Österreich verbietet erstmalig Glyphosat

Als erstes Land der Europäischen Union (EU) hat Österreich den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat verboten. Der österreichische Nationalrat stimmte dem Antrag der SPÖ am 2. Juli mit großer Mehrheit zu. Doch der Aufschrei der EU-Politiker, welche uns tagtäglich ihr Engagement für den Umweltschutz heucheln, schreien nun lautstark auf, da das österreichische Glyphosat-Verbot dem EU-Recht widersprechen könnte.

Laut der EU-Pflanzenschutzverordnung erlaubt die EU den Einsatz von Glyphosat noch bis Ende 2022. Ein Verbot des Wirkstoffes Glyphosat kann hierbei nur in absoluten Ausnahmefällen genehmigt werden. Nun liegt die Entscheidung bei der EU-Kommission, welche gegen den österreichischen Beschluss innerhalb der nächsten drei Monate Einspruch erheben kann. Wieder einmal zeigt sich das wahre Gesicht der EU und es wird ein weiteres Mal sichtbar, dass die Nationalstaaten ihre Souveränität vollends an das Konstrukt EU abgegeben haben. Der Wirkstoff Glyphosat ist hochumstritten und wird in der BRD auf 40% der Agrarflächen verwendet, wobei es bei 70% der Bevölkerung nachzuweisen ist.

2015 stufte eine Unterbehörde der Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Entwickelt und erstmals vertrieben wurde der Wirkstoff von der heutigen Bayer-Tochter Monsanto als Herbizid. In Nordamerika wurde das Mittel seit den 1970er-Jahren unter dem Markennamen Roundup vertrieben.

Die langfristigen Wirkungen des wahrscheinlich krebserregenden Stoffes bekommt der Bayer Konzern dort zu spüren, da er sich mit einer Klagewelle wegen möglicher Gesundheitsschäden durch Glyphosat konfrontiert sieht. Trotz der offenkundigen Gefahr, welche billigend in Kauf genommen wird, nahm der Bayer-Konzern die Entscheidung am Dienstagabend mit Bedauern zur Kenntnis. Man gehe allerdings davon aus, dass der Beschluss „von der EU-Kommission kritisch hinterfragt und rechtlich angefochten werde.

Auch das deutsche Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft bedauert ein Glyphosat-Totalverbot. An unserer rechtlichen Einschätzung, dass ein Totalverbot EU-rechtswidrig wäre, hat sich nichts geändert, hieß es am Dienstag.

Laut FPÖ-Fraktionschef Norbert Hofer ist die Entscheidung der EU nicht zu beeinflussen, man denke aber, dass mit dieser Entscheidung der größtmögliche Schutz der heimischen Konsumenten sichergestellt wurde.

Bisher lässt ein Verbot des gefährlichen Stoffes vergeblich auf sich warten. Der Einsatz von Glyphosat ist bisher in keinem Land der Welt verboten. Vietnam hat dies zwar schon beschlossen, dort dürfen aber noch Restbestände verbraucht werden.

Es bleibt zu hoffen, dass den Regierenden das Wohl ihres Volkes, welchem sie Treue schworen, baldmöglichst wieder am Herzen liegt und die geldgierigen Lobbyisten dieser Welt eine Abfuhr erhalten. Denn wahrer Umweltschutz geht dort los, wo der zerstörerische Kapitalismus aus den Seelen der Menschen verbannt wird.

 

Umweltschutz ist Heimatschutz – ein Grundsatz unserer Partei!

 

Insektensterben auch dank Glyphosat

Die negativen Folgen des Glyphosateinsatzes für die Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch erheblich. So trägt das Pestizid zum Artensterben in der Agrarlandschaft bei. Nicht nur aufgrund der Monokultur, sondern vor allem auch durch den drastischen Einsatz von Pestiziden auf unseren Feldern, ist die Zahl der Insekten in Deutschland seit 1989 um ganze 75 Prozent gesunken. Der Mensch vernichtet so nicht nur die Pflanzen- und Tierwelt, sondern langfristig auch sich selbst. Insgesamt 35 Prozent unserer Nahrung hängen direkt von Insektenbestäubung ab und die Biene ist das drittwichtigste Nutztier für den Menschen nach dem Schwein und dem Rind. Albert Einstein war es, der sagte: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“.

 

Es geht auch anders – Glyphosat sofort verbieten!

Die EU-Regelungen in solcher Hinsicht sind in erster Linie auf die Bedürfnisse der Hersteller zugeschnitten und man darf nicht vergessen, dass die Chemieindustrie der drittgrößte Industriezweig Deutschlands ist. Das kapitalistische Prinzip von Wirtschaftswachstum und Industrialisierung steht auch in der EU ganz oben – Verbraucherschutz oder Umweltschutz sind dabei Nebensache.

Dabei würde es auch anders gehen. Der Ackerbau mit dem Pflug bekämpft seit Jahrhunderten effizient unerwünschte Pflanzen auf dem Acker und wäre in Sachen Nachhaltigkeit nicht zu überbieten. Die Partei „Der III. Weg“ ist gegen die weitere Industrialisierung der Landwirtschaft und steht dafür, dass der Mensch endlich wieder mit der Natur im Einklang lebt. Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlage für unser Volk ist wichtiger als die Rentabilität von Betrieben. Deshalb fordern wir ein sofortiges Verbot für den Einsatz von Glyphosat auf landwirtschaftlichen Flächen sowie ein Verbot der Einfuhr von glyphosatresistenten Gentech-Pflanzen.





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