Die Weggefährtin #011: Eine in Stein gehauene Stigmatisierung?

Bildquelle: Screenshot des Titelbildes von Kurier.at vom 01.10.2018

 

Weil die Wiener Stadtregierung eine Aufstellung eines Denkmals für die Trümmerfrauen immer wieder abgelehnt hat, wurde eine 1,80 Meter große Bronzeskulptur von Magnus Angermeier auf einem Privatgrundstück aufgestellt. Die Aufstellung kam dank der Vermittlung der FPÖ zustande, Vizekanzler und Parteichef Heinz-Christian Strache war bei der Präsentation selbst anwesend und bezeichnete sie als „angemessene Würdigung“, die „endlich“ stattfände. Kritik kam, wie zu erwarten, von den linken Parteien und den Vertretern des Establishment.

Doch die Erlebnisgeneration stirbt weg und immer verschwommener werden die Überlieferungen und Schilderungen von Jenen, die Teil einer Geschichte der Zeit waren, die selbst bis heute nicht fragwürdiger sein kann. Kein Kapitel der deutschen Geschichte enthält bereits jetzt schon so viele schwarze Lücken und Unklarheiten, die Raum für Spekulationen und Theorien offen lassen, die, je mehr die Zeit fortscheitet, uns erschwert werden zu erfahren. Umso kostbarer scheinen jetzt noch die letzten Zeitzeugenberichte jener Zeit und der Wirklichkeit, die wahrscheinlich so nie wieder zu hören sein werden.

Ist es gerade deshalb nun umso wichtiger, ein Zeugnis in Stein zu setzen für ein Geschehnis, das es laut umstrittener Äußerungen einst nie gegeben haben soll? Ein vorbildhaftes und selbstloses Handeln der Trümmerfrauen, die mitverantwortlich waren für den Wiederaufbau unserer Heimat?

„Eine in steingehauene Stigmatisierung..“

Mögen auch Kritiker, wie die Kunsthistorikerin Margarethe Szeless ihrerseits Bedenken über die Stigmatisierung dieser Frauengruppe äußern, dass es in Begriff nicht nur ein Akt der Selbstlosigkeit der Tat war; so zeigt doch die Würdigung dieser Frauen, durch das Setzen eines Denkmals ein Maß an Selbstlosigkeit einer Partei, dessen Investor Siegmund Kahlbacher die über 60.000 Euro Rechnung für dieses Denkmal übernahm.

Zu kontrovers, erscheint Szeless das Erinnern der Trümmerfrauen, so sei ihr ein Denkmal lieber gewesen, dass eine multiperspektivischer Form des Erinnerns zulässt – anstelle eines in Stein gehauenes Abbildes. Wie so ein derartiges multiperspektivisches Denkmal aussieht, lassen uns zahlreiche neumoderne „Betonklötze des Gedenkens“ erahnen, die Raum lassen für eigens interpretierte Absurditäten einer Geschichtswürdigung.

Wie Geschichtswürdigung in unseren Landen aussieht, bewies 2015 ein Beispiel der Grünen Partei, die in einer Aktion ein „Trümmerfrauen-Denkmal“ mit den Worten „In München gab es keine Trümmerfrauen!“, des Grünen-Landtafsabgeordneten Sepp-Dürr, verhüllte.

Solange noch solche Sitten vorherrschen, sei es ein Appell an uns, allgegenwertig ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. Sei es durch ein aktives Erleben jener Zeitzeugenvorträge, das Weitertragen der Vergangenheit und das Entzünden neuer Feuer zu neuen Heldentaten, gestützt auf ein Fundament der Wahrheitsschreibung.

Lasst euch mahnen: vergesst der Frauen nicht, wenn man von Soldatentum und Helden spricht

 

Setzt ihr euren Helden Steine,
baut ihr einem Mann das Mal,
dann vergeßt der Mütter keine,
die da starben hundertmal.

Hundertmal in bangen Stunden!
Wenn die Söhne in der Schlacht
einmal nur den Tod gefunden,
fanden sie ihn jede Nacht.

Und so fanden sie das Leben
mitten aus Gewalt und Tod,
und so konnten sie es geben
einem Volk als Morgenrot.
[Hans Baumann]

 

Unser Frauenblog ,,Weggefährtin“ ist eine monatlich erscheinende Kolumne von Frau zu Frau in unterschiedlichen Ausprägungsformen auf der Netzseite des III Wegs, die unser Wirken und Sein innerhalb der Partei ergänzend darstellt.

Bei Interesse: Weggefaehrtin@der-dritte-weg.net





2 Kommentare

  • Die Wahrheit bricht sich wie ein junger Sproß, der dem Licht entgegen strebt, ihren Weg und läßt sich nicht durch Lügen, Provokationen und Haß aufhalten. Mehr und mehr auch junge Menschen erkennen und suchen nach diesem Licht, endlich könnte man sagen, betrachten und vergleichen, sehen die Widersprüche und entwickeln ein Gespür für Recht und Unrecht, daß sich weder durch Verbote noch durch Repressalien oder Geld unterdrücken läßt. Der Funkenflug entfacht ein Feuer, erst klein lodert es vor sich hin und mit dem nächsten Windstoß trägt es die Funken weiter über das Land bis zum Flächenbrand.
    Aufrichtiger Dank, Ruhm und Ehre all unseren Müttern, Frauen und Mädchen, die ihren Mann standen, als man ihre Männer, Söhne und Brüder verrotten ließ. Es wird niemals vergessen sein. Die Erde selbst gibt keine Ruhe, solange die Ungerechtigkeit nicht besiegt ist.

    Scharf 10.10.2018
  • Es gab also keine Trümmerfrauen. Interessant. Da haben sich die Trümmer selbst beseitigt, die Steine klopften sich selbst den Putz weg und die in so manchen Kellern befindlichen Toten haben sich selbst geborgen und begraben. Es wäre mal interessant, wenn sich einer derjenigen, die solches in die Welt posaunen, mal mit Trümmerfrauen unterhalten. Noch leben welche, Oma(93) ist eine von diesen fleißigen Frauen. Aber es ist einfacher zu lügen, anstatt die Wahrheit zu erfahren und diese zu verbreiten. Die Ehre der deutschen Frau ist unantastbar. Dies werden in nicht so ferner Zukunft die Lügner und Verräter begreifen lernen, egal wie. Ich glaube nicht, das jene, die heute noch lachen, dann auch noch lachen werden, denn sie werden nichts mehr zu lachen haben! Diese, etwas ergänzten, Worte eines gewaltigen Mannes sind nach wie vor gültig.

    Kai 10.10.2018