
Die Lahn windet sich etwa 245 km vom Fuße des Rothaargebirges durch Hessen (Marburg, Gießen, Weilburg, Limburg und Rheinland-Pfalz (Nassau, Bad Ems) bis in den Rhein. Für die Kanutour wählten wir den Abschnitt von Diez nach Laurenburg, dessen Befahrung aber durchaus tagesfüllend war.
Die Fahrzeuge wurden am Endpunkt der Tour abgestellt und die Fahrer fuhren mit 2 Fahrzeugen zurück zur Einstiegstelle, bei der die rund 20-köpfige Gruppe schon wartete. Die erfahrenen Kanuten unter uns hatten bereits Badekleidung an, andere wählten sportliche Alltagskleidung. Dass die Badekleidung die bessere Wahl darstellt, stellte sich im Verlauf des Tages noch heraus.
An der Einstiegstelle wurden die Habseligkeiten in wasserdichte Tonnen verstaut, in die Kanus verladen und diese dann ins Wasser gesetzt. Der Einstieg gestaltete sich nur für die Kinder leicht, die fröhlich in die Kanus hüpften. Für viele andere war es eine sehr wackelige Angelegenheit, der Einstieg erfolgte gefühlt in Zeitlupe.
Als nun alle sicher in den Paddelbooten Platz genommen hatten, startete die vergnügliche Tour. Einige vermeintliche Kapitäne und Matrosen mussten erst einmal ein Gefühl für die Steuerung der Wasserfahrzeuge gewinnen. Die Bewältigung der ersten Flussmeter war ein Zickzackkurs, der für manche Besatzung mehrfach durch eine unaufhaltsame Fahrt ins Ufer abrupt gestoppt wurde. Hier musste das Kanu dann wieder durch beherztes Abstoßen und Rückwärtsrudern aus dem weichen Uferbereich befreit werden. Nach einiger Zeit hatten dann die Besatzungen ihre Boote im Griff und es entbrannte immer wieder ein Wettstreit, welche Mannschaft die schnellere ist.
Etwa auf der Hälfte der Strecke kam nach der ersten Schleuse ein Imbiss mit Anlegestelle, der zu einer ausgedehnten Pause genutzt wurde.
Auf der zweiten Hälfte kamen wir schnell voran und bei herrlich scheinender Sonne entwickelte sich ein Schauspiel aus Licht und Schatten, als die Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche glitzerten, welche durch leichte Sommerbrisen in Bewegung versetzt wurde. Zwischendurch machten wir noch eine ausgiebige Badepause.
Im Einklang mit der Natur
Dies lud uns zum Verweilen und Genießen. Hierbei konnten wir Vögel an den baumbesäumten Ufern sehen, die darauf lauerten, einen Fisch oder ein anderes Wassertier zu ergattern, und Fische beobachten, die in die Luft sprangen, wohl um Insekten zu schnappen. Knapp über der Wasseroberfläche sitzend, konnten wir der Schönheit der Natur auf Augenhöhe begegnen und fühlten uns als Teil von ihr. Mit der Natur in Einklang zu leben, ist die einzige Möglichkeit, diese zu erhalten und ihren Facettenreichtum zu bewahren.
Bei einem gemeinsamen Essen ließen wir den wunderschönen Tag in starker Gemeinschaft und überwältigender Natur Revue passieren.
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