
Politische Botschaft? Energie Cottbus hoch in Ehren
An einer Mauer am Cottbuser Stadtrand, an einem Acker in Richtung Kolkwitz prangte Anfang März ein imposantes Graffito. Die Aufschrift: Energie Cottbus hoch in Ehren. In der Mitte war ein vermummter Fan, mit rot-weißem Schlauchtuch zu sehen. So weit, so normal. Aktive Fußballfans pflegen ein Werteverständnis, das sich von den Werten der genormten Wohlstandsgesellschaft stark abhebt. Insbesondere der Begriff Ehre hat einen hohen Stellenwert, der für Außenstehende oftmals nicht nachzuvollziehen ist. Die eigene Gruppenfahne und andere Materialien wie Schals haben einen hohen Stellenwert. Es gilt als ehrenhaft die eigenen Materialien im aufrechten Kampf gegen Fangruppen anderer Vereine zu verteidigen und als schwerer Gesichtsverlust, eine Fahne zu verlieren. Dieses Verständnis zieht sich durch alle Fangruppen hindurch, egal ob diese nun einen politischen Hintergrund haben. Die stark antideutsch-durchsetzte Fanszene der ehemaligen BSG Chemie Leipzig hat beispielsweise eine große Zaunfahne mit der Aufschrift „Haltet die BSG in Ehren, dass sie niemals untergeht“.
Doch die Fanszene von Energie Cottbus ist nicht wie andere Fanszenen. Cottbus ist eine Stadt, in der Heimatliebe verbreitet ist und der Widerstand gegen die herrschenden Zustände in vielfältiger Hinsicht lebt. Das spiegelt sich auch im Stadion wieder. Wenn Vereine mit linksextremer Fanszene anrücken, ist die Stadt elektrisiert. Und wenn Energie Cottbus in Babelsberg oder in Leipzig spielt, ist Ausnahmezustand. Antifa-Journalisten zücken die Kameras, Antifas aus der ganzen Republik rücken an und die Polizei ist mit Großaufgeboten wie bei Demonstrationen zum ersten Mai präsent.
Durch politisch-kritische Botschaften ist die Fanszene schon oft in den Fokus der Medien gerückt. So solidarisierten sich Cottbuser Fans mit den Kumpels aus dem Lausitzer Tagebau, als bundesweit mobilisierte Linksextremisten kamen, um – notfalls mit Gewalt- den Tagebau zu schließen. Auch der bei der antideutschen Amadeu-Antonio-Stiftung tätige „Fanforscher“ Robert Claus bekam bereits sein Fett weg.
In regionalen linksextremen Gruppen ist der Frust groß, weil es nicht gelingt, die Fanszene zu unterwandern. Auch mediale Hetzkampagnen, große Banner gegen Rassismus und eine Beauftragte für Vielfalt und Toleranz haben in Cottbus keine veränderten Verhältnisse geschaffen. Deswegen ist die Fanszene Cottbus offenbar aufgrund ihrer „Unbelehrbarkeit“ endgültig in Ungnade gefallen in gewissen Kreisen. Deswegen versucht man nun, mit aller Macht gegen die handelnden Akteure vorzugehen. Obwohl bei objektiver Betrachtung aus dem Spruch „Energie Cottbus hoch in Ehren“ nicht mehr als Verehrung des eigenen Vereines spricht (und selbst bei einer Anspielung an das patriotische Lied nichts zu bemängeln wäre), schreitet die Zensur ein. So hat sich das Ordnungsamt Cottbus überzeugen lassen, das hinter dem Lied offenbar untragbares „braunes Gedankengut“ steckt. Trotz Corona-Ausgangssperre mussten die Fußballfanatiker das Graffito wieder übermalen.
Man hat offenbar lange in alten Liederbüchern geschmökert, um einen Anklagepunkt gegen die Cottbuser Künstler zu finden. Das Lied „O Deutschland hoch in Ehren“ ist ein Soldatenlied aus dem 19. Jahrhundert, das heute selbst in nationalistischen Kreisen kaum noch geläufig ist. Da sich die nationalrevolutionäre Bewegung den kulturellen Kampf auf die Fahnen geschrieben hat, möchten wir den Anlass nutzen, um euch das Lied vorzustellen. Der Komponist Henry Huge Pierson war aus England nach Deutschland ausgewandert. Er hatte 1858 eine Melodie für das britische Soldatenlied „Ye Mariners of England“ geschrieben. Zu dieser Zeit wurde Deutschland wiederholt von Frankreich bedroht. Die Franzosen wollten ihre Außengrenzen aus einer nationalchauvinistischen Stimmung heraus gen Osten ausdehnen. Bis an den Rhein sollte Frankreich reichen. Das durch Kleinstaaterei gespaltene Deutschland stellte ein vermeintlich leichtes Opfer dar. In dieser Zeit nationaler Not erhob sich jedoch eine starke, nationale Freiheitsbewegung in Deutschland. In dieser Hochstimmung, des „Furor Teutonicus“, entstand auch „O Deutschland hoch in Ehren“.
„Haltet aus im Sturmgebraus“, so dichtete 1859 Ludwig Bauer. Schnell wurde die pathetische Hymne im ganzen Land populär. Im Ersten Weltkrieg erschallte es an allen Fronten, in Rumänien, an den Masurenseen, vor allem aber in den Schützengräben am Fort Douaumont und in den Ardennen, „Gedenket eurer Väter, gedenkt der großen Zeit, als Deutschlands gutes Ritterschwert gesiegt in jedem Streit“. Auch nach dem großen Weltenringen wurde das Lied noch in deutschen Schulen gelehrt. Beim Marsch auf die Feldherrenhalle 1923 sangen es die Männer auf ihrem Weg durch München, an den alten Geist anknüpfend. Im Dritten Reich verlor das Lied allmählich an Bedeutung, da es mit seinem konservativen Hintergrund weniger zum nationalsozialistischen Aufbruch passte. Das Lied war kein alltägliches Marschlied, sondern eher eine Hymne für besondere Anlässe. Nach der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg war die Zeit des Liedes endgültig vorbei und nur wenige, historisch interessierte Menschen waren mit dem Lied noch vertraut.














So viel erneute wird sinnfrei(!) verbrannt im angesteckten Spielfeld „Fußball“. Hier überhaupt etwas wie Deutschtum auszumachen oder dort hinein zu projizieren ist erbärmlich.
Die Ehrlosen müssen sich die auf ihre Fahnen geschrieben „Ehre“ erst einmal erringen. Wenn diese den Schauplatz „Fußball“ schon bleiben müssen, so werden diese nicht umhin kommen, die als Ausrede vorgeschobene „politische Neutralität“ das sein lassen was sie ist – Trugwerk – und den politischen Kampf ins Stadion tragen.
Und zwar nicht mit Affengeblöke und erbärmlichster NS-Karikatur.