Tiefseebergbau: Bleiben tiefe Wasser still?

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Auf den Gründen der Weltmeere schlummern empfindliche Ökosysteme. Tausende, teils nicht einmal bekannte Tierarten führen dort ein bislang vom Menschen unberührtes Leben. Doch die kapitalistische Gier nach Ressourcen könnte dem bald ein Ende bereiten. Denn hier ruhen auch Bodenschätze wie Kobalt, Nickel, Kupfer und Seltene Erden. Schon jetzt richten Forschungsprojekte große Schäden an. Während die meisten Staaten noch Skrupel haben, hat Donald Trump per Dekret verfügt, dass amerikanische Unternehmen auch in internationalen Gewässern Tiefseebergbau betreiben dürfen. DER III. WEG setzt sich für eine echte Alternative zum Kapitalismus ein, um unsere Welt vor der restlosen Ausbeutung durch eine raffgierige Minderheit unter den Menschen zu schützen.

 

Wo die Natur noch unberührt ist

Die Weltbevölkerung wächst, ihr Konsum steigt ins unermessliche und die Abfallberge, die sie hinterlässt, türmen sich zu immer größeren Höhen auf. Es gibt quasi keinen weißen Fleck auf der Landkarte mehr, der vom menschlichen Expansionsdrang unberührt belassen worden ist. Letzte Refugien der Natur finden sich auf den Meeresböden. Ein Beispiel dafür ist die Clarion-Clipperton-Zone im östlichen Pazifik. In 4000 bis 6000 Metern Tiefe hat sich durch Millionen Jahre hinweg wenig verändert. Obwohl es hier finster ist, ein hoher Druck herrscht und nur wenige Nährstoffe zu finden sind, gedeihen dort zahlreiche Organismen. Schwämme, Tiefseekorallen und Würmer, auch Schlangensterne, Seeanemonen sowie kleine Kraken und Garnelen, Tiefseekrebse, bis zu 45 Zentimeter große Riesenasseln und Seegurken wie das Kopflose Hühnermonster (Enypniastes eximia). Forscher des Journals „Current Biology“ schätzten die Zahl der Tierarten 2023 auf etwa 5600, davon rund 90 Prozent bislang unbeschrieben.

Doch mit der Ruhe könnte es bald vorbei sein, denn die Tiefseegebiete bergen auch Rohstoffe. Weil der Rohstoffverbrauch wächst, die Vorkommen jedoch schwinden, wecken diese Gebiete zunehmend Begierden. In der Clarion-Clipperton-Zone gibt es zum Beispiel auch Manganknollen. In denen stecken etwa Kobalt, Nickel, Kupfer und Seltene Erden. Zwar stecken in einzelnen Knollen nur sehr geringe Mengen, doch auf das ganze Gebiet gerechnet sieht es schon anders aus. Allein in der Clarion-Clipperton-Zone, die zwischen Hawaii und Mexiko liegt, schlummern drei- bis fünfmal so große Nickel- und Kupfervorkommen, wie auf der ganzen Erdoberfläche zusammengenommen. Bislang stehen noch drei Gründe dem Abbau im Wege: Zum einen sind die ökologischen Folgen schwer abschätzbar. Dann ist das Einsammeln der Manganknollen bislang teuer und aufwendig. Zum Dritten hat die „Weltgemeinschaft“ noch keine Regeln für den Abbau festgelegt.

Aber es gibt kapitalistische Konzerne, die nicht länger warten wollen. So bereiten sich das Unternehmen „The Metals Company“ aus Kanada oder die DEME-Gruppe aus Belgien auf den Abbau vor. Wenig bis nichts gibt bekanntlich auch der ehemalige Immobilienhai und US-Präsident Donald Trump auf den Umweltschutz. Im vergangenen Jahr erließ er ein Dekret, das US-Unternehmen zum Abbau befugte; auch für Territorien, die den USA gar nicht gehören. Auch das ist gewissermaßen eine schädliche Form von US-Imperialismus.

Bisherige Experimente deuten daraufhin, dass der angerichtete Schaden für die Natur gewaltig sein könnte. 1989 pflügten Forscher im Rahmen eines Versuchs eine Fläche von 11 Quadratkilometern etwa 650 Kilometer südöstlich der Galápagos-Inseln um. 26 Jahre später kehrte das Forschungsschiff „Sonne“ zurück, um zu sehen, wie sich die Natur erholt hat. Der Befund ist ernüchternd: Wenig hat sich getan, noch immer sind die Spuren der Aktion deutlich sichtbar. 2021 folgte ein Projekt in der Clarion-Clipperton-Zone, um zu sehen, wie sich die Ernte der Manganknollen auswirken würde. Die Absaugtechnik führte dazu, dass nicht nur die Knollen, sondern sämtliche Lebewesen aufgesaugt wurden. Alle größeren Meeresbewohner kamen bei dem Versuch um. Ein Forscher konstatierte: „Das Habitat ist weg“, „Diese Welt ist futsch“.

 

Für ein nachhaltiges System!

Wachstumszwänge sind dem Kapitalismus mit seinem Zins- und Zinseszinsmechanismus inhärent. Immer mehr, immer schneller, immer weiter. Dabei wird der Planet rücksichtslos für den Profit ausgebeutet. Doch irgendwann wird jegliche Ausbeutung an ihre Grenzen stoßen und das System implodieren. Die Folgen für die Menschheit würden gravierend sein. Es gibt eine Alternative zur Umweltzerstörung, sie ist jedoch nicht in dem engen Rahmen des herrschenden Systems zu finden. Wir brauchen ein System, das sich der kapitalistischen Verwertungslogik entzieht. Der Deutsche Sozialismus bietet Antworten auf die drängenden Fragen, die sich immer mehr Menschen stellen.

Wir wollen ein System, in dem Europa nach weitestgehender Autarkie strebt und eine nachhaltige Wirtschaftsform einführt. Mit der Abkehr von der Globalisierung geht automatisch ein sinkender Ressourcenverbrauch einher. So gewinnen wir Zeit, um nachhaltigere Versorgungsstrategien zu entwickeln. Wohlstand muss dabei neu gedacht werden. Es ist nicht der Besitz von mehr und immer mehr Gütern, der die Menschen glücklich macht. Volk, Heimat, Familie geben Geborgenheit, stiften Sinn; und in der Gemeinschaft können wir letztlich besser leben. Die Revolution beginnt daher in den Köpfen und kann sich dann auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft übertragen.

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