
Trump nutzt Nationalfeiertag für patriotische Selbstinszenierung
Trump nutzte die Feierlichkeiten des 250. Independence Day, um mit einer schwülstigen Rede in Washington um die Gunst des patriotisch-konservativen Lagers zu buhlen und seine politischen Gegner zu diffamieren. Er stellte die Geschichte der Vereinigten Staaten seit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 als vermeintlich beispiellose Erfolgsgeschichte dar und ehrte unter anderem einen 107-jährigen Veteranen der US-Navy, der am D-Day bei der Landung der Alliierten in der Normandie beteiligt war. Wenige Monate vor den am 3. November 2026 stattfindenden Midterm-Wahlen, bei denen das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt werden, dürfte Trumps Inszenierung vor allem der Mobilisierung der eigenen Anhängerschaft gedient haben. Hintergrund ist, dass der Präsident derzeit massiv unter Druck steht. Seine Zustimmungswerte befinden sich auf einem historischen Tief und selbst in Teilen seiner MAGA-Basis bröckelt die Unterstützung. Auslöser sind unter anderem der Umgang seiner Regierung mit den sogenannten Epstein-Files sowie die völkerrechtswidrigen US-Militärschläge gegen den Iran, die viele Anhänger als Bruch mit Trumps Versprechen einer zurückhaltenden Außenpolitik werten.
400 Mitglieder der Patriot Front marschieren durch Washington DC
Unweit der offiziellen Feierlichkeiten marschierten über 400 Mitglieder der Patriot Front durch die Innenstadt Washingtons. Auf den viral gegangenen Videos sind dutzende maskierte Teilnehmer zu sehen, die äußerst diszipliniert, in einheitlichem Auftreten und in Formation durch die US-Hauptstadt zogen. Den außenstehenden Passanten wurde durch den professionell inszenierten Auftritt eine wahrhaft patriotische Alternative präsentiert, die durch Zusammenhalt, Stärke und Entschlossenheit zu überzeugen weiß.
Manifest der Patriot Front
Die Patriot Front, zu der auch unsere Partei DER III. WEG gute Beziehungen pflegt, beschreibt die Vereinigten Staaten als Nation in einer existenziellen Krise und erklärt das bestehende politische System für gescheitert. In ihrem Manifest heißt es, die Demokratie habe Amerika im Stich gelassen, weshalb eine Organisation außerhalb der konventionellen Wahlpolitik notwendig sei. Die Gruppe fordert eine Rückbesinnung auf die von europäischen Siedlern geprägten Traditionen und Tugenden der Vereinigten Staaten und kündigt an, Patrioten mit einer aktiven und alle Lebensbereiche umfassenden Loyalität gegenüber der Nation zu organisieren. Da der gegenwärtige Staat seine aus der Gründung abgeleitete Legitimität verloren habe, müsse er umgestaltet oder abgeschafft werden. Ziel sei die Schaffung einer Republik, die einen neu geschmiedeten Geist des eigenen Volkes widerspiegele.
Trotz der geografischen Distanz und den historisch-kulturellen Unterschieden von Europa als Urheimat der Weißen und Nordamerika als Einwanderungskontinent, auf dem sich erst in jüngster Zeit eine von Europäern aufgebaute Staats- und Gesellschaftsform entwickelt hat, zeigen sich weltanschauliche Überschneidungen zwischen der Patriot Front in den USA und unserer nationalrevolutionären Bewegung. Auch dort gilt der Kampf dem Erhalt der nationalen Identität und einer systematischen Neuordnung aller Bereiche des politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens.














Noch keine Kommentare.