Aschheim bei München: Flugblattverteilung nach Insolvenz von Autozulieferer

Verteilung: Insolventer Autozulieferer SchlemmerDer Automobilzulieferer Schlemmer hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind auch die Mitarbeiter an den Standorten Aschheim, Haßfurt und Münchingen. Offenbar hat sich die britische Investmentfirma, die Schlemmer 2016 übernommen hat, verspekuliert. Aktivisten der Partei „Der III. Weg“ zeigten sich mit den deutschen Arbeitern solidarisch und verteilten Flugblätter in der näheren Umgebung des Stammwerkes in Aschheim. Der Kapitalismus befindet sich in einer Krise. Dem aktuellen Trust-Barometer zufolge ist das Vertrauen der Deutschen in das ausbeuterische System stark gesunken. Der einzige glaubhafte Ausweg aus dem ökologischen und ökonomischen Niedergang ist der Deutsche Sozialismus.

Verzockt: Internationales Geschäft ruiniert solides Unternehmen

Noch im August des vergangenen Jahres war Karl Krause, Geschäftsführer der Schlemmer Group, zuversichtlich: Die Ausrichtung auf das Automotive-Geschäft sei „ein wesentlicher Grundstein für unseren Erfolg“. Man wolle das „globale Wachstum weiter vorantreiben“. Doch mit der Wachstumsstrategie haben sich die internationalen Finanziers von Schlemmer offenbar verspekuliert. Insbesondere Investitionen am nordamerikanischen Markt waren für Schlemmer letztendlich nicht mehr zu stemmen. Die Zeche zahlen nun die deutschen Arbeiter, während die Finanzhaie des milliardenschweren Londoner Investors wohl kaum für ihre Fehler geradestehen müssen. Der Insolvenzantrag von Schlemmer Anfang Dezember kam für viele überraschend. Trotz der allgemein schlechten Lage der Automobilzulieferer lief das Geschäft bei Schlemmer eigentlich gut. Die Aschheimer Firma produziert Batteriebauteile und Kabelschutzlösungen für Autos, Motorräder und LKW. Die Schlemmer Group ist modern ausgerichtet und fertigt auch Bestandteile für E-Mobilität und autonomes Fahren.

Verteilung: Insolventer Autozulieferer SchlemmerAktivisten der Partei „Der III. Weg“ verteilten Flugblätter über das Konzept des deutschen Sozialismus an Haushalte im nahen München-Riem. Auch wenn momentan noch keine Mitarbeiter bei Schlemmer entlassen worden sind, ist die Unsicherheit und Wut bei den Kollegen von Schlemmer da. In einer immer rasanter im Wandel begriffenen Welt, ist die Arbeit zu einem großen Unsicherheitsfaktor geworden. Vom deutschen Arbeiter wird „Flexibilität“ erwartet, was auch bedeutet, Arbeitsplatz und Arbeitsstandort des Öfteren zu wechseln. Heimat ist für Großkapitalisten, die in aller Welt zu Hause sind, ein Fremdwort. Arbeiter sind für sie „Humankapital“. Nationen, die regulierend in den Markt eingreifen, sehen sie als ein lästiges Hindernis. Supranationale Konstrukte wie die EU und Freihandelsabkommen bieten den Finanzmagnaten hingegen die Aussicht auf gigantische Gewinne und unermessliche Reichtümer.

Nimbus gebrochen: Deutsche zweifeln am System

Lange Zeit hat die Aussicht auf Wohlstand und der induzierte „American Dream“ den Deutschen die Sicht vernebelt. Wirtschaftswachstum, Konsum, Globalisierung galten als Vision für eine bessere Welt. Mit dem Wirtschaftswunder in den 50er Jahren stieg die Kaufkraft der Deutschen. Viele vertrauten dem siegreichen, scheinbar überlegenen kapitalistischen System. Sie glaubten, „der Markt“ sei die Ursache ihres Wohlstandes, nicht deutsche Arbeitstugenden, Schaffenskraft und Innovationen. Mit dem Kollaps der kommunistischen Staaten und dem damit verbundenen Bedeutungsverlust marxistischer Wirtschaftstheorien, schien die Zukunft endgültig und ausschließlich dem Kapitalismus zu gehören.

Doch viele Faktoren lassen den Glanz des Systems verblassen. Diverse Wirtschaftskrisen, ausgelöst durch platzende Blasen gieriger Spekulanten, haben das Vertrauen erschüttert. Die Risiken der Digitalisierung, der ökologische Niedergang und ein möglicher Endzustand, der zum Zusammenbruch führt, tragen ebenso dazu bei. Die Wachstumsideologie ist schon aus logischem Menschenverstand zum Scheitern verurteilt. Ressourcen sind nur begrenzt verfügbar. Immer mehr Menschen wollen jedoch von den Segnungen des Kapitalismus profitieren. Um den Umsatz zu steigern, müssen Kleidung, Kosmetika oder Technologien günstig und stets in neuen Formaten auf den Markt gebracht werden. Viele Menschen definieren sich allein über das kurze Glück, das das neuste Handy, der größte Fernseher und die neuste Markenkollektion verspricht. Dazu müssen die Waren natürlich möglichst billig sein. Niemand kauft mehr Güter, die von Wert und Dauer sein sollen. Es würde allerdings auch nicht im Interesse gieriger Großkonzerne liegen, solche Erzeugnisse auf den Markt zu bringen.

Um die Maschinerie am Laufen zu halten, gibt es zwei Tendenzen. Zum einen verringert sich die Zahl der Marktteilnehmer stark, sodass nur einige wenige Konzerne weltweit in einem bestimmten Segment vertreten sind. Beispiele sind die Pharmaindustrie oder die Herstellung von Bildschirmen für Smartphones. Zum anderen verlagern sich die Unternehmen an Standorte, an denen zu möglichst günstigen Konditionen produziert werden kann. In Indien, China oder Bangladesch werden niedrigste Löhne gezahlt, herrschen teils katastrophale Arbeitsschutzbedingungen und Umweltschutzstandards sind nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben stehen. Doch selbst von dort weichen Konzerne auf noch billigere Standorte in Lateinamerika oder Südostasien aus. Immer mehr Menschen verstehen, dass etwas nicht stimmen kann, wenn es das Hemd von Primark fast geschenkt gibt.

Das „Trust Barometer“ ist eine Umfrage eines amerikanischen Unternehmens über das Vertrauen der Menschen weltweit in das System. In Deutschland schaut der aktuellen Studie zufolge nur noch jeder Vierte optimistisch auf seine ökonomische Zukunft. Nur 12 Prozent glauben, dass ihnen der Kapitalismus nützt und sie von ihm genügend profitieren. 55 Prozent glauben, dass der Kapitalismus in seiner jetzigen Form mehr schadet, als nützt.

Revolution als Ausweg: Der Deutsche Sozialismus

Trotz allgemeiner Kapitalismuskritik tappen die meisten Deutschen auf der Suche nach Lösungen im Dunkeln. Noch immer glauben viele, dass einzig die politische Linke Alternativen anbieten kann. Doch die deutsche Linke ist ideologisch am Ende. Der Anarchismus ist eine vollkommen weltfremde Theorie, der Kommunismus gescheitert. Neue fundamentale Ansätze, hinter denen eine geschlossene Bewegung steht, hat das linke Lager nicht zu bieten. Aus dieser Ohnmacht heraus beschränkt man sich seit Jahren auf ein blindes Wüten gegen diverse Feindbilder und dem Schwadronieren über kulturmarxistische Fantastereien.

Der entscheidende Klotz am Bein ist der inhärente Internationalismus linker Ideologien. Ohne eine globale Revolution sind für die Linken Veränderungen nicht vorstellbar. Diese Utopie wird so nie eintreten. Für diesen Traum ignorieren Linke alle Chancen, die ein deutscher Sozialismus bietet. Im Rahmen einer raumgebundenen Volkswirtschaft, wie sie der „Der III. Weg“ fordert, können Probleme schnell und zielgerichtet angegangen werden. Souveräne Staaten, die am Wohl ihrer Völker interessiert sind, würden rücksichtslosen internationalen Konzernen schnell das Wasser abgraben. Wer wirklich an die Gefahren des Klimawandels glaubt und ein schnelles Handeln will, muss national Veränderungen herbeiführen. Eine dezentrale Wirtschaftsordnung bedeutet weniger globale Transporte, Produktion unter erhöhten Umweltstandards, Zerschlagung oder Verstaatlichung von profitorientierten Großkonzernen.

Dass sich die Dinge ändern werden, steht fest. Ein Ruf wird daher immer lauter werden: „Das System ist am Ende, wir sind die Wende!“





2 Kommentare

  • Es ist nicht von ungefähr, dass libertäre, kosmopolitische Kreise, das Geld als heiliges Mittel sehen und uns ihre verderbliche Ansicht einimpfen. Motivationen zur Leistungserbringung seien angeblich nicht auf anderem Wege zu erzeugen.

    Deutsche Arbeit ist aber durch Pflichtgefühl und Ehrgeiz zu höchster Qualität geformt worden.

    Es wird Zeit, dass wir wieder für uns und unser Volk arbeiten und nicht für das transatlantische Grosskapital.

    Benjamin Dittmar 01.02.2020
  • Diese Entwicklung hat vor 20 Jahren mit der Zerschlagung deutscher Großkonzerne wie Siemens und Mannesmann begonnen. Siemens hatte vorher etwa eine halbe Million Mitarbeiter, Mannesmann verschwand ganz. Möglich wurde das durch die unbeschränkte Öffnung des hiesigen Marktes für ausländisches Kapital durch entsprechende Gesetzesänderungen – die EU warf ihre Schatten voraus. Die ursprünglich als ein Unternehmen aufgestellten, sich oft gegenseitig beliefernden Sparten (die Halbleiter-Sparten waren oft auf die eigenen Abnehmer zugeschnitten, was exzellente technische Lösungen hervorgebrachte) waren nun eigenständige Unternehmen, was bei Belieferung infolge zu zahlender Steuern zur Verteuerung der Waren führte – nebenbei stiegen so die Steuereinnahmen der BRD, ohne daß Mehrwert entstand. Die Unternehmen waren – da sie infolge des gleichzeitigen Abbaus der Zollschranken massiven Billigimporten ausgesetzt waren – nun gezwungen, grenzwertige Steuermodelle aufzustellen und Geschäfte über „Briefkastenfirmen“ in Niedrigsteuerländern abzuwickeln. So wurden sie für politische Einflußnahme erpreßbar, wer sich politisch nicht korrekt verhielt oder wenigstens schnell lernfahig wie jüngst Herr Kaeser war, der konnte mittels „Enthüllungsjournalismus“ – siehe Schlecker – juristisch belangt und ruiniert werden, eine Falschmeldung kann da schon reichen. Da ebenfalls durch EU-Gesetze Unternehmen nun angehalten waren, Aufträge zumindest europaweit auszuschreiben, sind viele hiesige Mittelständler ihre Waren infolge der – qualitativ oft wesentlich schlechteren – Billigkonkurenz hier nicht mehr losgeworden, bspw. nahmen Krankenkassen hiesigen Herstellern ihre Geräte nicht mehr ab. Die Unternehmer glaubten, dem durch verstärkte Innovation und Verlagerung zumindest der Produktion in angebliche Billigländer wie China begegnen zu können. Ersteres hatte immer kürzere Entwicklungszeiten zur Folge, die zu den Aufgaben unverhälnismäßig waren und so teilweise nicht zur Serienreife führten. Das andere verursachte infolge von riesigem Abstimmungsbedarf und kulturellen und sprachlichen Schwierigkeiten ungeahnte Mehrkosten – viele Unternehmer verdrängten, rechneten das aus Angst nie durch. Am Ende war man dann oft nahe am Ruin und froh, die Firmen noch rechtzeitig verkaufen zu können. Geblieben ist der Technologietransfer ins Ausland, ohne den China und Pakistan heute vielleicht noch keine Kernwaffen hätten. So wurden hier zunächst die Großindustrie und dann der Mittelstand vorsätzlich ruiniert, Deutschland zugunsten des Auslands wissentlich deindustrialisiert – seit mindestens 20 Jahren! Aber das vielleicht Schlimmste an der Sache ist, daß die meisten Deutschen lange die Vorteile der EU priesen und dies teilweise immer noch tun. Darum ist eure Aufklärungsarbeit bei Arbeitern und Angestellten durch Verteilen von Flugblättern so wichtig.

    Hartmann 01.02.2020

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