Verdoppelung der Schulabbrecher durch Corona-Maßnahmen erwartet

Deutsche Jugendämter rechnen mit einer Verdoppelung der Schulabbrecher. Mit weiteren Langzeitfolgen ist zu rechnen. Besonders hart trifft es Kinder, deren Eltern kein hohes Einkommen haben.

Die Jugendämter warnen in Folge der Corona-Maßnahmen vor einem rasanten Anstieg der Schulabbrüche und in diesem Zusammenhang mit einer deutlichen Verschlimmerung der Situation in den betroffenen Familien. Lorenz Bahr (Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter) sagte erst vor kurzem: “Die Corona-Pandemie wirft die Kinder- und Jugendarbeit um mindestens fünf Jahre zurück. […] Mit Blick auf die beiden Abschlussjahrgänge droht sich die Zahl der Schulabbrecher zu verdoppeln.”. In Zahlen werden anstelle von 104.000 Schulabgängern ohne Abschluss pro Jahr nun mindestens 210.000 Schulabbrecher erwartet.

Aber auch weitere negative Entwicklungen berichten die Jugendämter. So haben sie oft den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen verloren. Diese Erkenntnis geht aus einer Befragung der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter zusammen mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ISM) hervor. In der Studie wurde belegt, dass 84% der befragten Jugendamtsmitarbeiter negative Auswirkungen der Corona-Krise auf die Kinder und Jugendlichen feststellten. Besonders hart trifft es armutsgefährdete Familien, weil diese nicht so einfach einen neuen Laptop kaufen können und dadurch digital nur schwer erreichbar sind.

Laut Heinz Müller, dem Leiter des ISM, werden von diesen schwerwiegende Folgen “rund vier Millionen Kinder und Jugendliche” betroffen sein und dies dazu führen, dass “80 Prozent der Kinder und Jugendlichen aus armutsgefährdeten Haushalten drohen, den Anschluss zu verlieren – schulisch, aber auch im Umgang mit sozialen Kontakten oder ehrenamtlichem Engagement in Vereinen.”.





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