Kinderpornografische Daten bei Leiter eines Heilbronner Kindergartens

Eine bittere Nachricht ließ die Eltern im Stadt- und Landkreis Heilbronn letzte Woche aufhorchen und zog eine schwergewichtige Debatte nach sich.
Der ehemalige Leiter eines evangelischen Kindergartens, Kevin Ferguson, war im Besitz von kinderpornografischem Material.
Es handelte sich hierbei um etwa 10.000 Bilder und 900 Videos von geschätzten 200 bis 300 Kindern.
Dieses Material verbreitete er auch über das Internet und war dadurch den verdeckten Ermittlern in die Falle gegangen.
Das Brisante und Erschreckende ist jedoch noch etwas ganz anderes.
Zum einen handelt es sich bei Kevin Ferguson nicht um einen einfachen Erzieher, der Kindergartenleiter war sehr engagiert und hatte auch eine Internetseite über die man ihn für Kindergeburtstage oder Feiern buchen konnte.
Mit „Herzlich Willkommen bei Partymanager Kevin Ferguson“ wurde man dort begrüßt und bekannt gemacht. Seit der Vorfall jetzt durch die lokale Presse fegt, ist die Seite vom Betreiber derzeit aus dem Netz genommen worden.
Ferguson gewann zudem 2014 noch einen vom Bundesfamilienministerium ausgerufen Wettbewerb und belegte dabei den Ersten Platz. Dafür überreichte die damalige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ihm auf dem Bundeskongress Elternbegleitung in Berlin den Preis.
Von seinen Kollegen und Kolleginnen wurde er – wie fast schon stereotypisch – als sehr freundlich und nett beschrieben.
Das Prekäre ist jedoch, in die Falle tappte der Pädophile den Ermittlern bereits 2016. Damals gab es eine Hausdurchsuchung, bei der das obig genannte Material sichergestellt wurde. Es dauerte aber bis November 2017, bis die Polizei den Arbeitgeber der evangelischen Gesamtkirchen-gemeinde, Rolf Krieg, darüber in Kenntnis setzte, wie aus einem Aktenvermerk der Polizei hervorgeht. Dennoch wurde bis zum 8. Januar 2018 nichts von Seiten des Kirchenpflegers Rolf Krieg gegen Ferguson unternommen. Dieser ließ ihn sogar weiterhin als Erzieher arbeiten. Erst als die Staatsanwaltschaft ihn von der längst überfälligen Klage informierte, habe er den Beschuldigten von der Arbeit freigestellt. Nach Aktenvermerk wusste er aber seit November davon Bescheid. Zu der Frage, seit wann Fergusons Arbeitgeber denn von den Vorfällen und Ermittlungen Kenntnis hatte, will der Kirchenpfleger der lokalen Zeitung jedoch nichts sagen und hüllt sich in Schweigen. Nun muss sich der ehemalige Kindergartenleiter Ferguson im März vor dem Heilbronner Amtsgericht verantworten. Weshalb die Polizei jedoch von der Beweissicherstellung im Jahr 2016 bis zur Anklage im März 2018 benötigte, wiegt beinahe noch schwerer. Als Grund wird mangelndes Personal vorgeschoben und die Unmengen an Daten, die bearbeitet und durchgesichtet werden müssen. Im Zeitalter von Smartphones und Computer, auf denen sich Tausende von Dateien befinden, ein gewaltiges Unterfangen. Hinzu kommt noch eine Besonderheit: Kapitalverbrechen wie Mord genießen Vorrang.
Also haben wir auf Seiten der Ermittler viele Daten, kaum Personal und eine Rangfolge der Verbrechen, welche als wichtiger abgearbeitet werden müssen. Das allein ist schon erschreckend.
Der Polizeisprecher Rainer Köller prophezeit eine leicht steigende Tendenz von Kinder- und Jugendpornografie für die nahe Zukunft. Ob man sich unter diesen Gesichtspunkten also in Sicherheit wiegen darf im deutschen Staat, das sei jedem selbst überlassen. Vom Heilbronner Amts-richter und Gerichtssprecher Alexander Lobmüller erfährt man zu diesem Fall sogar noch etwas mehr:
Angeklagt wird Kevin Ferguson ausschließlich aufgrund des Materials welches auf seinem Rechner gefunden wurde.
Ob er illegale Handlungen an Kindern vorgenommen habe, sei noch immer nicht untersucht worden.
Und das obwohl seine Neigung seit 2016 bekannt war. Auch ob es Zusammenhänge zwischen den strafbaren Fotos / Videos mit seinem Umfeld gäbe, stehe noch aus.
„Für Nachforschungen zum Beispiel unter Eltern fehlen die Anhaltspunkte,“ so Lobmüller. Die Anklage lautet auf Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornografischem Material. Dafür sind bei der Kuscheljustiz der BRD bis zu fünf Jahre Haft möglich, aber wie üblich in solchen Fällen nicht zu erwarten. Während bei Nationalisten innerhalb weniger Tage nach einem politisch-unkorrekten Beitrag in sozialen Netzwerken die Hausdurchsuchung vollstreckt wird, können Pädophile und Kinderschänder in dieser Republik nahezu ungestört agieren.





1 Comment

  • Ich find das ganze so schrecklich. Ich hoffe er kommt lange lange ins Gefängnis. Ich konnte es erst gar nicht glauben wir gingen zusammen auf die Wilhelm Hauff Schule

    Unbekannt 04.04.2018