Zentraler Gedenktag: Impression vom „Licht für Dresden“ in Nordhausen

Der Anlass war traurig, die Teilnehmer deswegen still und andächtig. Der Anblick des Gedenkmarsches war jedoch ästhetisch und beeindruckend. So zog die nationalrevolutionäre Bewegung am 17. Februar 2018 durch die einst in Schutt und Asche gelegten und mit Leichen umsäumten Straßen Nordhausens, um über den Gräbern der unschuldigen Opfer „ein Licht für Dresden“ zu senden. Dadurch kam die Partei „Der III. Weg“ auch in diesem Jahr dem eigenen Anspruch nach, einen zentralen Gedenktag für alle Bombenopfer des alliierten Luftterrors durchzuführen.

Dem Gedenkmarsch ging kurz vor der Jahreswende eine besondere und erstmalige Erinnerungsaktion voraus. Unter dem Motto: „Wir tragen das Licht für Dresden weiter“ brachten Lichtbringer die Flamme aus dem mainfränkischen Würzburg – dem Ort des Gedenkens im Jahr 2017 – quer durch das Land, um sie im Harz schließlich an Nordhausen weiterzugeben und den diesjährigen Gedenktag in diese Stadt zu verlagern. (Siehe: Fazit des Fackellaufs: Wir tragen das „Licht für Dresden“ weiter)

Ebenso motiviert, diszipliniert und entschlossen wie die Lichtträger im Dezember, waren schließlich auch die zahlreichen Teilnehmer der Demonstration. Angeführt von einem Ehrenkranz, einer szenischen Darstellung sowie einer größeren Trommlerabordnung, schritten sämtliche Teilnehmer geschlossen und geordnet hinter einem aussagekräftigen Erinnerungstransparent. Den Gedenkzug zierten schließlich zahlreiche grüne Fahnen mit der römischen III. und Fackeln sorgten für das symbolische Licht der Erinnerung. Die szenische Darstellung am Anfang des Zuges zeigte zwei dunkle Todbringer mit Fliegerbomben in den Händen und einen wortlos getragenen Sarg, der für die unzähligen Todesopfer dieses grausamen Luftterrors stand.

Am August-Bebel-Platz startete die Gedenkzeremonie mit einer Auftaktkundgebung. Dort eröffnete der „III. Weg“-Aktivist Walter Strohmeier aus Ostbayern die Rednerliste und erinnerte daran, dass ein reines Gedenken in solch kriegerischen Zeiten gegen unser Volk nicht ausreicht. Gedenken soll zuallererst daran ermahnen, dass alle Generationen unseres Volkes als Schicksalsgemeinschaft aneinander gekettet sind. Jene Überlebenden der damaligen Tragödien in den deutschen Städten gaben die Hoffnung im Angesicht der Zerstörung nicht auf, sondern brachten die Landschaften wieder zum Erblühen. Wir, so Strohmeier, sind heute in der Pflicht, das Volk in diesem aufgebauten Land wieder zu einer Nation zu einen, um so die Existenz unseres Volkes langfristig zu sichern.

Walter Strohmeier vom „III. Weg“-Stützpunkt Ostbayern sprach bei der Auftaktkundgebung

 

Nach diesen Worten startete der Gedenkzug in oben genannter Formation durch die Stadt und zog ungehindert und ohne jegliche ernsthafte Gegenwehr vorbei an Zuschauern auf der Straße und an den Fenstern. Nicht nur „Schaulustige“ waren darunter, sondern auch einige die sich das Anliegen zu Herzen nahmen und selbst in die Reihen der Gedenkdemonstranten traten, um gemeinsam mit ihnen auf die Gräuel alliierter Kriegsverbrecher hinzuweisen.

Erst vor dem Rathaus kam der Gedenktross für eine Zwischenkundgebung zum Stehen. Eigentlich war diese direkt vor dem Denkmal für die Bombenopfer geplant und so auch von der Versammlungsbehörde genehmigt. Erst wenige Tage vor der Veranstaltung gab schließlich die Stadtverwaltung Nordhausen bekannt, dass sie das Denkmal aufgrund von Baustellenarbeiten absperren müssen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Das ehrenhafte Gedenken war aber nicht an ein Denkmal gebunden, sind die einst zerstörten Straßen Denkmal genug. So sprachen am Markt mit dem stellvertretenden Gebietsvorstand „Mitte“ Tony Gentsch, dem Gebietsvorstand „West“ Julian Bender und dem stellvertretenden Parteivorsitzenden Matthias Fischer, drei weitere Funktionäre der Partei „Der III. Weg“. Gentsch ging in seiner Ansprache vor allem auf das Ausmaß der Zerstörung in Nordhausen ein. Mehrere Angriffe musste die Stadt erleiden und die verheerendsten, am 3. und 4. April 1945, forderten große Teile der Innenstadt sowie über 8.800 Menschenleben. Flugzeuge der britischen RAF warfen an diesen beiden Tagen insgesamt knapp 2.400 Tonnen Brand- und Sprengbomben in Nordhausen ab. Am Ende dieser Kundgebung fand schließlich die erste Gedenkminute statt, welche mit Rauchfackeln visuell unterstützt wurde.

 

Tony Gentsch beim abschließenden Gedenken

Weiter zog der Gedenkzug durch bewohntes und belebtes Stadtgebiet, um nach zwei Stunden wieder am Ausgangspunkt anzukommen. Dort ergriff der „III. Weg“-Parteivorsitzende Klaus Armstroff das Wort, der die Verfälschung der Opferzahlen von Dresden aufs Schwerste anprangerte und noch einmal auf die Wichtigkeit eines zentralen Gedenktages für alle Bombenopfer aufmerksam machte.

Der Parteivorsitzende Klaus Armstroff ging mit der Geschichtsdarstellung der BRD hart ins Gericht

 

 

Ein Gedicht über das Leid und Grauen von Dresden schloss die offizielle Rednerliste an diesem Tag ab. Die Stille nach den Rednern wurde plötzlich von Fliegergeräuschen und Bombengeheul durchbrochen. Lichter flackerten auf und Rauchfackeln erhellten das Dunkel der angebrochenen Nacht. Inmitten dieser kleinen Impression einer Bombennacht, welche bei den Teilnehmern ein Hineinversetzen in jene Tage – auch wenn dies nur schwer möglich ist – erreichen sollte, erinnerte man noch einmal an die schier unendliche Liste deutscher Städte, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von den Siegermächten terroristisch angegriffen wurden. „Berlin“, „München“, „Essen“, „Königsberg“, „Hamburg“, „Ludwigshafen“, „Plauen“, „Nürnberg“, „Magdeburg“, „Chemnitz“, „Karlsbad“ und „Dresden“ wurden hier stellvertretend für alle Städte in den erleuchteten Nachthimmel von Nordhausen gerufen und mit einem gemeinsamen und lautstarken „Hier“ beantwortet, sodass die Opfer jener Städte symbolisch in den Kreis treten, damit sie nie in Vergessenheit geraten.

Mit diesem letzten Gedenkritual endete das „Licht für Dresden“ im Jahr 2018 und Matthias Fischer sprach vor der Auflösung der Versammlung noch einmal allen Teilnehmern seinen besonderen Dank für die gezeigte Disziplin an diesem Tag aus. Weder die kurzfristige Absage des Zwischenkundgebungsplatzes, noch einschneidende Versammlungsauflagen, wie die massive Einschränkung von Fackeln, konnten daran etwas ändern, dass die Stadt an diesem Tag Zeuge von einem beeindruckenden Gedenkmarsch volkstreuer Deutscher wurde, welche die Opfer und Taten der Vorderen zu schätzen wissen und ihnen stets ein ehrwürdiges Andenken bewahren.

Der stellvertretende Parteivorsitzende Matthias Fischer führte durch das Programm der Gedenkkundgebungen

Auch im nächsten Jahr wird dieses Licht im Rahmen des zentralen Gedenktages für alle Bombenopfer wieder aus einer anderen einstmals zerstörten deutschen Stadt gesendet. Wie beim diesjährigen Gedenktag werden idealistische Lichtträger die Flamme der Erinnerung auch weiter durch Deutschland tragen – beginnend von Nordhausen. Das Ziel, und somit der Austragungsort des nächsten Jahres, wird hierbei erst wieder am Ende des Marsches bekannt gegeben.

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