Im Gespräch mit José Manuel vom Editorial Heidelberg aus Mexiko (Teil 2/2)

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Welche Ideen und Ziele verfolgt die UNR?

Die Idee der UNR ist jene einer nationalrevolutionären Gruppe, wir sind gegen Globalismus und Kapitalismus, wir möchten unser Volk befreien und unser eigenes Schicksal als Nation jenseits von simplem Materialismus verfolgen, um unserem Volk einen echten Sinn im Leben zu geben, einen Zweck mit Leidenschaft. Wir möchten Politik machen außerhalb des derzeitigen demokratischen politischen Systems, welches ausschließlich korrupt ist und die Nation im Stich gelassen hat, alle diese politischen Parteien streben nur den Selbsterhalt der Macht und Einfluss der politischen Klasse an und kümmern sich nicht um die Menschen. Wir möchten Politik fürs Volk machen, mittels Gemeindedienst und sozialen Aktivitäten und Menschen dazu ermutigen, ihre Stimme zu erheben und ihre Forderungen geltend zu machen. Das ultimative Ziel ist natürlich eine starke, unabhängige und in allen Belangen souveräne Nation zu haben: politisch, kulturell, militärisch und ökonomisch.

Welche Aktionsformen favorisiert die UNR und wie ist sie organisiert?

Wir haben ein wenig Sozial-/Gemeindearbeit gemacht wie Blutspendeaktionen, Essens- und Medikamentenausgabe für Ältere sowie Tierauffangstationen, Propagandaverteilung, Erstellung von Broschüren, Bergwanderungen, eine jährliche Konferenz genannt „Jornadas de Formación y Militancia“ [Anm. zu Deutsch: Tage der Weiterbildung und Militanz] und eine Vortragstagung unter anderem. Die Struktur der Organisation befindet sich zwar noch im Aufbau, aber bis jetzt haben wir einen nationalen Anführer, einen Staatssekretär sowie einen Schatzmeister und wir planen, dasselbe in jeder anderen Stadt zu tun, in der wir vertreten sind. Es liegt noch vor uns, weitere Positionen festzulegen für die offizielle Kommunikation, Jugend-/Studentenbelange, einen Gewerkschaftsanführer, um Verbindungen zu den Arbeitern zu haben, eine Stelle für internationale Beziehungen etc. Wir sind eine neue Organisation und haben noch eine Menge zu klären. Wir brauchen eine größere Präsenz auf der Straße mit Demonstrationen usw., sodass wir mehr Menschen erreichen und unsere Botschaft übermitteln können, aber zuallererst wollen wir uns auf die Entwicklung von Kämpfern mit Schriften, Konferenzen und Debatten fokussieren. Das wird uns vom Rest der Bewegungen und Organisationen im Land abheben. Es ist sehr wichtig, dass jeder Kämpfer eine klare Vorstellung davon hat, was wir erreichen wollen.

Findet nationales Gedankengut großes Interesse in der Bevölkerung?

Ich denke nicht. Es ist nicht angesagt bei jungen Leuten, ein Nationalist zu sein, es kümmert sie einfach nicht. Es gibt natürlich ein Niveau an dummem, chauvinistischem, niedrigschwelligem Patriotismus bei sportlichen Veranstaltungen, auf sozialen Netzwerken, an Nationalfeiertagen usw. Aber das zählt nicht wirklich! Mexico ist so viel mehr als Tequila, Sombreros und Mariachis (die alle nur aus einem Bundesstaat von insgesamt 32 im Land kommen). Vielleicht ist es ein wenig vergleichbar mit Deutschland, wo die meisten Nicht-Deutschen die bayerische Kultur als alleinige deutsche Kultur sehen.

 

 

Habt ihr Kontakt zu anderen nationalen Bewegungen in Südamerika? In welchen Ländern gibt es eine starke nationale Bewegung?
Ja, natürlich. Wir haben eine kontinentale Idee einer Nation für das spanische Amerika, von Mexiko bis Argentinien. Wir stehen in Kontakt mit Bewegungen aus Brasilien („Nova Resistancia“; zu Deutsch: „Neuer Widerstand), Kolumbien („Vanguardia Nacional; „Nationale Avantgarde“), Chile („Círculo Patriótico Chile“; „Patriotischer Kreis Chile“), Peru [„Proyecto Patria“ („Projekt Heimat“), „Centro de Estudios Crisolistas“ („Zentrum der christlichen Studien“), „Junta Nacionalista del Perú“ („Nationalistische Junta Perus“)], Argentinien („Plataforma Multipolar“; „Multipolare Plattform“), Puerto Rico („Juventud Nacional“; „Nationale Jugend“). All diese Organisationen plus der mexikanischen „Coordinadora Nacional Tempestista“ (≈ „Stürmischer Landeskoordinator“) sind einem Komitee namens „Comité Central de Liberación Americana“ oder „CCLA“ („Zentralkomitee der amerikanischen Befreiung“) beigetreten, welches vollumfänglich hinter Alexander Dugins „Die vierte politische Theorie und Multipolarität“ steht und jeglichen Einfluss der USA in der Region ablehnt.

Unsere kulturelle/historische Verbindung zu Spanien ist auch erwähnenswert, da wir hinter unseren Freunden des „Movimiento Pueblo“ („Volksbewegung“) in allen ihren Initiativen stehen und mit ihnen zusammenarbeiten. Historisch gesehen hatten Brasilien sowie Argentinien die stärksten nationalen Bewegungen, das gleiche gilt für Chile und Peru. Allgemein ist es ein Ringen für alle Nationen im spanischen Amerika, aber hoffentlich können wir mehr zusammenarbeiten und einander helfen.

Habt ihr Kontakt zu amerikanischen Organisationen wie z. B. der Patriot Front? Zwischen den USA und Mexiko gab es von 1846 bis 1848 den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg. Der Vertrag von Guadalupe Hidalgo vom 2. Februar 1848 brachte den Vereinigten Staaten große Gebietsgewinne und die Ausdehnung ihres Territoriums bis zum Pazifischen Ozean. Wie steht ihr dazu? Fordert ihr diese Gebiete zurück?

Wir haben keinen Austausch mit der Patriot Front und ich glaube auch nicht, dass wir das jemals haben werden. Wir haben keine Schnittmengen mit ihnen, also nein. Wir stören uns nicht mehr an den verlorenen Gebieten (manche von uns schon, aber nicht jeder), bedeutet das irgendwas? Ich hatte ein Gespräch mit zwei nationalistischen amerikanischen Skins vor einigen Jahren, ich scherzte, dass wir eines Tages unser Land zurückbekämen und sie sagten mir „Habt ihr das nicht schon längst?“, was heißt, dass es sowieso voller Hispanoamerikanern ist. Das Problem ist, dass die meisten Hispanoamerikaner in den USA in einer Art Übergangsphase leben, sie sind nicht vollständig mexikanisch, guatemaltekisch, salvadorianisch usw., aber auch nicht amerikanisch wie die anderen. Wir sind der Meinung, dass die Mexikaner auf unserer Seite der Grenze leben sollten, würden aber auch gerne alle Amerikaner und Kanadier zurück in ihre Heimat schicken (in einigen Städten, insbesondere in Mexico-Stadt, steigen die Mieten und Preise aufgrund des Zustroms der so genannten „digitalen Nomaden“ stark an).

 

St. Patricks Bataillon – Gedenkplatte

 

In Deutschland hört man sehr viel über Bandenkriege, Morde und Drogenhandel in Mexiko. Ist die Lage wirklich so dramatisch? Wie könnte man diese Probleme in den Griff bekommen?

Das ist in der Tat so. Ich würde sogar sagen, in Wirklichkeit ist es noch schlimmer. Das Problem ist, dass das Land und die Bevölkerung so groß sind, dass die Menschen das Problem einfach als normal ansehen. Wir sind abgestumpft, all die Toten, die durch die Kriege der Drogenkartelle verursacht werden, angeheizt durch die Korruption der Politiker (das größte Kartell) und die Gier nach Geld und Macht. Die meisten Menschen können an den überwiegenden Orten ein relativ ruhiges Leben führen, wenn sie den gesunden Menschenverstand walten lassen und sich nicht in ihre Aktivitäten einmischen, aber es gibt im ganzen Land einige No-Go-Areas und Geisterstädte, vor allem in armen Gegenden, aus denen die Kriminellen die Menschen im Grunde genommen mit Gewalt und Erpressung vertrieben haben.

Die Lösung ist nicht so einfach, aber zuerst brauchen wir den Willen der Regierung und der Institutionen, wirklich damit fertig zu werden, die kriminellen Organisationen zu zerschlagen und alle Beteiligten, einschließlich korrupter Politiker, Polizisten und Militärs, mit harter Hand zu verurteilen. Ich vermute, dass sie nicht wollen, dass es aufhört, weil die Wirtschaft des Drogenhandels einfach so groß ist, dass die Wirtschaft des ganzen Landes wahrscheinlich zusammenbrechen würde, wenn das passiert. Man geht davon aus, dass das Drogengeld die wichtigste Einnahmequelle für das mexikanische BIP ist. Die USA sind der größte Absatzmarkt und Abnehmer der in Mexiko hergestellten und/oder gehandelten Drogen und der größte Lieferant von Schusswaffen für die Drogenkartelle, und ich bin mir nicht sicher, ob ihre Regierung wirklich die Absicht hat, damit aufzuhören. Schließlich sollte es für junge Menschen mehr Möglichkeiten in den Bereichen Sport, Schule, Arbeit, Kultur und Kunst geben, um sie davon abzuhalten, sich den kriminellen Organisationen anzuschließen.

Wie siehst du die Zukunft für Mexiko und speziell für die nationale Bewegung in Mexiko?

Ich bin nicht optimistisch, was die Zukunft Mexikos angeht. Der Lebensstandard der meisten Menschen sinkt Jahr für Jahr, und ich habe das Gefühl, dass wir ohne wirkliche Gegenwehr in die globale wirtschaftliche und politische Agenda hineingezogen werden, in der sich die Identität und der Lebensstil der einfachen Leute nicht von dem anderer Länder auf dem Planeten unterscheiden. Die Natur und die Umwelt werden durch den Konsumismus und den brutalen Kapitalismus zerstört. Sie wollen, dass wir produzieren, produzieren, produzieren und alle Opfer bringen. Die Reichen bestimmen und Geld ist Gott. Die nationale Bewegung in Mexiko wird langsam wachsen, und wir werden dafür sorgen, dass die Saat für die Jugend und die künftigen Generationen ausgebracht wird. So, wie es andere vor uns getan haben.

Ich danke dir für das Gespräch und Ihr Interesse an unserer Bewegung. Alles Gute dem „III. Weg“ in Deutschland und Europa!

 

Zum Nachlesen: Teil 1

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