Körper & Geist: Buchrezension „Wehr’ dich und schlag’ zu!“

„Wehr’ dich und schlag’ zu!“ Mit diesem unmissverständlichen Titel wendet sich der tschechische Sicherheits- und Selbstverteidigungsexperte Radek Pokora an seine interessierte Leserschaft und versucht in einer Zeit, in der sowohl Millionen von nach Europa eingeströmten Kriminellen als auch linksradikale Extremisten ein spannungsgeladenes und verrohtes Gesellschaftsklima für heimatliebende Menschen geschaffen haben, den oftmals wehrlos gemachten und wohlstandsverwöhnten „Kindern“ der Demokratie ein hilfreicher Ratgeber zu sein. Schon zu Beginn macht Pokora klar, dass sein Buch nicht etwa als eine Anleitung oder als ein Aufruf hirnloser Gewaltausübung zu verstehen ist, sondern als ein Ratgeber, wie man im Falle einer massiv bedrohlichen Situation im Angesicht von Subjekten mit krimineller Energie, die in keinster Weise mit den Gepflogenheiten eines respektvollen Miteinanders vertraut sind, reagiert und im Notfall mit präventiven Gegenmaßnahmen Schlimmeres (für das eigene Wohl) verhindern kann. Pokora räumt auch mit dem weit verbreiteten Irrtum auf, dass eine im Kampfsport trainierte Person gleichzeitig auch vor jedem Angriff auf der Straße oder im Wirtshaus gefeit ist, da bei einer Schlägerei ganz andere Gesetze gelten als in einem Ring und diese oftmals innerhalb von Sekunden entschieden wird und von Überraschungsmomenten beeinflusst wird, die es in einem Ring bei sich zwei gegenüberstehenden Kontrahenten, die sich an „fair play“-Regeln halten müssen und bei der ein Ringrichter den Kampf vorzeitig beenden kann, nicht gibt. So gibt Pokora vor allem Ratschläge, wie man einerseits die Eskalation einer Schlägerei verhindern kann und wie man andererseits den Gegner schnellstmöglich ausschalten kann, wenn sich abzeichnet, dass eine Auseinandersetzung unausweichlich ist.

 

 

Die Überwindung der eigenen Angst als hemmenden Faktor, schnellstmöglich und gnadenlos zuzuschlagen und die Effektivität eines schnellen und harten Angriffs behandelt Pokora dabei als wesentliche Gebiete, um die Erfolgsaussichten des Lesers, eine ungewollte Auseinandersetzung zu gewinnen, zu erhöhen. Auch widmet er sich dem möglichen Einsatz von hilfreichen Gegenständen und Waffen, um auch gegen potentiell stärkere Gegner eine Chance zu haben, wie z.B. Möbelstücken, Biergläsern, Billardstöcken, Regenschirmen, Stiften, dem eigenen Mobiltelefon, Schlagstöcken oder auch dem Einsatz eines Messers, wenn es eine Notwehrsituation erforderlich macht. Als Betreiber einer Messerkampfschule hebt der Autor den Einsatz eines Messers als eines der effektivsten Selbstverteidigungsmittel überhaupt hervor. Auch wenn zwischen einem sportlichen Wettstreit bzw. traditioneller Kampfkünste und dem Straßenkampf aus Sicht des Autors klar unterschieden werden muss, betont Pokora dennoch eine kampfsportliche Vorbildung, sowie den Erwerb von Kraft durch intensives und regelmäßiges Krafttraining, als eine geeignete und willkommene Grundlage für die Auseinandersetzung auf der Straße. Gleichzeitig erhöht ein gesteigertes Kraftpotenzial auch die psychische Verfassung und das eigene Selbstbewusstsein, was einem wiederum dabei hilft, die eigene Angst noch besser überwinden zu können. Somit bietet sich Pokoras Buch „Wehr dich und schlag zu!“ als äußerst nützlicher Ratgeber geradezu an, um den von einer Vielzahl von Feinden bedrohten politischen Aktivisten von heute das nötige Rüstzeug mit auf den Weg zu geben, um sich, auch wenn er bereits eine Kampfsportart trainiert, noch besser in einer brenzligen Situation zur Wehr setzen zu können.

 

Titel: Radek Pokora: Wehr’ Dich und Schlag’ zu! Ein Handbuch zur Abwehr gewalttätiger Fachkräfte, Kulturbereicherer und Antifanten

Zu beziehen beim Verlag „Der Schelm“

Deutsche Übersetzung des 2017 im Eigenverlag Pokora, Brünn, erschienenen Originals

247 Seiten, viele Abbildungen, Format: DIN A5, broschiert

ISBN 978-3-947190-33-1

Preis: 20,00 €