Atomenergie: 30 Staaten wollen Atomkraft ausbauen

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Auf dem Atomenergie-Gipfel in Brüssel haben sich 30 Staaten, darunter Frankreich, die USA, China und Japan, verpflichtet, neue Atomkraftwerke zu bauen und die Laufzeiten bestehender Atomkraftwerke zu verlängern. Die Länder begründeten ihren Vorstoß auch mit dem Ziel der Reduktion von CO₂-Emissionen. Deutschland hat an dem Gipfel nicht teilgenommen. Im vergangenen Jahr hatte die Ampelregierung den Atomausstieg vollzogen. Im Verbund mit dem Ausstieg aus der Kohleenergie droht Deutschland eine Energiekrise. Könnte moderne Atomenergie, wie beispielsweise der Dual-Fluid-Reaktor, eine Lösung darstellen?

 

Globale Tendenz hin zur Atomenergie

Im vergangenen Jahr hat Deutschland den Atomausstieg vollzogen. Nach den Reaktor-Unfällen von Tschernobyl und Fukushima verwirklichte sich für die Grünen und ihr politisches Vorfeld damit ein lang gehegter Traum. Zum 15. April 2023 wurden die Kernkraftwerke Emsland, Neckarwestheim 2 und Isar 2 heruntergefahren. So kommentierte Grünen-Chefin Ricarda Lang, dass der Atomausstieg den „endgültigen Einstieg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien“ bedeute und die SPD-Bundestagsfraktion schrieb auf Twitter: „Atomkraft? Und Tschüss“. Doch mit dem Atomausstieg befindet sich Deutschland auf einer Geisterfahrt. Immer mehr Staaten wollen die Atomenergie nicht nur behalten, sondern sogar ausbauen.

Auch im Jahre 2023 hat sich die „Europäische Atomallianz“ gegründet. Nun ist sie zu einem Treffen in Brüssel zusammengekommen. Das Teilnehmerfeld war dabei hochkarätig besetzt. So reisten Staats- und Regierungschefs aus Frankreich, den Niederlanden und Polen sowie hochrangige Vertreter aus den USA, China und Japan an. Bei der Eröffnung erklärte die deutsche EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass Atomkraft eine Option sei, um weniger Treibhausgase auszustoßen. Im Rahmen der Konferenz wurde eine Erklärung unterzeichnet, in der sich 30 Staaten verpflichten, neue Atomkraftwerke zu bauen und Laufzeiten von Reaktoren zu verlängern.

Kritiker aus Umweltschutzorganisationen bemängelten unterdessen die langen Entwicklungs- und Bauzeiten von Atomkraftwerken. Gleichzeitig wiesen sie daraufhin, dass die Potenziale von Atomkraftwerken deutlich niedriger seien, als von den Befürwortern erhofft.

Deutschland war auf der Konferenz unterdessen nicht vertreten. Die Bundesregierung lehnt Atomkraft weiterhin kategorisch ab. Zumindest in Puncto Sicherheit dürfte das Deutschland wenig nützen: In Polen, Tschechien und Frankreich entstehen teils in unmittelbarer Nähe zur Grenze neue Atommeiler.

 

Atomenergie verzichtbar?

Kann sich Deutschland den Luxus leisten, auf Atomkraftwerke zu verzichten? Im Verbund mit dem Kohleausstieg verschlechtert sich die Energieversorgung in Deutschland. Selbst der Kohleausstieg ist derzeit kaum problemlos umsetzbar. So durchkreuzte die Bundesnetzagentur die Pläne zum vollständigen Kohleausstieg bis 2030 von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), weil die Netzstabilität gefährdet sei. Auch mit Blick auf die Abhängigkeit Deutschlands von Energie-Importen braucht Deutschland eher mehr als weniger Energiequellen.

„Der III. Weg“ sieht in der Atomenergie einen Baustein für die Zukunft, um Deutschlands Energieversorgung zu sichern und die Abhängigkeit von ausländischen Mächten abzubauen. Atommeiler der neuesten Generation arbeiten emissionsfrei und Abfallstoffe können wiederverwertet werden. Insofern kann Atomenergie vielleicht nicht das einzige Mittel für den auch aus Ressourcen-Gründen notwendigen Kohleausstieg darstellen, jedoch einen Teil der Lösung darstellen.

Interessant ist vor dem Hintergrund beispielsweise der Dual-Fluid-Reaktor. Das hierzulande bislang kaum bekannte Projekt wurde in einem Gastbeitrag auf unserer Netzseite vom 08.10.2022 von Dr. Gunter Kümel vorgestellt. Der Dual-Fluid-Reaktor könnte billige, sichere und effiziente Energie herstellen. Es liegt bereits ein Patent auf das Funktionsprinzip des Reaktors vor, 2013 gewann das Konzept beim Galileo-Wissenspreis bei den deutschen GreenTec Awards, 2017 kam eine Dissertation an der Technischen Universität München zu dem Schluss, dass das Konzept realisierbar sei und großes Potenzial habe. Im September 2023 gab das Unternehmen Dual Fluid Inc. bekannt, mit Ruanda eine Einigung über den Bau und Betrieb eines Demonstrationsreaktors erzielt zu haben. Der Reaktor soll spätestens im Jahr 2026 fertiggestellt sein.