Reise nach Estland (2/3)

Schaubild 7: Die Sprecher

Die Konferenz

Am Vorabend zur Konferenz fand ein Treffen in kleiner Runde mit einigen Sprechern und den Organisatoren zum Vernetzen und dem Austausch von Ideen statt. Am späteren Abend erfolgte zusätzlich ein klassisches RAC-Konzert unweit des Zentrums, um das Stammhirn zu stimulieren. Die Zuschauer kamen dabei aus allerlei Ländern, vorrangig offensichtlich Russland, Finnland und Litauen. Die auftretenden Gruppen kamen aus Estland, Deutschland und Litauen. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, falls es den Geschmack trifft.

Die Etnofutur IV Konferenz fand in einem Konferenzraum eines Hotels nahe der Altstadt statt. Sie wurde in Echtzeit im Netz übertragen. Nachfolgend sollen die Redner mit ihren Kernaussagen kurz vorgestellt werden.

Anmerkung: Die Konferenzbilder wurden durch Fróði Midjord bereitgestellt.

 

Helen Rebane

Der Kopf der „Blaues Erwachen“-Bewegung hielt die Eröffnungsrede. Das „Blaue Erwachen“ ist dabei die Jugendorganisation der nationalen EKRE Partei und hat neben Politik auch die Kunst und Philosophie aus unserem Blickwinkel im Fokus.

Ruuben Kaalep

Ruuben Kaalep ist Gründungsmitlied von „Blaues Erwachen“, Parteimitglied von EKRE und Parlamentsmitglied. Von den üblichen Verdächtigen wird Ruuben als Holocaust-Leugner, Nazi, Antisemit und anderer Begriffe, die es stets im Paket gibt, bezeichnet. Als er im Parlament vereidigt wurde, zeigte er die „OK-Gestik“, die andere für das „White Power“-Symbol hielten. Als darauf viele Medien ansprangen, haben selbst Minister der EKRE Partei bei der Vereidigung diese Geste gezeigt. Dabei war auch der Sprecher Martin Helme mit der doppelhändigen Version. Gefundenes Fressen für die Presse, wie der Guardian titelte: „Racism, sexism, Nazi economics: Estonia’s far right in power“, übersetzt etwa „Rassismus, Sexismus, Nazi-Wirtschaft: Estlands rechts außen an der Macht“.

Inhaltlich berichtete Ruuben, das mediale Echo der ERKE Partei, zum Regierungsantritt, den Koalitionsgesprächen, der Rolle der sozialen Medien und den Koalitionsgesprächen. Als Erfolge führte er dabei unter anderem an:

  • Grenzkontrollen zu verstärken, dabei wurde der Grenzschutz umorganisiert (der Polizei untergeordnet)
  • Keine doppelte Staatsbürgerschaft, was insbesondere die russische Minderheit trifft
  • Forderung der Ostgebiete, die nach der Unabhängigkeit eigentlich zu Estland gehören
  • Untersuchung der elektronischen Wahlen, ob Missbrauch vorliegt, da diese sehr undurchsichtig sind
  • Versuch, mehr direkte Demokratie zu etablieren

Ferner führte er aus, dass die Vorwürfe des Antisemitismus und Ähnlichem weniger schlimm sind als Vorwürfe der Korruption, da man sich an Ersteres gewöhnt hat, aber Zweiteres Misstrauen bringt.

 

Toni Jalonen

Toni ist Parteimitglied der Finnischen Suomen Sisu (Die Finnen) und Vizepräsident der Jugendorganisation „Finnische Parteijugend“. Bekannt wurde er sicherlich durch die teuerste Kurzmitteilung auf Twitter. Dabei kommentierte er eine Werbung, bei der zwei Farbige ein Kind halten mit: „Wählt Die Finnen, wenn ihr nicht wollt, dass Europa so aussieht“ mit dem offiziellen Konto der Jugendpartei. Daraufhin wurde vom Bildungsministerium die Finanzierung der Jugendpartei in Höhe von deutlich über 100.000 Euro eingestellt. Inzwischen ist der Geldhahn wieder offen, jedoch weit geringer und mit einigen Auflagen. Toni entschuldigte sich anschließend für diese Nachricht mehrfach öffentlich.

Während seiner Präsentation bereute er einige seiner Entschuldigungen, weil es die Glaubwürdigkeit nimmt und nicht ehrlich war. „Der politische Gegner schlachtet eh alles aus, unabhängig, ob man sich entschuldige oder nicht“, so Toni. Weiter berichtete er von der Lage in Finnland und dem Werdegang der Partei. Bemerkenswert ist, dass er als Mitglied einer Partei, die einige Erfolge vorzuweisen hat, klar als Faschist bezeichnet wurde.

Nachtrag: Aufgrund seiner Aussage, er sei Faschist, wurde Toni aller Ämter enthoben und hat den öffentlichen Diskurs geprägt u. a. mit einer Direktschaltung ins Frühstücksfernsehen des größten finnischen Fernsehsenders. Der Ausgang bleibt abzuwarten.

 

Fróði Midjord

Fróði ist ein Metapolitker, welcher die Vision eines weißen Ethnostaates vertritt. Dabei sprach er auf unzählig vielen Konferenzen auf mehreren Kontinenten und organisiert das international bestens vernetzte „Scandza Forum“. Die Feindpresse adelt ihn mit allen Titeln, spricht vom „weißen Genozid“, „Xenophobia“ und weiteren klassischen Kampfbegriffen.

Inhaltlich führte Fróði aus, dass die baltischen Staaten weitaus besser vorbereitet sind auf die zukünftigen ethnischen Herausforderungen und es diese nicht so unvorbereitet trifft wie beispielsweise Schweden vor einigen Dekaden. Er appelliert dabei an das Selbstvertrauen und etwas zu machen, nicht anfangs schon zu nörgeln, denn „Mit der Annahme, dass etwas nicht funktioniere, funktioniert es auch nicht“. Auch führte er die durchaus provokante These aus, dass wir weniger konservativ und mehr avantgardistisch sein sollten.

 

Martin Helme

 

Schaubild 8: Martin Helme

 

Martin Helme ist Estlands Finanzminister und bekannt für seine provokanten Aussagen wie 2013 „Unsere Einwanderungspolitik sollte eine Regel haben: Wenn du schwarz bist, geh zurück. So einfach. Wir werden das Problem gar nicht erst in Erscheinung treten lassen“ oder „Ich will, dass Estonia ein weißes Land ist“. Gekoppelt mit seiner bereits erwähnten Doppel-OK-Gestik im Mai letzen Jahres zur Vereidigung, hat die Journaille einiges abzuarbeiten.

In seiner Rede beschreibt Martin den andauernden sehr alten „Kampf“ zwischen Globalismus und Nationalismus. Er führt weiter aus, wie der politische Diskurs verlief und er in Europa als Finanzminister aufgenommen wurde. Dabei bedanke er sich bei Polen und Ungarn, dass diese bereits die meisten Schläge kassiert hätten. Ebenso erklärte er, dass Demokratie nur funktionieren könnte, wenn Sprache und Kultur gleich wären, also wenn man über gleiche Witze lacht und die gleichen Vorstellungen einer Hochzeit hat. Er schloss mit einigen Beispielen der europäischen Gesetzgebung aus dem Moloch in Brüssel.

Fragen wurden rege gestellt, die er alle souverän und inhaltsreich beantwortete.

 

Tomas Skorupskis

Tomas ist Kopf der litauischen nationalen Bewegung Krypsis. Er beschreibt den Weg von sich selbst und der Bewegung seit der Finanzkrise 2009, die Litauen sehr stark getroffen hat. Er organisierte eine Woche zuvor einen Fackelmarsch in Vilnius. Weiter führte er 7 Punkte an, die er im Laufe der Zeit lernte (aus Fehlern und Erfolgen) und den Zuhörern auf ihrem Weg mitgeben möchte.

 

Gemma Bernadette

 

 

Schaubild 9: Gemma Bernadette

 

Gemma hielt einen eher völkischen Vortrag, wie sie die Bäume und alten Instrumente entdeckte und der Geist sich um diese formte. Dabei stellte sie einige Instrumente vor und wählte kraftvolle sowie wohlgeformte Worte, die der Thematik entsprachen.

 

Laszlo Toroczkai

Der letzte Vortag der Veranstaltung wurde vom Ungarn Laszlo Toroczkai gehalten. Er ist wahrscheinlich der pragmatischste aller Redner und beschreibt keine Metaebene, sondern tatsächliches Geschehen auf der Straße und seine Handlungen. Er ist Bürgermeister der Grenzstadt Ásotthalom, welche an der Grenze Serbiens liegt.

 

 

Schaubild 10: Laszlo Toroczkai

 

Internationale Berühmtheit erzielte Laszlo während der sogenannten Flüchtlingskrise, als seine Stadt direkt auf der Route lag. Dabei beschrieb er, wie er von Budapest Hilfe anforderte, aber keine erhielt. Von Brüssel logischerweise auch nicht. Anschließend nutzte er das ungarische Recht als Bürgermeister, eine bewaffnete Bürgerwehr zu gründen, die die Grenze sicherte. Er begann mit 8 Leuten und seinem Hund. Er ließ nachfolgend einen Zaun errichten. Mit seinem auf Youtube verteilten Video sorgte er international für Aufsehen. Dort machte er deutlich, dass die Flüchtlinge nicht durch seine Stadt kommen brauchten und mittels Google Maps zeigte er, dass es über Kroatien nach Deutschland eine kürzere Route gäbe. Daraufhin kamen nach seinen Angaben 7-8 Gesprächsanfragen pro Tag, unter anderem von BBC und Aljazeera. Als Folge meldete sich Budapest und bot Hilfe an und ging dabei auf Laszlos Wünsche ein: Ein zweiter versetzter Zaun, der elektrifiziert ist. Voller Stolz berichtete Laszlo von diesem Zaun und dass seine Stadt Ásotthalom nun die sicherste sei. In einem zweiten Video erneuerte er seine Warnung gegenüber den Einwanderern.

Ferner erklärte er den Unterschied zwischen den aus Jugoslawien Fliehenden und den 2015 Angekommenen. Er gab einen Rückblick über die Gesellschaft in Ungarn, die nach seinen Angaben in den 90ern schlimm kommunistisch war und wie der Wandel kam. Unter anderem besetzte er dabei in Budapest einen Fernsehturm, um die Berichterstattung zu korrigieren, allerdings wussten er und seine Mitstreiter nicht, wie die Technik dort funktionierte, sodass nur die Besetzung erfolgreich war und nicht die Ausstrahlung anderer Meldungen. Es folgten weitere Beispiele, die zeigten, dass es aktive Handlungen braucht, um eine Gesellschaft zu verändern.

 

Fortsetzung folgt…

 

Zum Nachlesen: Teil 1





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