Die Weggefährtin 057#: Corona-Quarantäne: Tagebuch einer Mutter

Tag X

 

Am Abend kam der Anruf, ein positiver Fall in der Kinderkrippe. Mein Kind durfte somit als Kontaktperson am nächsten Tag nicht in die Krippe. Doch nicht nur mein Kind betraf es, auch viele weitere Krippenkinder und die Erzieher waren betroffen. Die Krippe teilte mir mit, dass sich das zuständige Amt bei mir melden würde und dass es für alle Kontaktpersonen einen Coronatest geben werde. Nach diesem Telefonat gingen mir trotz allem so einige Fragen und Sorgen durch den Kopf.

Meinen Arbeitgeber benachrichtigte ich sofort. Obwohl allein mein Kind in Quarantäne geschickt wurde und nicht ich selbst, blieb mir nichts anderes übrig, als zu Hause zu bleiben. Da mein Kind noch unter 12 Jahre alt ist, muss stets ein Erziehungsberechtigter aufpassen. Natürlich macht man sich auch Gedanken, was wäre, wenn solche Situationen in nächster Zeit noch öfter auftreten würden? Wie lang würde mein Arbeitgeber dieses mitmachen?

Nach meiner Recherche im Internet entdeckte ich, dass ich so eine Art “Lohnausfall” bekommen müsste. Die Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit sagt dazu: “§ 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz gewährt einer erwerbstätigen Person, die ihr Kind infolge der behördlichen Schließung oder eines Betretungsverbots von Betreuungseinrichtungen, wie Kita und Schule sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, selbst beaufsichtigen, betreuen oder pflegen muss und deshalb einen Verdienstausfall erleidet, einen Entschädigungsanspruch. Die Auszahlung der Entschädigung übernimmt bei Arbeitnehmern für längstens sechs Wochen der Arbeitgeber.”

 

Tag 1

Nun sind wir erstmal zu Hause, was uns zum Glück nicht so sehr ärgert, da schlechtes Wetter ist. Gespannt wird der angekündigte Anruf erwartet und was einem dort so gesagt werden wird. Im Laufe des Tages wurde das Übliche angestellt: erst wurde gefrühstückt und danach ausgiebig gespielt. Dann gab es auch schon Mittagessen und im Anschluss folgte der Mittagsschlaf. Darauf wurde wieder gemeinsam gespielt. Erst am Abend kam der Anruf und eine kurze Mitteilung, wann der Test stattfinden solle und dass mein Kind soziale Kontakte in den nächsten Tagen vermeiden solle. Zudem bat ich um ein Schreiben für meinen Arbeitgeber. Die Frage, wie das mit der Bezahlung für die Ausfallzeit auf Arbeit sein werde, konnte mir selbst die Dame vom Amt nicht beantworten.

 

Tag 2

Heute war es soweit; mein Kind musste zum Test, wie die anderen Kinder aus der Einrichtung auch. Am Testort bemerkte man unterschwellig die Gereiztheit und Sorge der anderen Eltern. Unsicherheit und wie es im Allgemeinen nun weitergehen würde, machten sich als große Fragezeichen bemerkbar. Das Ergebnis komme erst in einigen Tagen und dann werde man genau wissen, ob sich weitere Personen angesteckt haben. Obwohl heute erst der zweite Tag ist, macht es sich bemerkbar, dass die Bewegung an der frischen Luft fehlt. Drinnen zu spielen und mit dem Kind Sprechen zu üben ersetzt auf Dauer nicht die sozialen Kontakte. Die anderen Kinder, mit welchen mein Kind sonst tagsüber spielt, fehlen einfach.

 

Tag 3

Mittlerweile verwandelt sich das Wohnzimmer in einen Spielplatz. Tagsüber muss ich aufpassen, nicht auf irgendwelches Spielzeug zu treten. Die Schienen der Holzeisenbahn schlängeln sich über den Fußboden und doch fallen mir die Blicke meines Kindes zum Fenster auf. Ab und an scheint die Sonne und wie gern wäre man jetzt draußen. Einen kurzen Ausflug machen wir trotzdem, da ich selbst einen freiwilligen Test machen will. Aber nicht aus Angst vor dem Virus, sondern eher aus Gründen der Vorsorge im Hinblick auf meine Arbeit. In den Nachrichten wurde am heutigen Tage der sogenannte zweite Lockdown bekannt gegeben und ich habe dafür kein Verständnis. Durch den erneuten Lockdown werden noch mehr Existenzen zerstört und Menschen werden dann vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Im Laufe des Tages kam eine interessante Pressekonferenz der “Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)”, welche die aktuellen Maßnahmen auch stark kritisiert.

 

Tag 4

Heute begann der Tag früh, denn vor um 5 Uhr war mein Kind schon hellwach und erzählte mir in seiner kindlichen Sprache alles Mögliche. So einiges versteht man, aber so manches auch nicht. Es ist schön, seinem Kind am frühen Morgen zuzuhören, auch wenn man noch total müde ist. Zudem kam bei mir über Nacht noch der Schnupfen, welcher zu dieser Jahreszeit ja Normalität ist. Nur was ist heute schon normal? Ist es normal, dass ich mein Kind wegen der zur Zeit herrschenden Vorgaben einsperren und sozial isolieren muss? Dies darf zu keinem Normalzustand werden! Mal so gesagt… das Virus verschwindet nicht von heute auf morgen und es wird auch in den nächsten Jahren nicht verschwinden. Mir tut es schon an Tag 4 der Quarantäne im Herzen weh, mit meinem Kind nicht mal spazieren gehen zu dürfen. Am Abend kam der Anruf vom Amt, dass mein Kind negativ getestet wurde, aber die Quarantäne trotzdem bestehen bleiben solle. Auf meine Frage, ob ich mit meinem Kind nun wenigstens spazieren gehen oder in den eigenen Garten gehen könnte, kam nur die lapidare Aussage, dass die betreffende Person von offizieller Seite das Haus bzw. die Wohnung nicht verlassen dürfe.

 

 

 

Tag 5

Halbzeit – und mein Wohnzimmer ist voll mit Spielzeug, gemalten Bilder und Stofftieren. Mein Kind und ich versuchen die Zeit tapfer rumzubekommen. Am Vormittag habe ich erfahren, dass auch mein Test negativ ist. Die schriftliche Bestätigung folge noch. Das Schreiben vom Amt für meinen Arbeitgeber kam bis heute immer noch nicht und erreichen kann ich dort auch niemanden. Überforderung der Ämter hin oder her, die Eltern, welche ihre Kinder in der Quarantäne betreuen, benötigen dieses Schreiben, damit sie nicht auf ihren Lohn verzichten müssen. Hauptsache, unsere Politiker sitzen auf ihren viel zu hohen Diäten und wollen einem erzählen, wie super doch die finanziellen Unterstützungen klappen und von wie wenig Geld man doch leben könnte.

Tag 6

Mein Kind äußert oft, dass es raus möchte und dann versuche ich ihm zu erklären, dass es offiziell nicht geht. Das Mutterherz blutet bei solchen Aussagen. Einen kleinen Lichtblick gab es am heutigen Tage: es wurde uns etwas Schokolade für mein Kind vor die Tür gestellt, da es ja nicht raus darf. Eine Postkarte mit einem selbstgemalten Bild darauf erreichte uns von seinem Vetter, sowie ein Spielzeug in einem Päckchen. Solch kleine Gesten lassen den Tag ein wenig schöner wirken.

 

Tag 7

Heute sind wir alle beide für unser Kind da, mein Partner muss heute nicht arbeiten. Es ist schön, dass wir diesen Tag gemeinsam verbringen und somit wieder ein Tag der Quarantäne rum ist.

 

Tag 8

Heute rief ich erneut beim Amt an und fragte, wo mein Schreiben für den Arbeitgeber bleibe. Die Dame am anderen Ende meinte nur, dass es unterwegs sei. Zudem gab sie mir dann noch den Tipp, wo man nachfragen könne zwecks der Lohnersatzleistung. Dafür sei nämlich wieder eine andere Stelle zuständig. Die Fragen, die ich wegen der Lohnersatzleistung habe, sind halt grundlegend, eben wie die Bestimmungen bei Arbeitnehmern und Selbstständigen seien. Es gebe im übrigen Anträge für Lohnersatzleistung auf der zuständigen Internetseite des jeweiligen Bundeslandes, so führte die Dame vom Amt weiter aus.

 

 

 

Tag 9

So langsam ist zwar ein Ende in Sicht, aber die Stimmung ist an einem Punkt, den man nur als genervt beschreiben kann. Tagelang nur die eigenen vier Wände, keine Freunde, keine Familie und ein Kind, welches eigentlich nur noch raus möchte. Wir bekommen die letzten zwei Tage aber auch noch rum, motivieren wir uns selbst.

 

Tag 10

Heute, am letzten Tag der Quarantäne, kam die Quarantäneanordnung. Was soll man davon halten, wenn solche Schreiben, mit angeblich so wichtigen Informationen, am letzten Tag kommen? In meinen Augen sind die Sachen, welche da noch so aufgelistet werden, hinfällig. Nur ein Schreiben kam nicht, und zwar das für meinen Arbeitgeber. In der Anordnung stand zudem drin, dass ich am Quarantäneende eine E-Mail an das Gesundheitsamt schreiben müsse. In dieser solle das Ende der Quarantäne angegeben werden und dass keine Coronasymptome sichtbar seien. Des Weiteren schrieb ich dort noch mit rein, dass ich dringend das bereits zweimalig angeforderte Schreiben für meinen Arbeitgeber brauche.
Morgen kann mein Kind wieder in die Krippe und er ist schon ganz aufgeregt vor Freude. Mein Fazit des tagelangen Eingesperrtseins ist: nichts funktioniert wirklich. Schreiben, die verspätet kommen. Informationen sind nicht wirklich vollständig und auf so manche Fragen wissen nicht mal die Mitarbeiter der Ämter eine Antwort.

Sollte dieser Fall noch einmal eintreten und mein Kind ein negatives Testergebnis haben, werde ich mit ihm trotz allem in der Natur spazieren gehen. Die ganzen Spezialisten und Politiker, welche sich diese ach so tollen Corona-Maßnahmen haben einfallen lassen, wissen nicht, was sie Kindern damit antun. Auf der einen Seite predigen sie, wie wichtig Lüften sei und auf der anderen Seite soll man draußen an der frischen Luft in einigen Gegenden Maske tragen. Kinder werden eingesperrt und sollen möglichst noch in der Familie sozial isoliert werden, insbesondere, wenn es in der Schule oder Kita einen positiven Coronafall gibt.

Die Folgen dieser ganzen Maßnahmen, die in den nächsten Jahren bestimmt sichtbar werden, sind ganz sicher unter anderem Depressionen, zerstörte Existenzen, Lungen- und Hautkrankheiten, immungeschwächte Kinder, Übergewicht und vieles mehr. Ich bestreite nicht, dass es diesen Virus gibt, aber ich halte nicht besonders viel von diesen ganzen willkürlichen Maßnahmen.

 

 

 

Wacht auf und erkennt: Das System ist gefährlicher als Corona!





1 Kommentar

  • Das Kind wird also in Quarantäne gesteckt, weil es vielleicht eine ansteckende Krankheit bekommen könnte (diese Aussage muß man sich mal separat zu Gemüte führen — «weil es vielleicht bekommen könnte» ist eine Bedingung, die immer gegeben ist). Das geschieht deswegen, weil man annimmt, es könne bereits andere anstecken, bevor es Symptome entwickelt und ggf auch, wenn es das nie tut. In diesem Fall würde es also die zwei Personen anstecken, mit denen es täglich lange nahen Kontakt hat. Und die würden die Infektion dann fröhlich außerhalb weiterverbreiten, weil sie ja selber nicht in Quarantäne müssen.

    Soll man wirklich jemand den Gefallen tun, das für eine medzinisch notwendige, sinnvolle Maßnahme zu halten?

    RW 17.11.2020

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