Die Weggefährtin #022: Wenn die Schuldfrage keine Frage mehr ist

Auszug aus dem Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ v. Johanna Haarer

 

…,sondern die Antwort.

Eine Reaktion auf den Artikel „Pädagogik: Die Folgen der NS-Erziehung“ erschienen auf spektrum.de

 

Wir leben in einer stummen und schweigenden Gesellschaft. In einem grauen Sumpf aus Konsum und Gelderwerb. Homogene Massen der Bevölkerung ziehen sich wie ein Geschwür der Entartung und Fremdbestimmung durch die Straßen unserer Städte, erleuchtet und gefärbt alleinig durch die unzähligen Werbeneontafeln, die suggerieren, durch den Konsum ihrer Güter das Bedürfnis der Suche nach Erfüllung in den Menschen zu stillen. Dem Drang nachgebend und immer schneller das Hamsterrad bedienend, dass die Existenz alleinig dem Broterwerb für den alltäglichen Konsum dienlich werde, seien diese Seelen lebenslänglich verdammt, dem Glück in der Erfüllung materieller Konsumgüter nachzujagen.

Immer mehr Kinder finden ganztägige Betreuung in Erziehungsvorrichtungen, da der Lebensstandard in Familien meist nur noch durch das Einkommen beider Ehepartner zu halten ist. Immer mehr Mütter sind so gezwungen, oft wider ihrem natürlichen Empfinden in die Arbeitswelt zurückzugehen, um nicht in die Armut abzurutschen. Nach einer Einschätzung des Deutschen Kinderschutzbundes sind in Deutschland 4,4 Millionen Kinder von Armut betroffen [der Spiegel, 22.08.2018]. 4,4 Millionen Kinder! Und wir spenden glückselig zu jedem Weihnachtsfest unseren jährlichen Beitrag an fremdländische Kindernothilfen, anstatt Gelder dort hinzuschaffen, wo sie unserem Volke zur Existenz dienlicher wären.

Wir sind schlichtweg blind geworden, für die Not in unserem eignen Land, weil wir reizüberflutet werden mit weit weg geschehenden Tragödien, die uns durch die Gedankenmaschinerie der Fremdsteuerung zu Empathie nötigen. Die hochgepriesene Nächstenliebe, die nie zulässt zu erkennen, dass es einem selbst mangelt, da es ja immer einen in der Welt gibt, dem es schlechter ginge als einem selbst. Also beschwer dich nicht, deutscher Michel!

Wir sind empathielos geworden für das Leid unserer Volksgenossen, für hungernde Kinder, für Obdachlose und Hilfsbedürftige. Wir sind nicht mehr fähig, Lebensbeziehung von Bestand und Dauer einzugehen, da uns die Schnelllebigkeit aus Umständen hinfort reißt, anstatt Konflikte auszutragen oder Kompromisse einzugehen. Nicht mehr fähig, echte Gefühle zu spüren, zu lieben. Wir sind schlichtweg gesellschaftsunfähig geworden.

Der Grund dafür ist naheliegend. Und wer nun meint, diese Gründe zu nennen und sie mit den Worten von „Fremdbetreuung“, „Konsumwahnsinn“, „Schnelllebigkeit“, „Werteverfall“ oder gar „Umerziehung“ zu umschreiben, wird durch Anne Kratzer in ihrem Artikel auf spektrum.de eines Besseren belehrt.

Ihr Artikel handelt von der Psychotherapeutin Katharina Weiß, die meint, in der Symptomerscheinung ihrer Patienten den Grund für ihre Frustration gegenüber Menschennähe zu erkennen.

So heißt es: „Von der Therapeutin darauf angesprochen, erinnerte sich auch Flens daran, ein Buch von Haarer im Regal ihrer Eltern gesehen zu haben. Und ein besonders perfider Aspekt von Haarers Erziehungsphilosophie könnte sogar von Generation zu Generation weitergegeben worden sein.“ Gemeint ist hier das Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ erschienen 1934 von der Ärztin Johanna Haarer – ein Erziehungsratgeber für junge Mütter.

Das Buch allein solle damals mehr als 1,2 Millionen mal verkauft worden sein und so fürchten Wissenschaftler, dass die Erziehungsphilosophie dieses Buches generationsübergreifend zu Bindungsstörungen bei Kindern geführt habe, die sich noch heute in unserer Gesellschaft widerspiegeln. Untersucht sei das in randomisiert-kontrollierten Studien aber nicht. Das ist hier aber natürlich völlig egal, weil allein die magische Zahlenkombination von „193X“ [– x = Variable] dazu langt, die Gedankenmaschinerie der Anti-NS-Propaganda zum Mahlen zu bringen.

So lautet auch schlichtweg die Artikeleinleitung wie folgt:

„Um eine Generation aus Mitläufern und Soldaten heranzuziehen, forderte das NS-Regime von Müttern, die Bedürfnisse ihrer Kleinkinder gezielt zu ignorieren. Die Folgen dieser Erziehung wirken bis heute nach, sagen Bindungsforscher.“
[Anne Kratzer]

Wer also immer noch der Meinung ist, es könne sich bei der abzeichnenden Entfremdung unserer Fähigkeit in einer Volksgemeinschaft zu leben und zu wirken, um einen Ausdruck der politischen Führungsunfähigkeit unserer Zeit handeln, suche doch erst einmal tiefer in den Gründen dieser Entwicklung. Und tiefer und genauer meint in diesem Fall, in der Zeit des Nationalsozialismus – der die Antwort auf jede Frage stellt.

Schuld an diesem ganzen kalten, starren, lieblosen Gesellschaftsmodell sind also nicht aktuell politische Umstände, sondern die Folgen der NS-Erziehung.

Oder perfider formuliert – das Buch!

 

 

Unser Frauenblog ,,Weggefährtin“ ist eine monatlich erscheinende Kolumne von Frau zu Frau in unterschiedlichen Ausprägungsformen auf der Netzseite des III.Wegs, die unser Wirken und Sein innerhalb der Partei ergänzend darstellt.

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