Dawonia – Mangelhaft in allen Belangen

WohnungsnotAls die Pläne für 115 neue Wohnungen vorgestellt wurden, hörte man im Manchinger Rathaus noch die Korken knallen, doch mittlerweile knallt es nur noch bei Bürgerversammlungen und Sprechstunden. Grund sind Mieterhöhungen um bis zu 200%, 115 nagelneue, aber unbeziehbare Wohnungen, und deren zukünftige Mieter, die bereits vor Einzug vom Eigentümer, der Dawonia Real Estate GmbH&Co. KG, verprellt wurden.

Wie in allen größeren Ortschaften, so ist auch im oberbayrischen Manching das wohnbauliche Denkmal politischen Versagens zu finden: eine Siedlung voller Plattenbauten. Dem naiven Traum eines multikulturellen Schmelztiegels und der einst angedichteten Sozialromantik zum Trotz, stehen diese Bauten mittlerweile wie kaum etwas anderes für Niedriglohn, Altersarmut, Kriminalität, Überfremdung, Hartz 4 und weitere kranke Auswüchse dieses Systems. Es dürfte schwierig sein, jemanden außerhalb der Gangsterrapper- oder Kriminellenszene zu finden, der damit irgendwelche positiven Dinge assoziiert. Nicht von ungefähr ist Einheimischen das sogenannte Donaufeld auch als „Glasscherbenviertel“ geläufig. Hinter solchen Wohnbatterien stehen für gewöhnlich keine fleißigen Bürgerlein, die lediglich versuchen, sich die mickrigen Renten mit Betongold aufzubessern, sondern profitgetriebene internationale Cliquen von Geschäftemachern. So auch in diesem Fall.

Profitgier statt Linderung der Wohnungsnot

Fachkräftemangel, Baumängel, ein Mangel an Moral, mangelhafte Planung und letztendlich Mieter, die dafür in die Mangel genommen werden. So könnte die Kurzbeschreibung des 1936 gegründeten und bis 2018 noch unter GBW (Gemeinnützige bayrische Wohnungsgesellschaft) geführten Unternehmens ausfallen, führt man sich vergangene und aktuelle Fehltritte zu Gemüte. 2018 brach man endgültig mit der einst ehrwürdigen Vergangenheit und benannte sich konsequenterweise in Dawonia Real Estate GmbH&Co. KG um. Während man in den Kriegs- und Nachkriegsjahren noch tatsächlich bemüht war, die Wohnungsnot in bezahlbarem Rahmen zu lindern, ist die erfolgte Namensänderung, nach Mieterhöhungen um bis zu 200% in 15 Jahren, womit man die Mieter oft an den Rand der Existenzgefährdung brachte, mehr als folgerichtig. Begründet wurde dieser Wucher mit erforderlichen Sanierungsmaßnahmen, die jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal stattgefunden hatten. Dieses Vorgehen steht vermutlich in direktem Zusammenhang mit dem 2013, auf Anordnung der EU Vasallen, erfolgten Verkauf des 92%igen und somit 2,45 Milliarden Euro schweren GBW Aktienanteils der BayernLB an die meistbietenden Finanzhaie der undurchsichtigen und international agierenden PATRIZIA Alternative Investments AG.

Es könnte natürlich auch ein absolut zusammenhangloser Zufall sein, dass ebenfalls im Jahre 2013 die ersten Aufschreie der Bewohner erfolgten. Was auf Order der EU verbockt wurde, sollte zwischenzeitlich mehrmals auf Landesebene wieder ausgebügelt werden. So forderte beispielsweise ein Anwalt von verprellten Mietern aus München, ausgerechnet die ehemaligen Anteilseigner auf, bei den Ausbeutern der PATRIZIA AG auf bezahlbares Wohnen zu insistieren. Schließlich gibts eine interne Sozialcharta, an die man sich doch bitte halten möge. Dass „sozial“ im Kapitalismus, ob im Namen von politischen Parteien oder sonstigem, nur noch als leere Worthülse zu verstehen ist, scheinen manche immer noch nicht wahrhaben zu wollen. Als nach Jahren der politisch und medial nur allzu gerne überhörten Kritik, letztendlich die Wut der Manchinger Blockbewohner überzuschäumen drohte, berief man im September 2018 hastig eine Bürgerversammlung im nebenan gelegenen Bürgerhaus ein. Zu Gast waren außer den gelackmeierten Mietern, Bürgermeister Herbert Nerb von den FW, einige Lokalpolitiker und eine Prokuristin (vermutlich Lat. für Prellbock) des Unternehmens GBW. Während Bürgermeister Nerb versuchte, die Wogen zu glätten, und immer wieder, vergeblich empört, betonte, die Mieterhöhungen wären „rechtlich sauber“, blies Thilo Bals, SPD Gemeinderat, Bürgermeisterkandidat und Rechtsanwalt, in ein anderes Horn. „Wieso setzen Sie Mieter unter Druck?“ fragte er und fügte hinzu: „Die Mieterhöhungen seien zwar formal richtig aber rechtlich fraglich.“

Politik kollaboriert mit Immobilienkonzernen

Als Nationarevolutionär und wacher Geist kann man bei solchen Aussagen eines SPDlers schon mal schmunzeln, schließlich hat die SPD durch ihren politischen Verrat erheblich dazu beigetragen, dass viele anständige und fleißige Deutsche ihr Dasein, trotz Arbeit, in solchen Wohnblöcken fristen müssen. Die bei der Versammlung anwesenden Mieter machten ihrem Ärger derweil durch Zwischenrufe wie „Abzocker“und „Spekulanten“, in Richtung der GBR Angestellten, Luft, die versuchte, mit „man lebe schließlich von den Mieteinnahmen“ dagegen zu argumentieren. Bals Berechnungen zu Folge, wären die Modernisierungskosten von 1 Million Euro, bei den insgesamt 2677m² Wohnfläche, auch ohne jegliche Mieterhöhung, innerhalb von 5 Jahren komplett abbezahlt. Nur die Gierigen überleben und so muss man bei den aktuell 30.000 Wohnungen im Firmenbesitz eben sehen, wo man bleibt. Was dann noch seitens GBW folgte und von der regionalen Presse und Politik als „Angebot“ belobhudelt wurde, war, wie die firmeneigene „Sozialcharta“, nicht mehr als eine Posse. Man setzte eine wöchentlich stattfindende Sprechstunde an, bei der sich Betroffene, kostenlos aber umsonst, ausweinen können und brachte einen Fragebogen ins Spiel. Dieser könne von finanziellen Härtefällen ausgefüllt werden, woraufhin die GBW evtl. gewillt wäre, den Mietzins auf bis zu 50% des Nettoeinkommens zu reduzieren. Auf Vorbehalt natürlich. Dass man dadurch gezwungen ist, komplett blankzuziehen, und, dass jeder vernünftige Finanzberater zu einer Mietbelastung von maximal einem Drittel des Einkommens rät, wird dabei noch dankbar in Kauf genommen. Schließlich hat ein unbescholtener Bürger nichts zu verbergen und so scheint es fast als Fingerzeig, dass der eingesetzte Ombudsmann für solche Angelegenheiten niemand Geringeres als Günther Beckstein ist. Wer an ein System hinter der Besetzung solcher Ämter glaubt, sieht sicher schon einst Heiko Maas in dieser Funktion. Die auferlegten Mehrkosten durch die Schacherer von PATRIZIA, werden letztendlich in Form von Aufstockung, Mietübernahme bei Hartz 4 usw. wie selbstverständlich, zumindest teilweise, durch Steuern finanziert. Somit wird der Arbeiter wieder einmal mehr, direkt und indirekt, zur Melkkuh des Großkapitals. Auch die allseits hochgepriesenen regulierenden Marktmechanismen werden in der wirtschaftlich starken Region ausgehebelt. Da die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt, können Vermieter ihrer Raffsucht freien Lauf lassen und das trotz der Nebelkerze, die man aus reinem politischen Kalkül großspurig „Mietpreisbremse“ taufte. Wie meist bei offiziellen Statistiken und Zahlenangaben, so lässt sich auch der für die Region errechnete Mietspiegel von 7,51 €/m² nicht mit der Realität vereinbaren. Dieser Quadratmeterpreis wird selbst bei unüberdachten Kfz-Stellplätzen weit übertroffen.

Danowia – das kapitalistische Treiben setzt sich fort

Als wäre dem Irrsinn damit noch nicht genug gefröhnt, geht es munter in BRD Manier weiter. Die jüngsten Opfer von Danowia und ihren im Hintergrund agierenden Strippenziehern, kamen noch nicht einmal in den Genuss des praxisbewährten Mietwuchers und wurden schon vor Einzug vergrault. 2015 bekannte man sich, natürlich völlig selbstlos, zu alter Glorie, um gegen die Wohnungsnot zu Felde zu ziehen. GBW, Dawonia, Patrizia oder wer auch immer hinter diesem geschickt verschachtelten Firmenkonstrukt steckt, verkündete die frohe Botschaft, dem angespannten Wohnungsmarkt mit dem Bau von 115 neuen Wohnungen im Manchinger Donaufeld entgegenzuwirken. Weiterer aufgeführter positiver Aspekt des Vorhabens wäre, dass das Viertel, welches von den eigenen Hochhäusern verschandelt wird, durch die neuen und modernen Bauten aufgewertet werde. Wie man am mittlerweile „unfertigen“Projekt erkennen kann, war damals sicher keine optische Aufwertung gemeint. Im örtlichen Rathaus war die Freude damals noch dementsprechend groß. Wenn man, in Anbetracht der eigenen und überall verfügbaren Kritiken am ausführenden Unternehmen, nicht von völliger geistiger Abwesenheit und Naivität bei den Verantwortlichen ausgehen will, bleibt nur die Annahme, dass diese Euphorie ausschließlich von finanzieller Natur geprägt war. Was offiziell für die lokalen Politiker völlig überraschend kam, ist in der Firmengeschichte immerhin kein Novum. Schließlich fiel GBW nicht nur jüngst durch Mietsteigerungen negativ auf, sondern bereits in den 1970ern durch den Bau des olympischen Dorfes. Die Verantwortlichkeit für Lücken zwischen Fußgängerbrücken war unklar, die Fertigstellung verzögerte sich mehrmals und zuletzt entstanden bereits während der Olympischen Spiele die ersten Wasserschäden. Obschon aus dem fernen China zu hören ist, eine 60.000 m² Klinik mit einer Kapazität von 1000 Betten, sei in 10 Tagen errichtet worden, so ist im oberbayrischen Manching zu vernehmen, dass sich der Bezug der neuen Wohnungen abermals bis mindestens 2021, aufgrund von falsch verlegten Kabeln, verschiebt. Nachdem sich, anlässlich der erneuten Vertröstung der bereits vertraglich gebundenen zukünftigen Mietsklaven, ein Rechtsstreit anbahnte, lenkte Danowia ein und stimmte einer vorzeitigen Kündigung zu. Zumindest schreibt man sich beim Wohnungsunternehmen gönnerhaft auf die Fahne, selbst für die entstandenen Mehrkosten aufzukommen. In Manching können, nach alledem, selbst die zur stark befahrenen Hauptstraße hin ausgerichteten Spielplätze des Neubaus, welche eigentlich wohlige Familienfreundlichkeit suggerieren sollten, nichts am angeschlagenen Nimbus ändern. Alleine die Verzweiflung am regionalen Wohnungsmarkt, mag noch Menschen in die Fänge solcher Unternehmen treiben.

Bei manchem Leser mag nach diesem Bericht die Vermutung aufkommen, Danowia würde auch Flughäfen bauen oder Bundestagsabgeordnete stellen, dies können wir jedoch aktuell nicht bestätigen.

Die regionale Presse konnte sich bei der Berichterstattung den abschließenden Kommentar nicht verkneifen und verkündete, der „Fachkräftemangel“ wäre im Baugewerbe meist schuld an Verzögerungen. Aus dieser fadenscheinigen Begründung schlussfolgernd, scheint der Beginn des Projekts kein Zufall gewesen zu sein, schließlich betonte man 2015 noch, bei den 1,5 Millionen Invasoren würde es sich um Fachkräfte handeln. Wie wir mittlerweile alle wissen, handelte es sich dabei leider nicht um Baufachkräfte, sondern hauptsächlich um Mediziner, Ingenieure und Raketentechniker.

Unser Fazit fällt dementsprechend anders aus: Wenn aufgrund der durch Globalisierung erzwungenen Privatisierung selbst Organisationen, die einst gemeinnützig bzw. sozialverantwortlich ausgerichtet waren, als Unternehmen agieren und nur noch dem Zweck des maximalen Profits dienen, sollte selbst dem Letzten klar werden, wohin dieses menschenverachtende System am Ende führt.

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