Für eine nationalrevolutionäre Streitkultur

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Wer regelmäßig nationale Medien konsumiert, stellt bei ehrlicher Betrachtung zwei Dinge fest. Zum einen wird oftmals alter Wein in neuen Schläuchen ausgeschenkt, zum anderen gibt es viel zu wenig ernsthafte Theoriearbeit. Viele Nationalisten sind im Laufe langer Kampfjahre geistig erstarrt und dies hat zu starren Dogmen geführt, die nicht hinterfragt werden dürfen. Dabei braucht es grade jetzt offene Diskussionen, um tatsächlich einen revolutionären Wandel vollziehen zu können. Auch kontroverse Positionen müssen vertreten werden können! Daher: Für eine nationalrevolutionäre Streitkultur!

Lasst uns diskutieren!

Das herrschende System hat sich in den vergangenen Jahren vielen Deutschen offenbart. Anspruch und Wirklichkeit gehen beim Thema Meinungsfreiheit auseinander. Zwar darf man auf dem Papier alles sagen, doch wer sich in der Praxis darauf berufen möchte, frei von der Leber weg spricht, der stößt schnell an Grenzen. Die Klassiker Geschichtsrevisionismus, Rasse, Gender-Ideologie und Klimawandel sind nun durch das Thema Corona-Politik drastisch erweitert worden. Ein prägnantes Beispiel ist ein aktueller Tweet der sächsischen Polizei vom 22. Januar: „In der Wilsdruffer Vorstadt haben unsere Einsatzkräfte ein Auto samt Anhänger mit einer kritischen Äußerung zu den Corona-Maßnahmen festgestellt und kontrolliert. Wir haben eine Gefährderansprache sowie einen Platzverweis ausgesprochen.“ Es handelte sich um ein Fahrzeug mit einem Plakat der AfD mit der Aufschrift „Wir halten unser Versprechen, Nein zur Impfpflicht!“

Kein Wunder, dass bereits 44 Prozent der Deutschen der Ansicht sind, ihre Meinung nicht mehr frei äußern zu können. Ein Ergebnis, dass eine Allensbach-Studie im vergangenen Jahr zutage gefördert hatte. (Siehe „Immer mehr Deutsche sehen ihre Meinungsfreiheit bedroht„) Immer lauter ertönt daher der Schrei nach echter Meinungsfreiheit. Doch auch innerhalb der Rechten ist es mit der freien Rede oftmals so eine Sache. Innerhalb der AfD grassiert nach wie vor die „Distanzeritis“ und ein falscher Musikgeschmack, eine „politisch unkorrekte“ Bekanntschaft, der Kontakt zu einer Organisation auf der berüchtigten Unvereinbarkeitsliste kann eine Mitgliedschaft in der Partei beenden. Nicht ohne Grund lehnen daher viele Nationalisten die „Scheinalternative“ ab. Aber selbst im nationalen Lager finden Diskussionen oftmals nicht statt und das ist der Punkt, den wir ändern können und müssen.

Wir leben in einem System, das innerlich zerfressen ist. Ein System, das ökologisch wie ökonomisch außer Kontrolle geraten ist. Über kurz oder lang wird dieses System daher zugrunde gehen, doch die Frage bleibt, was darauf folgt. Es muss unser Anspruch sein, das Morgen zu gestalten und dafür müssen wir uns bereits jetzt Gedanken machen. Diese theoretische Arbeit findet jedoch in der Praxis kaum statt. Oftmals ruhen sich Nationalisten auf Strategien und Ansätzen aus dem vergangenen Jahrhundert aus. Diese Ansätze können den heutigen Herausforderungen jedoch nicht gerecht werden, da sich viele Dinge geändert haben, die damals schlicht unvorstellbar waren. Die Problemstellungen der damaligen Zeit sind andere als die heutigen. Doch starre Dogmen verhindern eine ehrliche Analyse des gegenwärtigen Systems und den Aufbau folgerichtiger Lösungsansätze.

Wo keine Diskussionen möglich sind, wird Leistungseifer unterdrückt und geistige Stagnation hält Einzug. Was ist gemeint? Wir machen diese rückschrittliche Entwicklung beispielsweise an der Reaktion auf Gastkommentare fest. Unsere Partei veröffentlicht gelegentlich Diskussionsbeiträge. Es liegt in der Natur der Sache, dass solche Beiträge Meinungen einer Einzelperson und keine politische Forderung oder Haltung der Partei „Der III. Weg“ darstellen. Trotz entsprechender Kennzeichnung folgen in einschlägigen Foren Diskussionen, in denen dennoch unsere Partei in Acht und Bann gesteckt wird. Eine „erwachsene“ Reaktion wäre es, auf umstrittene Beiträge mit eigenen Überlegungen zu antworten. Lösungen können nur gefunden werden, wenn über die Probleme geredet und gerade auch gestritten werden darf. Man könnte sich sogar zu dem Vergleich hinreißen lassen, dass eine durchaus kontroverse Diskussion die Weiterentwicklung einer Theorie beflügeln kann, wie ein Krieg die technologische Entwicklung im militärischen Bereich zwangsläufig fördert. Doch solche Debatten bleiben aus. Dies betrifft Diskussionen über Werte und Normen. Es betrifft aber auch Fragen der politischen Positionierung.

Stichwort: Russland-Ukraine-Konflikt. In „rechten“ Kreisen wird hier gerne ein einfaches Narrativ verbreitet: Hier das freie Russland, dort die NATO. Wer sich nicht als „Putin-Versteher“ zu erkennen gibt, wird gemeinhin als NATO-Freund abgestempelt. Dass es hier noch eine dritte Position gibt, wird von gewissen Kreisen kategorisch ausgeschlossen. Der III. Weg steht als einzige Kraft auf der Seite der nationalrevolutionären Bewegung der Ukraine. Wir wissen, dass sich die Dinge eben nicht in ein schlichtes Schwarz-Weiß-Schema pressen lassen, sondern komplizierter liegen. Die ukrainische Bewegung zählt heute zu den einflussreichsten nationalistischen Kräften in der ganzen weißen Welt. Es zeugt von politischer Dummheit, grade diese aufrechten Nationalrevolutionäre schlicht als Marionetten abzustempeln. In der Ukraine verfolgt man eine eigene Vision eines freien Staatenblocks, unabhängig von NATO und Russland. Wer im Krieg steht, fragt nicht, wo die Waffe hergestellt wurde, die man auf den Feind richtet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man dem Waffenhersteller zu Loyalität verpflichtet ist.

Viele deutsche Nationalisten, die mit der Bewegung in der Ukraine sympathisierten, wurde in der eigenen Organisation bereits über den Mund gefahren. Das genannte Beispiel zeigt, wie selbst beim Thema Geopolitik, das eigentlich ein Steckenpferd vieler Nationalisten ist, kaum Raum für Diskussionen offen ist. Umso schwerer dürfte es werden, über Themen wie Sozialismus oder nachhaltige Volkswirtschaft zu diskutieren. Aus diesem Grund unsere Forderung:

Keine „Cancel-Culture“ in unseren Reihen! Für eine nationalrevolutionäre Streitkultur! Lasst uns diskutieren!

  • Guter und wichtiger Artikel.
    Wenn er mehr als das Papier und die Tinte wert sein sollte, dann lasst uns in Bälde zu Theorie als auch Praxis schreiten!

    L E 14.02.2022
  • Die Rechte insgesamt wird weiterhin solange erfolglos bleiben, solange sie sich nicht intensiv mit Fragen/Strategien des Erkämpfung politischer Macht beschäftigt. Alles andere ist derzeit nebensächlich. Die Erlangung pol. und gesellschaftlicher Macht ist die einzige (!) wichtige Frage des rechten Lagers. Dazu ist jedoch die radikale und zeitintensive Theorie-Arbeit notwendig, die seit Jahrzehnten völlig fehlt. Wir verlieren DESWEGEN auf allen Ebenen, bis nix mehr da ist.

    Konrad 12.02.2022
  • Die AfD ist insofern eine Alternative, als das sie uns tendenziell lieber an die Russen als an die Amis verkaufen möchte, so nach dem Motto «Zu mehr als fremder Herren Knecht/ Taugt der Deutsche nicht so recht.» Zur Erinnerung: Die Russen die dejenigen, die weiland des 2. Weltkrieges ca 50% ihres Kriegsmaterials aus den USA bekamen und im Zuge ihres Vorrückens weite Teile Ostmitteleuropas buchstäblich entvölkerten.

    RW 11.02.2022
    • Teil 1
      Kommentar zum Thema Streitkultur aktuell politischer Fragen. Ja in der Tat, diese Artikel wirft in mir sehr viele Fragen und Antworten auf. Er ist auf jeden Fall ein elementarer Ansatz zur grundlegenden unausweichlichen Streitkultur. Das meine ich in jeder Hinsicht. Und zwar in allumfassenden Perspektiven von philosophischer, politisch, ökonomisch und gesellschaftlichen Zusammenlebens bis hin zu geostrategischer Sicherheitsarchitektur einer kollektiver Sicherheit.

      Dietmar Gröper 15.02.2022
  • Teil 2
    Einige Fragen zu genannten Punkten:
    1. Deutsche? und Meinungsfreiheit?
    2. Nationalismus, Patriotismus?
    3. Verhältnis von Gesellschaftsformen und Demokratie?
    4. Was kommt danach, gibt es einen Übergang?
    5. Nationalismus Ukraine z. Russland der (Rus)
    6. Russland als ganzes u. die geostrategische kollektiven Sicherheit.
    Teil 3 folgt.

    Dietmar Gröper 11.02.2022
  • Stellungnahme zum Artikel Teil 1:
    Ja in der Tat, diese Artikel wirft in mir sehr viele Fragen und Antworten auf. Er ist auf jeden Fall ein elementarer Ansatz zur grundlegenden unausweichlichen Streitkultur. Das meine ich in jeder Hinsicht. Und zwar in allumfassenden Perspektiven von philosophischer, politisch, ökonomisch und gesellschaftlichen Zusammenlebens bis hin zu geostrategischer Sicherheitsarchitektur einer kollektiver Sicherheit.
    Fortsetzung siehe Teil 2

    Dietmar Gröper 11.02.2022
  • Der Verfasser behauptet, wer seiner These nicht folgt ist „politisch Dumm“. Damit spricht er ja indirekt auch Denkverbote aus. Sowas ist nicht sehr förderlich für einen offenen Diskurs. Vernünftige nachvollziehbare Argumente sind hier gefragt, sowas kann überzeugen. Ich würde die Nationalisten aus der Ukraine auch nicht mit dem jetzigen Staat Ukraine gleichsetzen.

    Mario Schulz 11.02.2022
    • Nein, das steht da so nicht geschrieben. Es heißt: „Es zeugt von politischer Dummheit, grade diese aufrechten Nationalrevolutionäre schlicht als Marionetten abzustempeln.“

      Redaktion 15.02.2022
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