Iran: Islamistisches Mullah-Regime vor Sturz?

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Der Iran wird von Massenprotesten erschüttert. Ging es den Demonstranten anfänglich um die desaströse wirtschaftliche Lage des persischen Staates, steht nun das islamistische Regime als solches in Frage. Immer wieder wird auch der Ruf nach einer Rückkehr des Schahs laut. Reza Pahlavi ist der Enkel des deutschfreundlichen Monarchen Reza Schah Pahlavi, der gute Beziehungen zum Deutschen Reich pflegte und nach der Anglo-Sowjetischen Invasion des Irans 1941 zum Abdanken gezwungen wurde. Sollte es zu einem Sturz der Mullahs kommen, würde Russland einen weiteren Verbündeten verlieren. Schwer einzuschätzen ist, wie sich eine neue iranische Führung zum zionistischen Imperialismus positionieren würde.

 

 

 

Tote und Verletzte bei Protesten

Inflation, Währungsverfall und steigende Lebensmittelpreise haben den Iran in eine Krise getrieben. Viele Iraner sind wütend aufgrund des wirtschaftlichen Niedergangs ihres Landes und sehen das herrschende Mullah-Regime als dafür verantwortlich an. Im Iran war 1979 der monarchistische Schah Mohammad Reza Pahlavi gestürzt und durch eine schiitisch-islamistische Theokratie ersetzt worden. Seitdem gilt im Iran die Scharia, Frauen müssen sich verschleiern und den sogenannten Tschador tragen. Ein steinzeitlich anmutendes Recht lässt auch Strafformen wie die Steinigung zu. Die uralte, indoarische Kultur und Religion wird im Iran aufgrund der religiösen Intoleranz des Islams unterdrückt. Viele Nachkommen der alten Arier haben das Land daher verlassen. Nichtsdestotrotz war das Regime in Teheran lange Zeit stabil und auch in der Lage, den Aggressionen Israels mehr oder minder erfolgreich die Stirn zu bieten. Doch die Macht der hoch betagten Mullahs, deren Einfluss sich auch auf Deutschland ausdehnt, ist ins Wanken geraten.

In zahlreichen Städten, so in Teheran, Täbris, Maschhad, Schiras, Abadan oder Gorgan kam es zu Massenkundgebungen gegen das Regime. Die Staatsmacht reagierte mit äußerster Repression. So sollen bereits mehrere hundert Demonstranten getötet worden sein, darunter auch Minderjährige. Das Internet wurde von den Herrschenden abgeschaltet, offenbar um eine Verbreitung von Bildern und Videos über die Gewalt der Mächtigen zu verhindern. Die iranische Machtelite unter ihrem geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei soll offenbar schon Vorbereitungen für eine Flucht nach Russland treffen. Dem britischen Abgeordneten Tom Tugendhat zufolge, sollen russische Frachtflugzeuge große Mengen Goldes aus Teheran abtransportieren. Liegt also ein Zusammenbruch in der Luft?

Für Russland wäre ein Fall des Mullah-Regimes fatal. Der Iran ist als Bestandteil der antiwestlichen BRICS-Achse ein wichtiger Verbündeter Moskaus. Der Iran unterstützt den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine unter anderem mit der Lieferung von Shahed-Drohnen. Auch als Handelspartner ist der Iran für die Russen von Bedeutung. Der monarchistische Schah ist historisch gesehen hingegen ein Feind Russlands. Im Zweiten Weltkrieg hegte der Iran Sympathien für die Achsenmächte. In Teheran gab es pro-deutsche Demonstrationen und mehr als 500 Deutsche arbeiteten in zahlreichen Industrieprojekten. Der Iran wollte seine Neutralität gegenüber dem Deutschen Reich wahren und wurde dafür von den Alliierten besetzt. Insbesondere die bolschewistische Sowjetunion strebte nach iranischem Land und der Annektierung der iranischen Provinz Aserbaidschan, während sich die Briten die Erdölvorkommen sicherten. Wie wenig die „Freundschaft“ Russlands wert ist, mussten die Mullahs jedoch im vergangenen Jahr erkennen, als die Russen einem amerikanischen Angriff tatenlos zusahen.

Es ist mehr als fraglich, ob der gegenwärtige Schah, Reza Pahlavi, die Macht im Iran übernehmen würde. Er selbst sieht sich mehr als eine Übergangsfigur zu „demokratischen Strukturen“ im Iran. Unklar ist auch, wie die Amerikaner eine Wiedereinführung der Monarchie im Iran werteten. Eine entscheidende Rolle dürfte dabei das Verhältnis zu Israel spielen. Das gegenwärtige Mullah-Regime ist den USA seit je her ein Dorn im Auge. Seit dem Fall des Assad-Regimes 2024 ist der Iran der letzte verbliebene offene Gegenspieler Israels. Nicht gern gesehen hat man in Washington und Tel Aviv die Holocaust-Konferenz in Teheran 2006. Israel ist aufgrund seines zionistischen Imperialismus zu recht im Iran verhasst. Fraglich ist, ob mit einem Regime-Wechsel in Teheran eine strategische Neuausrichtung im Hinblick auf Israel stattfände, oder ob auch die neuen Machthaber am Widerstand gegen Tel Aviv festhielten.

Aus nationalrevolutionärer Perspektive sind freie innenpolitische Entscheidungen das Recht eines jeden Volkes. Menschenrecht bricht Staatsrecht, und wo ein Regime sich zum Unterdrücker des Volkes aufschwingt, dort ist Widerstand nicht nur Recht, sondern sogar Pflicht. Die Verhältnisse im Iran tangieren unsere Nation zunächst nicht, relevant sind für uns jedoch geopolitische Fragen. Als militärischer Gegenspieler Israels hat sich der Iran nicht behaupten können. Als Unterstützer der Russischen Föderation übt das Mullah-Regime jedoch einen für Europa verderblichen Einfluss aus. Der Iran unter den Mullahs ist daher kein Verbündeter der weißen Welt, sondern ein Feind Europas. Ein Machtwechsel in Teheran würde sich für Europa hingegen überwiegend positiv auswirken. Unsere Sympathien gelten daher dem iranischen Widerstand!

1 Kommentar

  • Die deutschsprachige Radiosendung aus dem Iran zur Konferenz in Teheran 2006 habe ich damals aufgezeichnet.

    VoSo 15.01.2026