Griechenland: “Chrysi Avgi”-Vize Christos Pappas verhaftet

Christos Pappas, der zweite Mann bei der Chrysi Avgi, wurde nach monatelanger Flucht in einer Athener Wohnung verhaftet.

Kurz nach der Urteilsverkündung 2020 im Schau-Prozess gegen die nationalistische Chrysi-Avgi (Goldene Morgenröte) entzog sich Pappas seiner 13-jährigen anstehenden Haftstrafe. Sein Anwalt teilte damals mit, dass Christos Pappas nicht die Absicht habe, bis zur Berufungsverhandlung in Haft zu sein. Die griechischen Behörden hatten Pappas über Interpol zur Fahndung ausgeschrieben. Er wurde mal in der autonomen Mönchsrepublik Athos im Norden Griechenlands, mal in Serbien, aber auch in der bosnischen Republika Srpska vermutet. Nun erfolgte am Donnerstagabend der Zugriff durch Spezialkräfte in Athen. Laut der Nachrichtenagentur AFP wurde auch eine 52-jährige Frau festgenommen, die Pappas Unterschlupf gewährt haben soll.

Justizterror gegen Goldene Morgenröte

Am Ende eines 5-jährigen Schauprozesses (466 Verhandlungstage) wurde die Führung der griechischen Partei „Chrysi Avgi“ (Goldene Morgenröte) schuldig gesprochen. Fast alle Angeklagten erhielten von den Athener Richtern die von der Staatsanwaltschaft beantragte Höchststrafe. Das dreisitzige Berufungsgericht unter dem Vorsitz von Maria Lepenioti mit den beisitzenden Richtern Gesthimani Tsoulfoglou und Andreas Dokos folgte dabei nicht dem Antrag der Staatsanwältin Adamantia Oikonomou, die den Strafantritt der Verurteilten bis zu den Berufungsverfahren aufheben wollte. Sie ließen neben den skandalösen Urteilen noch mehr Justizterror walten. Insgesamt wurden 39 der über 50 Angeklagten teils zu extrem hohen Haftstrafen verurteilt. Der langjährige Vorsitzende Nikos Michaloliakos beispielsweise wurde wegen der Führung einer „kriminellen Organisation“ zu 13 Jahren Gefängnis verknackt.

Die nächste Instanz für ein Berufungsverfahren ist ein fünfsitziges Berufungsgericht und danach folgt als höchste Instanz der Areopag. Das Berufungsverfahren dürfte ca. 10 Jahre dauern. Die Kosten der Verfahren und seiner anwaltlichen Vertretung trägt in Griechenland zunächst der jeweilige Angeklagte selbst. Im Falle eines Freispruchs müssen die Prozesskosten hinterher eingeklagt werden. Dies bedeutet neben den hohen Freiheitsstrafen auch den finanziellen Ruin der meisten Angeklagten.





  • Kommt hier auch noch.

    Luise 03.07.2021
  • Unfassbar.

    Max 03.07.2021
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