Die Weggefährtin #033: Richard Wagner und seine Frau Wilhelmine

Jeder von uns kennt den berühmten deutschen Komponisten, Theaterregisseur, Schriftsteller und Dirigenten „Richard Wagner“. Seine bekanntesten Stücke wie, „Tannhäuser“ und „Lohengrin“ komponierte er in Dresden. Doch auch hinter dieser herausragenden Persönlichkeit stand in jeder Schaffenskraft eine starke Frau.

Wilhelmine–Minna-Wagner, geb. Planer, am 5. September 1809 in Oederan geboren, war eine dieser Frauen. Richards erste Frau Wilhelmine Planer, die 4 Jahre älter war als er, kam aus dem kleinen idyllischen Oederan in Mittelsachsen. Richard und Wilhelmine lernten sich 1834 in einer Theatergruppe in Bad Lauchstädt kennen. Zu der Zeit war er Musikdirektor und sie hatte die Hauptrolle in einem Theaterstück. 1836 heirateten die beiden in Königsberg, doch Geldprobleme und Untreue belasteten ihre Ehe. Dies spiegelte Wagner in seiner Oper „Der fliegende Holländer“ wieder. Minna war Richards Halt in all den Ehejahren und so fanden sie trotz Probleme immer wieder zusammen. Während Richard Wagner an seinem „Ring des Nibelungen“ und an „Tristan und Isolde“ arbeitete, kam es im Jahre 1858 zum endgültigen Ehebruch.

Zwei Jahre später kreuzten sich ihre Wege erneut und sie kehrte für kurze Zeit zu ihm zurück. Gemeinsam erlebten sie in Paris den „Tannhäuser-Skandal“, einen der berühmtesten Opernskandale der deutschen Musikgeschichte. Die Tradition des „Salle Le Peletier“ der Pariser Oper schrieb es vor, ein Ballett in einer jeden Aufführung einzubringen. Dies sollte im zweiten Akt geschehen, was den Vorlieben der aristokratischen Gesellschaft entsprochen hätte, die es vorzog während des ersten Akt zu dinieren, um erst im zweiten Akt zum Ballett an der Vorführung teilzuhaben, um danach näheren Kontakt zu den Tänzerinnen hinter den Kulissen zu pflegen. Wagner legte das Ballett jedoch in den ersten Akt und entfachte so gezielte Störaktionen gegen seine Aufführung. Die „Schlacht um Tannhäuser“ fand in der dritten Aufführung sein Ende, da die Oper zurückgezogen wurde. Doch auch nach diesen turbulenten Zeiten zerbrach die Beziehung erneut. Die herzkranke Minna befand sich ab diesem Zeitpunkt des Öfteren in Kur und Wagner kam trotz finanziell angespannter Lage weiterhin für seine ehemalige Frau auf. Am 25. Januar 1866 starb Wilhelmine-Minna im Alter von 56 Jahren an den Folgen ihrer Herzkrankheit.

Eine junge Aktivistin unserer Partei stieß nun in der mittelsächsischen Kleinstadt Oederan durch Zufall auf ein kleines Ehrenmal für dieses kulturell bedeutsame Ehepaar, was sie dazu bewegte, etwas näher in diesem kleinen Text auf die Hintergründe dieses Ehepaares einzugehen.

Am 19. Mai 1935 errichtete die Stadtverwaltung Oederan und der Gesangverein Oederan ein Denkmal zu Ehren Richard Wagners und seiner ersten Frau, Minna Planer. Die Gedenksteine kann man immer noch begutachten. Sie befinden sich im Park „am Kleinen Erzgebirge“ am „Minna-Planer-Weg“. Das Denkmal besteht aus drei grob behauenen Findlingen aus Glimmerschiefer. Am mittleren Stein wurde ein Bronzerelief mit dem Porträt Richard Wagners (Bildniskopf) befestigt. Die seitlichen Steine tragen zwei Bronzeschrifttafeln mit folgenden Inschriften: „DEM DEUTSCHEN MEISTER RICHARD WAGNER – MINNA PLANER – SEINE 1. LEBENSGEFAEHRTIN IN RUHELOSEN UND SORGENREICHEN JAHREN WURDE ZU OEDERAN 1809 GEBOREN“ sowie „ERRICHTET VOM CHORBUND OEDERAN MIT UNTERSTÜTZUNG DER GRUPPE OEDERAN DES DEUTSCHEN SAENGERBDS. UND DER STADTVERWALTUNG GEWEIHT A. 19. MAI 1935“.





1 Kommentar

  • Danke für den Beitrag. Errichtet in einer Zeit, als es der Norm entsprach den Großen unseres Volkes Denkmäler zu setzen.

    DZ 16.10.2019
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