Deutsche Konservative und Rechte weiterhin stramm auf Russland-Kurs

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Während sich in Deutschland die überwiegende Mehrheit der Menschen solidarisch mit der Ukraine zeigt und selbst Linke, angeekelt von Putins Vernichtungskrieg, von ihrer Russlandromantik zunehmend Abstand gewonnen haben, hat sich Moskau hierzulande jedoch ein anderes trojanisches Pferd gebaut. Jahrelang wurde das neurechte und konservative Milieu mit Kremlpropaganda gefüttert und politisch beeinflusst, sodass sich hierzulande eine regelrechte Russophilie unter regierungskritischen Menschen entwickelt hat. Demonstrativ haben sich russische Staatsmedien wie RT oder Sputnik auf die Seite der Gegner der Einwanderungs- und Corona-Politik gestellt, über Schweinereien der BRD-Regierung berichtet und dabei den Anschein erweckt, als würde Russland Freund und letzte Hoffnung für systemkritische Menschen in Deutschland sein.

Dass die Realität in Russland völlig anders aussieht und lediglich ein Spiegelbild der Zustände des liberalen Westens wiedergibt, inklusive antifaschistischen Narrativen, Geburtenschwund bei Weißen, Islamisierung, haushohen Abtreibungsraten und einer nicht minder restriktiven Maßnahmenpolitik während der Corona-Krise, wollen Rechte und Konservative in der BRD entweder nicht sehen oder können es über die Grenzen ihrer medialen Filterblase hinweg nicht erkennen. Lieber käuen Medienorgane aus neurechten Zusammenhängen, wie Jürgen Elsässers COMPACT-Magazin, fast deckungsgleich die desinformative Propaganda des Kremls wieder und machen sich zum Sprachrohr der Moskauer Kriegskampagne. Besonders die AfD hat sich wieder einmal als treuer Paladin Putins gezeigt.

Bereits schon die Jahre zuvor hat die AfD-Spitze in Person von Tino Chrupalla mit ihren Kontakten zum Kreml und der Nähe zum russischen Außenminister Sergej Lawrow geprahlt. Dass Russland Deutschlands Rechte jedoch gerne als nützliche Idioten instrumentalisiert hat, um eine Propagandaschau mit Verbündeten aus dem Westen zu veranstalten und deren Positionen ansonsten kaum teilt, hat Jens Pühse als ehemaliger Teilnehmer des »International Russian Conservative Forum« in St. Petersburg jüngst in einem Kommentar im ansonsten russophilen NPD-Blättchen „Deutsche Stimme“ zugegeben.

Vor allem profitiert Russland davon, dass ihre Marionetten im rechten Lager Europas genau das sagen, was man in Moskau hören will. So wurde die Schuld Russlands an den abscheulichen Kriegsverbrechen in Butscha, Irpin und weiteren Vororten Kiews, trotz sich zunehmend verdichtender Beweise, von so manchem AfD-Parlamentarier erwartungsgemäß bestritten. Der sächsische EU-Abgeordnete Maximilian Krah berief sich auf Quellen eines russischen Propagandaaccounts auf Twitter, der uns anhand vermeintlicher Videoaufnahmen vom 1. oder 2. April glauben machen wollte, dass das Kriegsverbrechen in Bucha von westlichen oder ukrainischen Militärs kurzerhand „inszeniert“ worden wäre, nachdem die Russen am 31. März aus der Stadt abrückten. Erst als später Satellitenaufnahmen auftauchten, die dokumentieren konnten, dass die Leichen der Opfer bereits schon vor Wochen auf den Straßen lagen und Augenzeugen die Gewalttaten der russischen Truppen beschrieben, als noch keine ukrainische Armee in der Stadt war, fielen die Verschwörungserzählungen aus Kreml-Quellen nach und nach wie ein Kartenhaus zusammen. Fast täglich werden im Großraum um Kiew weitere Massengräber ausgehoben, russische Soldaten hinterlassen ukrainische Wohnungen und Häuser verwüstet und ausgeplündert, präparieren diese mit Sprengfallen und führen gezielt Massenexekutionen auf Anordnung der russischen Armeeführung durch. Da, wo sich die Kriegsverbrechen Moskaus nicht leugnen lassen, relativiert die AfD diese mit dem Verweis auf vergangene Kriegsverbrechen durch NATO-Truppen in anderen Ländern.

Noch toller verhält es sich, wenn AfD-Parlamentarier sich hinter das ideologische Narrativ der„Entnazifizierung“ stellen. Hat bereits im letzten Jahr Alexander Gauland zum 80. Jahrestag von Unternehmen Barbarossa eine ekelerregende Rede im Bundestag gehalten, indem er sich den sowjetischen „Befreiern“ gegenüber zu „Dank und Freude“ verpflichtet zeigte, so hat jüngst Jörg Urban von der sächsischen AfD-Spitze noch einmal nachgelegt und in einem Facebook-Beitrag Russland als Teil „unserer Kultur“ bezeichnet, der uns vom „National-Sozialismus“ befreit hätte. Wörtlich fügte er an: „Angesichts der Resonanz, die die aktuelle rassistische mediale Hetze gegen Russland hervorruft, könnte man denken, dass einige Deutsche immer noch ihrem Führer nachtrauern.“ Sätze, die man vor wenigen Jahren noch von orthodoxen Steinzeitkommunisten erwartet hätte, gehören jetzt zur gewohnten Sprachkultur der parlamentarischen neuen Rechten. Um den Frieden mit Russland zu machen, eine der zentralen Forderungen BRD-patriotischer Träumer, ist man sogar bereit, sich zum Steigbügelhalter eines neuen Bolschewismus zu machen oder die Existenz einer europäischen Nation gänzlich zu leugnen. Noch vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine hat sich der Berliner AfD-Abgeordnete Gunnar Lindemann, der sich schon Jahre vor dem Krieg als pseudo-Wahlbeobachter in den prorussisch-separatistischen Fantasierepubliken im Donbass wichtig tat, in einem Tweet dafür ausgesprochen, den Westen der Ukraine Polen und den angeblich „russischen“ Osten der Ukraine Russland zuzusprechen.

Das Blut ausgebombter, hingemordeter und vergewaltigter Ukrainer klebt auch an den Händen jener, die in ihrer Unbelehrbarkeit weiterhin ihre schützende Hand über die Mörder halten! Wichtiger noch, als den Blick auf den äußeren imperialistischen Feind zu schärfen, ist es, die Feinde im Inneren zu benennen und diese nicht länger als Wortführer im regimekritischen Lager der BRD zu dulden. Die nationalrevolutionäre Bewegung wird keinen Frieden mit Kremljüngern und Russland-/ Sowjetverehrern machen. Eine konsequente Abgrenzung zu all diesen Elementen, die als fünfte Kolonne Moskaus Deutschland und Europa vom westlich-amerikanischen Regen in die eurasische Traufe führen wollen, ist das oberste Gebot der Stunde! Weder Washington noch Moskau, für einen dritten Weg!

  • Ich wollte Euch soeben e. keineswegs bösen oder gar ANTIFA-Kommentar, sondern e. deliberativen Kommentar schreiben: „Bitte auf 500 Zeichen begrenzen“. Eine solche Begrenzung ist für Primitivos. Nein Danke!

    Dr. Stephan A. THOMAS 20.04.2022
  • Dank für Nachbesserung „Siehe […]“ Artjom ist mit seiner Wahrnehmung nicht allein.
    Überprüfbarkeit und Audiatur et altera pars haben hier weiterhin Nachbesserungsbedarf.

    Tipp (leider von den Turbokapitalisten H. Diefenbach u. M. Klein):
    „Wir berichten so gut wie nicht über die Ukraine, weil alle, die am Ukraine-Krieg beteiligt sind, lügen, und es kaum möglich ist, die Wahrheit in all den Lügen zu entdecken.“

    Ingo Neitzke 16.04.2022
  • Auf den Punkt gebracht! Von Leuten wie Elsässer oder einem Ignaz Bearth kann man nur noch Abstand nehmen.

    Hans 16.04.2022
  • Verräter und Volksfeinde, wie sie im Buche stehen! Von wegen Europa der Vaterländer und der Souveränität. Hauptsache Anti-Westlich und dann bist du bei den Konservativen ganz weit vorne, getreu dem Motto ,,Der Feind meines Feindes ist mein Freund“.

    willi westland 16.04.2022
  • Ich war für die AFD weil ich die Demokratie hochhalten wollte, gegen die „Einheitspartei“ … aber jetzt hoffen die auf einen „Despoten“ … naja sind ja alle „guten“ mittlerweile aus der AFD ausgetreten , wie ich z.b. ;,)

    Prautzsch 16.04.2022
  • Der dritte weg ist die einzige rechte Gruppierung die zu 100% für die Ukraine und gegen den Krieg einsteht, und somit ist sie die einzige Rechte Organisation die in Deutschland für mich legitim ist.

    Slava Ucraini

    Georg Ripsam 16.04.2022
  • „Eine konsequente Abgrenzung zu all diesen Elementen,…“

    Und was passiert mit Neutralen wie mir?
    (Auch wenn ich Putin wegen der NATO-Einkreisung verstehen kann…)

    T34 16.04.2022
  • Seh ich ganz genauso, Danke!

    Blackbyrdzzz 16.04.2022
  • Gut gebrüllt,Löwe.die neurechten Gegner zittern vor Angst
    Begreift endlich,das jede Medaille 2 Seiten hat
    Man kann nicht kritiklos die Kriegs Propaganda einer Seite nachbeten und diesbezüglich den Kurs der Regime Presse bejubeln
    Das ist grotesk und unglaubwürdig

    Artjom 16.04.2022
  • Deutschland muss endlich mit einer klaren eigenen Stimme sprechen! Weder angloamerikanische , russische noch ukrainische Regierungen haben uns zu sagen was wir tun und lassen sollen. Es ist an der Zeit eine deutsche Meinung in die Welt zu tragen. Dazu ist diese BRD- Regierung nicht fähig!
    Gruß Thorstein

    Thorstein 16.04.2022
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