
General der Artillerie Theodor Karl Eduard von Bomhard, geboren am 12. Januar 1841 in Wunsiedel, und am 17. März 1945 in Prien am Chiemsee im Alter von 104 Jahren gestorben. Ein Mann, der Zeitzeuge von vier Kriegen in seiner Heimat wurde und selbst in drei Kriegen (1866, 1871, 1914) zu den Waffen gerufen wurde.
Er war der Älteste noch lebende Ritter des Eisernen Kreuzes aus dem deutsch–französischen Krieg 1870/71, Träger des Armeedenkzeichens 1866 und erhielt ehrenhalber an seinem 100. Geburtstag am 12.01.1941 die Uniform der Artillerie-Rgts. 7 mit Rangabzeichen eines Generals.
Leider findet man nur noch sehr wenige Auszüge und Überlieferungen aus seinem wohl ereignisreichen Leben. Eine aber berichtet über von Bomhards 100. Geburtstag.
Um 8:00 Uhr am Morgen, des 12. Januar 1941 erhielt von Bomhard Besuch von dem damaligen Gauleiter Adolf Wagner, General Feldmarschall Walther von Brauchitsch, Generaloberst Franz Halder, Rudolf Heß und vielen weiteren Gratulanten, ebenfalls erschienen war eine Ehrengarde der Wehrmacht und die Kapelle des Artillerieregiments.
Wagner überbrachte neben Glückwünschen eben jene Uniform des Artillerieregiments 7 samt Urkunde, die ihn von nun an zum Tragen mit dem Abzeichen eines Generals bevollmächtigte und eine extra angefertigte Mappe mit den Daten seiner jahrzehntelangen militärischen Laufbahn.
Nach einem musikalischen Ständchen der Kapelle des Artillerieregiments zu Ehren von Bomhards wurde sein Urenkel Theodor von Bomhard zum Leutnant befördert und so ließ es sich das Geburtstags“kind“ nicht nehmen, der erste Gratulant zur Beförderung zu sein.
Aus alten Zeitungsartikeln geht hervor, dass von Bomhard eine hohe Disziplin in allen Bereichen vorlebte und erstrebte, so heißt es aus einem Artikel anlässlich seines 104. Geburtstages: „….Auf die halbe Stunde, ja fast auf die Minute genau vollzieht sich der Tagesablauf, versicherte uns in diesen Tagen erst Frau Anna v. Bomhard.“
Nur sehr schwer vorstellbar ist das, was dieser Mann erlebt hat. Wenn es galt, die Heimat zu schützen stand er bereit, ebenso wie seine Erben, in Persona Generalmajor Karl von Bomhard, sein Enkel Adolf von Bomhard und drei seiner namentlich leider nicht benannten Urenkel. Ein Mann, der sich bis ins hohe Alter für Kriegsführung interessierte und seinen Lebensabend damit verbrachte, seinen Enkeln im Felde per Brieffreundschaft die Treue zu halten.
Gedenken wir am heutigen Tage eines Mannes, der über 100 Jahre deutsche Geschichte miterleben und erkämpfen durfte.
Auszug seiner Auszeichnungen:
- Armeedenkzeichen 1866 (Bayern)
- Eisernes Kreuz (1870), II. Klasse
- Jubiläums-Eichenlaub „25“, 1895
- Militärverdienstorden (Bayern), Ritterkreuz II. Klasse mit Schwertern und der Kriegsdekoration am 1. November 1870 als Oberleutnant im Königlich Bayerischen 4. Feldartillerie-Regiment „König“
- Kriegsdenkmünze für die Feldzüge 1870–71 (Deutsches Reich) mit 7 Gefechtsspangen (die Spangen gab es erst ab 1895)
- Militärverdienstorden (Bayern), Ritterkreuz I. Klasse ohne Schwerter am 23. Dezember 1883 als Major im Königlich Bayerischen 4. Feldartillerie-Regiment „König“
- Verdienstorden der Bayerischen Krone, Ritter
- Militär-Dienstauszeichnung, II. Klasse für 24 Jahre
- Verdienstorden vom Heiligen Michael, Komtur II. Klasse
- Komtur des bayerischen Militärverdienstordens II. Klasse mit Stern
- Komtur II. Klasse am 27. Dezember 1894 als Generalmajor
- Stern zum Komtur am 23. Dezember 1898 als Generalleutnant
- Centenarmedaille, 1897
- Komtur des Ritterorden des hl. Mauritius und Lazarus
- Königlicher Kronen-Orden (Preußen), II. Klasse
- Schwertorden, Kommandeur II. Klasse
- Militärverdienstorden (Bayern), I. Klasse am 24. Oktober 1901
- Prinzregent-Luitpold-Medaille mit Krone
- Verdienstorden vom Heiligen Michael, Komtur I. Klasse
- Franz-Joseph-Orden, Großkreuz














Beeindruckend und vorbildhaft.👍