Auf den Spuren eines württembergischen Malers & Bildhauers

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Unlängst kamen Nationalrevolutionäre aus dem Stützpunkt Württemberg zu einem kulturell geprägten Gemeinschaftsausflug in der Landeshauptstadt Stuttgart zusammen. Gemeinsam begab man sich auf Spurensuche des Malers und Bildhauers Fritz von Graevenitz.

 

Der Schöpfergeist

Fritz von Graevenitz wurde am 16. Mai 1892 als Sohn des württembergischen Generals der Infanterie und Militärbevollmächtigten in Berlin, Friedrich von Gravenitz und seiner Gattin Marianne, in Stuttgart geboren. Ab 1903 genoss Fritz von Graevenitz eine militärische Erziehung in den Kadettenanstalten von Potsdam und Berlin-Lichtenfelde. Ab 1914 diente er an der Waffe und wurde bereits im ersten Kriegsjahr kurz nach Beginn des Waffengangs schwer am Kopf verletzt, was die Sehkraft des rechten Auges stark beeinträchtigte. Während des Weltkrieges diente von Graevenitz in Frankreich, Serbien, Russland und Polen. Trotz der Widerstände seines Vaters begann der Kriegsheimkehrer 1919 mit einem Studium der Bildenden Kunst an der Akademie für Bildende Künste in Stuttgart seinen Künstlerberuf. 1926 nahm von Graevenitz die Ärztin und Psychotherapeutin Jutta von Weißenstein zur Frau. Vier Töchter entsprangen der Ehe. Ab 1930 war der Künstler Mitglied im Stahlhelmbund und während des Dritten Reiches Mitglied der Reichskammer der Bildenden Künste.

1937 und von 1940 bis 1943 war er in der Großen Deutschen Kunstausstellung mit insgesamt sieben Werken vertreten. Die Wiener Ausstellung Junge Kunst im Deutschen Reich 1943 zeigte fünf seiner Werke. 1940 verschlechterte sich seine Sehkraft noch weiter, sodass ihm die Arbeit am Stein untersagt wurde und der Bildhauer mit dem Malen begann. Auch als Lehrer wirkte der Künstler. 1937 wurde er Lehrer und ein Jahr später Direktor an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste. Auch nach dem zweiten Weltkrieg arbeitete von Graevenitz weiter. Sein letztes Werk, die Grenadier-Platte, wurde mit der Jahreszahl 1959 signiert. 1957 wurde Fritz von Graevenitz Ehrenbürger von Gerlingen, wo er am 6. Juni 1959 schließlich verstarb. Besonders bewundernswert war die Arbeitsweise des Schöpfergeistes. Durch die erwähnte schwere Verwundung und die damit einhergegangene Einschränkung der Sehkraft hatte es von Graevenitz verstanden, mit Spiegeln zu arbeiten, um die Tiefe des Raumes besser wahrnehmen zu können. Sein Lebenswerk und späteres Wirken als Direktor macht Fritz von Graevenitz zu einem nennenswerten kulturellen Geist unserer Heimat.

 

 

 

Spurensuche in der Landeshauptstadt

Zu Beginn der Spurensuche traf man sich am Graevenitz-Museum auf der Stuttgarter Solitude zusammen und besuchte dieses daraufhin. Viele Gemälde und weitere Werke des Künstlers sind hier zu finden und auch allerlei Persönliches wird hier über den Maler und Bildhauer gelehrt. Nachdem man die dortigen Kunstwerke studiert hatte, reisten die Kulturinteressierten durch Stuttgart und besuchten eine Vielzahl der geschaffenen Statuen und Denkmäler des Meisters. Neben der bereits benannten Grenadier-Platte und des Obelisken zu Ehren des „Siebener-Regiments“ am Rotebühlbau wurden beispielsweise Statuen auf dem Killesberg oder der Gerlinger Löwe auf dem Schlossberg besucht. Auch dem Grab auf dem Solitude-Friedhof wurde ein Besuch abgestattet.

 

 

 

 

„Aufgabe der Kunsterziehung der Schulen und der Hochschulen ist es, wieder Wertmaßstab zu geben, eine neue künstlerische Gesinnung wachzurufen, die allmählich das in Generationen der Stillosigkeit entstandene Chaos zu überwinden vermag.“

Fritz von Graevenitz