt ca. 40 Beteiligten der Aktion hat seine eigenen Erfahrungen mitgenommen und sei es nur die, dass es suboptimal ist, bei einem Marsch über 30 Kilometer die neuen Wanderstiefel einzulaufen. Viele Eindrücke wurden aufgesogen, sowohl wenn man in stockfinsterer Nacht durch menschenleere Straßen lief oder auf windigen Höhenwegen unterwegs war, begleitet nur von dem Geräusch der Schritte und dem Klappern der Petroleumlaterne, welche mit ihrem warmen Licht den Weg leuchtete. Auch tagsüber gab es viele Eindrücke, die aufgenommen wurden. Gemäß den Worten Goethes „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ haben die Teilnehmer auf dieser Unternehmung ein Stückchen Heimat entdeckt.

Ein Licht für Dresden“ in Nordhausen

Das erste Mal soll dieser Gedenktag als solcher ein Licht aus dem stark zerstörten Nordhausen in Thüringen senden. Darum kommt am 17. Februar mit uns nach Nordhausen.

Der Großangriff vom 3. und 4. April 1945 mit je rund 250 Bombenflugzeugen

Die RAF lud bei den beiden Angriffen am 3. und 4. April 1945 insgesamt 2.386 Tonnen Bombenlast über Nordhausen ab

Die Bomben trafen nahezu ausschließlich zivile Ziele, darunter alle Krankenhäuser und Lazarette. Die Bahnanlagen blieben erhalten, die Strecke Halle – Nordhausen – Kassel war weiterhin befahrbar, und militärische Einrichtungen wurden kaum getroffen, auch nicht ein mit 5 Millionen Litern gefülltes Benzinlager. Dagegen breiteten sich die, durch abgeworfene Brandmittel entfachten Brände, in der überwiegend aus Fachwerkbauten bestehenden zertrümmerten Innenstadt mit ihren schon seit dem Vortag abgedeckten Dächern, rasch zu einem verheerenden Flächenbrand aus, der zu einem Feuersturm führte. Die örtliche Feuerwehr war, soweit noch vorhanden, von der Lage völlig überfordert. Unter der überlebenden Bevölkerung herrschte Panik, sie verließ fluchtartig zu Zehntausenden das Inferno der Stadt. Auch außerhalb von Nordhausen wurde sie von Jagdbombern beschossen. Am Abend und in der Nacht war die Stadt ein weithin schauerlich leuchtendes Flammenmeer. In der Mitte davon zeigte sich der Kirchturm von St. Petri als riesige Fackel, die gegen Mitternacht zusammenbrach und auf das Kirchenschiff stürzte. Das Stadtzentrum konnte tagelang nicht betreten werden. Es wüteten noch zahlreiche Brände, die Schutthaufen strahlten unerträgliche Hitze aus. Bomben mit Zeitzündern gingen hoch. Über den Trümmerfeldern lag bald Leichengeruch.

Am 11. April, also nicht einmal eine Woche später, besetzten Truppen der 3. US-Panzerdivision kampflos die Stadt. 

Ein Ausschuss von Nordhausen schätzte am 17. Juni 1945 ein, dass über 10.000 Menschen bei den Bombenangriffen ums Leben gekommen seien. Der Magistrat von Nordhausen bezifferte 1948 die Verluste an Menschen durch die Bombenangriffe (im damaligen Stadtgebiet, ohne die später eingemeindeten Dörfer einschließlich Salza) wie folgt: 8.800 Tote insgesamt, davon 6.000 aus der ständigen Nordhäuser Wohnbevölkerung, 1.500 aus der nicht ständigen Bevölkerung (Luftkriegsevakuierte, Flüchtlinge, Soldaten, Kriegsgefangene und Fremdarbeiter) und 1.300 Häftlinge aus der früheren Boelcke-Kaserne. Von den 6.000 Toten aus der ständigen Nordhäuser Bevölkerung waren wohl 4.000 Frauen und Kinder. – Quelle: Wikipedia

Wir gehen am 17. Februar auf die Straße, um den Opfern des Alliierten Vernichtungswahns würdig zu gedenken. Wir wollen nicht nach Rache rufen. Aber wir verlangen Gerechtigkeit! Jedes Volk ist so viel wert, wie es seine Toten ehrt.

Sieht man vor diesem Hintergrund den unwürdigen Umgang der deutschen Politik und der Gesellschaft mit den Toten unseres Volkes, so könnte man meinen, das deutsche Volk hätte seinen Lebenswert verloren. Doch, dem ist nicht so!

Wir werden es nicht den Gutmenschen ermöglichen, das deutsche Volk in den Dreck zu treten und zu vernichten.

Wir sind Glieder einer lebendigen Kette und untrennbar mit unseren Ahnen verwoben. Erst ihr Handeln hat unsere Existenz ermöglicht. Und so liegt es in unserer Pflicht, das Andenken an sie zu wahren, für dieses einzutreten, und die lebendige Kette weiter zu schmieden.

Wir bewahren das ehrende Gedenken an unsere Toten.

Wir bewahren das Leben unseres Volkes.

Wir lassen uns nicht von der Dunkelheit verschlingen.

Denn unser Licht wird die Dunkelheit durchbrechen!