
Unterschätzte Gefahr: China bedroht Taiwan
Die USA und Israel attackieren aktuell den Iran, und auch Russlands völkerrechtswidriger Krieg gegen die Ukraine hält weiterhin an. Beide Konflikte machen auf ihre Weise deutlich, wie stark das liberalistische System auf globale Abhängigkeiten gebaut ist. Die Sperrung der Straße von Hormus hat spürbare Auswirkungen auf Energiepreise in Deutschland, der jahrelange Bezug vermeintlich billigen Gases aus Russland ist bis heute nicht ganz verwunden. Doch auf eine Autarkie-Politik kann man trotz allem nicht hoffen: Mit den engen Beziehungen zu China steckt Deutschland in einer noch größeren Abhängigkeit.
Ein Verhältnis, dass mehr als problematisch ist, denn das kommunistische Regime in Peking ist ebenso imperialistisch orientiert, wie die Machthaber in Moskau, Tel Aviv und Washington. Mit aggressiven Manövern zeigt China, welche Ambitionen es im Hinblick auf Taiwan hat. Die Unabhängigkeit des kleinen Inselstaates ist den Rotchinesen ein Dorn im Auge. Sie wollen die ehemalige Insel Formosa annektieren, die nach ihrer Lesart ohnehin untrennbarer Teil ihres Landes ist.
Ist das für Deutschland und Europa irrelevant?
Nein, erklärt Politologe Andreas Fulda in einem Interview gegenüber T-Online. Der 1977 geborene Fulda gilt als profunder Kenner der Thematik und hat kürzlich ein Buch mit dem Titel „Wenn China angreift. Ein Szenario“ veröffentlicht. Er hat sowohl in der Volksrepublik China, wie auch in der Republik China auf Taiwan gelebt und insbesondere zu den chinesisch-europäischen Beziehungen geforscht. In seinem Buch stellt er ein negatives Szenario vor, in dem China nach kurzem Kampf Taiwan annektiert.
Im Interview erklärt Fulda, dass Xi Jinping, der starke Mann der Kommunistischen Partei Chinas, als Neo-Stalinist einzustufen ist. Daher glaubt Fulda, dass Jinping alles zuzutrauen ist. Erste Anzeichen deuten bereits jetzt daraufhin, dass die chinesischen Invasionspläne für Taiwan bereits fortgeschritten sind. So hat China US-Staatsanleihen und Dollarbestände verkauft und stattdessen Goldvorräte aufgestockt. Auch verbal hat Jinping eine militärische Invasion nicht ausgeschlossen.
Konkret nach den drohenden Komplikationen für Deutschland befragt, erklärt Fulda, dass der deutschen Wirtschaft ein Schaden in Höhe von drei bis fünf Billionen Dollar erwachsen könnte. Dies ist auch auf Taiwans Rolle als wichtiger Halbleiter-Hersteller zurückzuführen. Das Szenario würde eintreffen, wenn China die Straße von Taiwan blockiert. Eine Entwicklung, die im Hinblick auf die bereits laufende Konvergenz der Krisen den Todesstoß für Deutschlands Volkswirtschaft bedeuten könnte. Daher sei ein blindes Vertrauen auf einen guten Verlauf der Geschichte hochriskant.
Deutschland ist nach Ansicht von Fulda nicht zu einer passiven Zuschauerrolle verdammt, sondern kann und muss seine Interessen durchsetzen. Sofern natürlich der politische Wille der Staatsführung da wäre. Das könnte beispielsweise in Form eines Ausbaus diplomatischer, wirtschaftlicher und militärischer Beziehungen geschehen. Zugleich sollte Deutschland seine „Selbstverzwergung“ aufgeben. Insbesondere der deutsche Mittelstand muss durch protektionistische Politik geschützt werden. Dafür braucht es eine Abkehr vom Konzept des freien Welthandels. Industrien müssten nach Deutschland zurückgeholt werden.
Doch Fulda verkennt, dass im herrschenden, äußerst schwerfälligen System der europäischen Nachkriegsordnung unter der EU solche Veränderungen nicht eintreten werden. Um die berechtigten und sinnvollen Vorschläge umzusetzen, braucht es europaweit revolutionäre Veränderungen. Dies kann nur durch eine Europäische Eidgenossenschaft verwirklicht werden, die mit Nachdruck gesamteuropäische Interessen vertritt. Die Gefahren für unseren Kontinent durch die globalen imperialistischen Räuber USA, Russland und China werden Tag für Tag größer. Ein liberalistisches und schwaches Europa könnte so schon bald zur Beute werden. Europa braucht nationalrevolutionäre Bewegungen, die den politischen Entwurf der dritten Position verkörpern und gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Wende herbeizuführen!













