Julfeier in Mittelsachsen

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Laßt Dank uns sagen zur Weihenacht
für alles, was uns die Erde gebracht,
was da gewachsen, gereift, gedieh‘n,
was Regen näßte und Sonne beschien.
Laßt danken uns für Wolken und Wind,
für Brot und Frucht, für Ahn und Kind. –
Du bist getreu, du ewge Kraft,
die jährlich neues Werden schafft.

Margarete Dierks – Tischspruch zur Weihnacht

 

Da steht der Weihnachtsbaum und er ist geschmückt mit allem Schönen, das wir kennen: Da sind Äpfel, welche Leben und Gesundheit spenden. Es sind die Früchte der Göttin Iduna. Da sind Nüsse, welche Kraft geben und gut schmecken, weil sie ein Strauch unserer Heimat hervorgebracht hat. Da ist das Silber des Schnees, der von den Zweigen rieselt und uns das weiße Leuchten ins Zimmer bringt. Da sind Pfefferkuchen, die so alte Formen haben, dass wir ihre Bedeutung nur noch ahnen. Der Lebens- und Jahresring, die Brezel, die Schnecke, das Band, die Raute, das Lichtkind im Wickelkranz.

Grün ist der Baum der Frigg, ein Zeichen des Lebens, der immerwährenden Kraft der Natur, das älteste Sinnbild aller Völker unserer Art, die zu uns gehören wie Bruder, Vetter und Verwandte. Früher, als wir noch ein Volk von Bauern waren und viele auf einzelnen Höfen nahe dem Walde wohnten, stellte man einen Tannenbaum vor das Haus, schmückte ihn für die Vögel und andere Tiere mit Gaben. Dann holte man ihn ins Haus, damit die Natur auch in den Häusern der Menschen lebe. So ist der Weihnachtsbaum ganz früh in der Geschichte unseres Volkes bezeugt. Er ist ein altes ewiges Sinnbild für die Freude unserer Menschen, das Grün des Lebens in den Zimmern zu haben.

 

 

Nun hat das Licht sich gewendet. Von Neuem wacht die Sonne jeden Tag für uns früher auf, jeden Tag wird es etwas länger Licht und alle Kräfte der Muttererde beginnen wieder zu wachsen. Dafür ist das Weihnachtsfest unser Licht – Erneuerungsfest, deshalb brennen die Kerzen, deshalb steht der Lebensbaum in unserem Zimmer und deshalb schenken wir uns gute Gaben, die wir brauchen können und die allen Freude machen. So sei uns der Baum das Zeichen für das schönste Fest des Jahres, für die Heilige Nacht und die stillen zwölf Nächte überhaupt.

Weihnachten sollte kein Konsumfest sein, sondern im Kreise der Liebsten, der Freunde und Familie verbracht werden. Um alte Bräuche und Traditionen am Leben zu erhalten, fand sich am 21.12. unsere Gemeinschaft zusammen, um die ruhige Zeit einzuläuten, gemeinsam zu singen, die Götter zu ehren und uns zu besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben. Kinder sind unser höchste Gut. Somit brachten sich auch die kleinsten unserer Runde, mit Gedichten, Liedern und musikalischen Beiträgen, in die Feierstunde ein.

 

 

Hohe Nacht der klaren Sterne, die wie weite Brücken stehn
Über einer tiefen Ferne, Drüber unsre Herzen gehn.

Hohe Nacht mit großen Feuern, die auf allen Bergen sind,
Heut muss sich die Erd erneuern,Wie ein junggeboren Kind!

Mütter, euch sind alle Feuer, alle Sterne aufgestellt,
Mütter tief in euren Herzen schlägt das Herz der weiten Welt.

Hans Baumann

 

 

 

 

Der Stützpunkt Mittelsachsen wünscht allen Lesern, Mitgliedern und Freunden eine besinnliche Weihnachtszeit und ruhige Rauhnächte.

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