Gemeinschaftsausflug: München/Oberbayern besuchte Brandenburg

Aktivisten vom Stützpunkt München / Oberbayern haben im Juni 2020 einen Gemeinschaftsausflug nach Brandenburg durchgeführt. Mit straffem Programm wurden viele Sehenswürdigkeiten in der Stadt Potsdam und ihrer Umgebung besichtigt, dennoch kam auch die gelebte Gemeinschaft nicht zu kurz. Unter anderem wurden die Parkanlagen von Schloss Sanssouci, der Soldatenfriedhof von Halbe, der Spreewald sowie die Bunkeranlagen von Zossen besichtigt.

Schloss Sanssouci – Preußens Glanz und Gloria in der Residenz Friedrich des Großen

Der katholische Feiertag Fronleichnam ermöglicht mit wenig Urlaub einen längeren Ausflug. Diese Gelegenheit ließen sich oberbayerische Aktivisten nicht entgehen, um das deutsche Heimatland besser kennenzulernen. So wurde ein Ausflug „zu den Preußen“ nach Brandenburg verwirklicht. Auch wenn die Corona-Schutzmaßnahmen noch einige Einschränkungen mit sich bringen, kann man bereits wieder interessante Ausfahrten unternehmen.

Ein erster Ausflug führte die Aktivisten in die Parkanlagen von Schloss Sanssouci in Potsdam. Leider war eine Besichtigung des Schlosses selbst noch nicht möglich, da die Residenz von Friedrich dem Großen noch „coronabedingt“ geschlossen ist. Dennoch zeugen allein die beeindruckenden Parkanlagen vom Weltruhm des preußischen Reiches und deutscher Akkuratesse. Der Name Sanssouci müsste korrekterweise „Sans Souci“ geschrieben werden. Zu deutsch bedeutet der Name des Hohenzollernschlosses „Ohne Sorge“. Hier konnte sich der „Alte Fritz“ von seinem harten Leben als Führer des preußischen Staates ausruhen. In seinen Gartenanlagen spiegeln sich die vielfältigen Interessen des großen „ersten Diener seines Staates“ wider. In ihrer Eleganz stehen die Anwesen ihren englischen und französischen Pendants in nichts nach. Viele Büsten zeugen vom großen kulturellen Interesse von Friedrich dem Großen. Anlagen wie die nordischen und sizilianischen Gärten, aber auch das chinesische Haus und die römischen Bäder zeigen, dass sich Friedrich der Große neben der eigenen Kultur auch für fremde Kulturen interessiert hat. Er bewies nicht nur mit der Einführung der Kartoffel in Preußen, dass er in landwirtschaftlichen Fragen bewandert war; in seinem eigenen Schloss legte er einen Weinberg an und schuf Pflanzungen für eine hauseigene Versorgung mit frischem Obst.

Soldatenfriedhof Halbe und „Dunkler Weg“ in Märkisch Buchholz

Anfang April 1945 gelang der Roten Armee auf breiter Front der Durchbruch an der Oder. In heillosem Chaos befanden sich Zivilisten, versprengte Einheiten der Wehrmacht und der Waffen-SS, Flüchtlinge aus dem deutschen Osten und Männer des Volkssturms auf dem Rückzug. In den brandenburgischen Wäldern um die Kleinstadt Halbe kesselte eine gewaltige Übermacht der roten Armee mehr als hunderttausend Deutsche ein. Während die Rote Armee unter General Konew auf 280 000 Soldaten in 45 Schützendivisionen, 13 Panzer Brigaden mit etwa 700 Panzern und eine Artilleriedivision mit 300 Geschützen zurückgreifen konnte, verfügte der deutsche General Theodor Busse nur über etwa 50 000 kampffähige Soldaten in 11 Infanteriedivisionen, zwei motorisierten Divisionen und einer Panzerdivision. Durch den großen Tross an begleitenden Zivilisten, die zum Teil Viehherden und Wagen mit persönlicher Habe mitführten sowie dem rückwärtigen Dienst, ballte sich eine große Menschenmasse in dem zunächst 1200 Km² großen Kessel.

Unbarmherzig feuerte die Artillerie der Roten Armee in den Kessel und verursachte ein wahres Inferno. Die einst so idyllischen Brandenburger Wälder müssen einem Vorhof zur Hölle geglichen haben. Tiefflieger schossen auf alles, was sich bewegte. Der Tod war allgegenwärtig. Trotz ihrer massiven Unterzahl verteidigten die deutschen Soldaten tapfer jeden Zentimeter märkischer Heide, jedes Häuflein märkischen Sandes verbissen. Kapitulationsaufforderungen wurden abgeschlagen. Die Rote Armee musste für ihren Vormarsch einen hohen Blutzoll von 20 000 gefallenen Soldaten zahlen. Dennoch waren die Verluste auf deutscher Seite freilich ungleich höher: Mindestens 30 000 Soldaten und 10 000 Zivilisten starben. Nur etwa 35 000 bis 45 000 Mann, darunter viele Frauen und Kinder, gelang ein Ausbruch aus dem Kessel zur 12. Armee unter General der Panzertruppe Walther Wenck. Über 120 000 deutsche Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft.

Heute ist vom einstigen Geschehen nicht mehr viel zu sehen, auch wenn nach Jahrzehnten noch Munition und Gebeine in den Wäldern zu finden sind. Einen Eindruck von dem dramatischen Geschehen im April 1945 kann man jedoch auf den Soldatenfriedhöfen in der Region gewinnen. Die Aktivisten vom Stützpunkt München / Oberbayern besuchten daher die Soldatenfriedhöfe in Halbe und Beelitz sowie den „Dunklen Weg“ in der kleinsten Stadt Brandenburgs, Märkisch Buchholz. Allein in Halbe ruhen über 20 000 Gefallene, von denen nur etwa 8000 identifiziert werden konnten. Still und ergriffen gedachten die Aktivisten den gefallenen Ahnen. Noch immer hängen in Halbe Vermisstenmeldungen aus, mit welchen die Menschen nach Informationen über den Verbleib ihrer Angehörigen fragen. In Beelitz liegen auffallend viele Frauen und ältere Gefallene begraben, wobei leider keine Informationen vorliegen, welche Umstände dazu beigetragen haben.

Der „dunkle Weg“ erzählt von der Flucht der Zivilbevölkerung von Märkisch Buchholz vor den Kämpfen. Viele Zeitzeugenberichte veranschaulichen das Grauen, dass die Frauen, Greise und Kinder miterleben mussten. So schildert ein damals 5 ½ jähriger Zeitzeuge traumatische Erinnerungen, die ihn sein Leben lang begleiten. So wurde er von seinem Vater auf einer Decke gebettet und schlief ein. Als er erwachte, blickte er in das Gesicht eines toten Soldaten, der neben ihm lag. Märkisch Buchholz wurde von der SS verteidigt. Kapitulation war keine Option und so nahmen sich 11 Offiziere nahe der gesprengten Berliner Brücke das Leben, um der sowjetischen Gefangenschaft zu entgehen. Eine damals 12-jährige Zeugin berichtet von ihrem Weg aus einem Keller in den Wald: „Ich nahm diesen Weg viele Male und jedes Mal waren draußen mehr Kadaver. Vor der Küchentür war der Boden bedeckt mit toten Pferden. Schaum kam aus ihren Nüstern. Sie waren so groß, dass ich kaum über sie drüber springen konnte. Da waren Leichen, soweit ich sehen konnte. Als ich mich durch die Toten zurückkämpfte, sah ich eine ältere Frau weinend auf mich zukommen. Sie suchte nach ihrem Ehemann. Jemand kannte ihn und hatte ihn vor Kurzem noch gesehen. Obwohl sie gewarnt wurde, nicht weiter nach ihm zu suchen, rannte sie verzweifelt weiter. Später fanden wir sie beide tot, nicht weit voneinander entfernt. Als wir sie begruben, fragten wir uns, ob sie nah genug gekommen waren, sich sehen zu können, bevor sie im Kreuzfeuer starben.“

„Verbotene Stadt“: Bunkeranlagen in Zossen / Wünsdorf

Ein weiterer Ausflug führte nach Zossen auf das Gelände der sogenannten „verbotenen Stadt“. Hier befand sich zwischen 1910 und 1994 kontinuierlich ein Militärstützpunkt. Bereits unter Kaiser Wilhelm II. entstand ein Truppenübungsplatz mit Garnison. Im Ersten Weltkrieg wurde hier ein Kriegsgefangenenlager errichtet, in dem vorwiegend Gefangene aus den britischen und französischen Kolonien inhaftiert waren. Zur Zeit der Weimarer Republik wurden hier Manöver mit Panzerattrappen durchgeführt, weil das Versailler Schanddiktat die Nutzung der modernen Panzerwaffe für Deutschland untersagte. Erst im Dritten Reich wurde eine Modernisierung der Armee vorgenommen und 1935 wurde die Kommandozentrale der Deutschen Heeresführung nach Zossen verlegt. Zwischen 1937 und 1939 wurden die Bunker Wünsdorf Zeppelin, Maybach I und Maybach II errichtet. Auch Adolf Hitler besuchte die Anlagen. Heute ist eine Besichtigung der Bunkeranlagen mit einem Gruppenführer möglich. Die Bunker wurden als Tarnbunker errichtet und erweckten aus der Luft den Eindruck eines Bauerndorfes. Sie waren speziell für den Schutz vor Luftangriffen konzipiert.

Während des Zweiten Weltkriegs diente der Bunker Zeppelin als Fernmeldebunker. Hier wurde der Frontfunkverkehr koordiniert. Während des Krieges arbeiteten überwiegend Frauen, sogenannte „Blitzmädels“ und Kriegsversehrte in dem Bunker. Als die Rote Armee auf Berlin vorrückte, geriet die Anlage kampflos in die Hände der Bolschewisten. Im Chaos des allgemeinen Zusammenbruchs der deutschen Reihen war die Nachricht vom Verlust von Zossen nicht bis Berlin vorgedrungen. Deshalb konnten die Kommunisten noch einige Tage lang ungestört die Fernmeldungen, die weiterhin nach Zossen geleitet wurden, abhören. Nach dem Krieg sprengten die Alliierten zunächst die meisten Bunkeranlagen, um eine deutsche Wiederaufrüstung zu verhindern. Mit dem Beginn des Kalten Krieges begann die Rote Armee jedoch mit der eigenen Nutzung der Bunkeranlagen. Wünsdorf entwickelte sich zudem zur größten sowjetischen Garnisonsstadt auf deutschem Boden. Millionen Soldaten wurden hier im Laufe ihrer Dienstzeit stationiert oder von dort auf andere Kasernen in der DDR aufgeteilt. Die Rote Armee koordinierte zusammen mit den Luftstreitkräften der DDR von hier den Luftraum im „russischen Sektor“. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion verließen die letzten sowjetischen Soldaten bis 1994 Zossen.

Weitere Ausflüge führten die Aktivisten vom Stützpunkt München / Oberbayern in den Spreewald, zur ehemaligen SS-Lehrschule auf dem Gebiet der sogenannten Friedensstadt Weißenberg, nach Cottbus und zu den Ruinen der Tuberkulose-Heilstätten in Beelitz. Weiterhin trafen die Aktivisten Kameraden vom Stützpunkt Potsdam / Mittelmark. Mit vielen Erinnerungen und Erfahrungen ging es heimwärts in Richtung Bayern. Trotz des straffen Programms waren sich alle einig, einen tollen Ausflug erlebt zu haben, und so blickt man mit Vorfreude auf kommende Gemeinschaftsausflüge. Neue Mitstreiter, die gerne an Gemeinschaftsausflügen teilnehmen möchten, können über die Internetseite unserer Partei Kontakt aufnehmen.





1 Kommentar

  • Hallo Stützpunkt München,
    Beelitz war eine Lungenheilstätte und im großen Krieg auch ein Lazarett. Habe jetzt nicht Zugriff auf genaue Daten, aber das Lazarett wurde von den Alliierten
    dem Erdboden gleich gemacht, so dass es nach Kriegsende keinen Sinn mehr machte, das Krankenhaus wieder aufzubauen. Und das ist auch ein weiteres Kriegsverbrechen
    von der schlimmsten Art am Deutschen Volk, denn trotz der Kennzeichnung, dass es sich um ein Krankenhaus handelt, die Dächer waren weis gestrichen und mit großen roten Kreuzen versehen, die jeder Pilot klar erkennen konnte. Aber es gab vom Alliierten Oberkommando den Befehl alles platt zu machen. Und in Nürnberg stellt man sich hin und klagt Deutschland für Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. Die überwiegenden Frauen waren nichts anderes als Krankenschwestern, die aufopfernd rund um die Uhr für ihre Kranken da waren und die alten kranken Männer hatten auch keine Waffen unter ihren Matratzen versteckt.
    Solche Dinge werden gerne totgeschwiegen, wo ist das Denkmal für Alliierte Verbrechen?
    Bis Bald Wilhelm

    Wilhelm 28.06.2020
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