Stützpunktabend Westerwald/Taunus: Der Westerwald und die Germanen

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Auf dem letzten Stützpunktabend der III. Weg-Aktivisten aus dem Westerwald und Taunus setze man sich mit dem heimischen Lebensraum zur Zeit des Limes (1. Jahrhundert bis zum 3. Jahrhundert n. Chr.) auseinander.  Als Grundlage des Vortrages diente das Buch „Der Westerwald – …als wir Germanen waren“ von Matthias Heidrich.

Der aus dem Westerwald stammende, aber in der Schweiz lebende Autor Matthias Heidrich beschreibt in seinem Buch in einer populärwissenschaftlichen Weise die Frühgeschichte des Westerwaldes von etwa 55 v. Chr. bis 500 n. Chr. Trotz der wenigen archäologischen und historischen Quellen schafft es Heidrich, diese zu einer zusammenhängenden Erzählung über die germanischen Stämme der Region zu verbinden.

Die Darstellung beginnt mit einem dramatischen Ereignis des Jahres 55 v. Chr.: Der römische Feldherr Gaius Julius Caesar vernichtet die germanischen Stämme der Tenkterer und Usipeter weitgehend. Cäsar ließ an der Mündung von Maas und Waal bei Kessel und Heerewaarden in der Provinz Gelderland von acht Legionen bis zu 200.000 Tenkterer und Usipeter – Frauen, Kinder und die hoffnungslos unterlegenen Krieger einkesseln und ermorden, da sie um Siedlungserlaubnis im Flussdelta ersuchten; ein damals nicht unübliches Gesuch. Die Überlebenden fliehen über den Rhein in den Westerwald und finden Schutz bei den Sugambrern. Caesar verfolgt sie, lässt eine Brücke über den Rhein bauen und führt anschließend einen Feldzug in das germanische Gebiet durch.

Von diesem Ausgangspunkt verfolgt das Buch über mehr als fünf Jahrhunderte:

  • die Auseinandersetzungen zwischen Germanen und Römern
  • die Entwicklung der germanischen Stämme im Westerwald
  • Bündnisse und Konflikte zwischen verschiedenen Stammesgruppen
  • den Einfluss der römischen Expansion auf das Leben der Menschen
  • bis hin zur Verschmelzung mehrerer germanischer Stämme zum fränkischen Großstamm der Rheinfranken.

Das Buch ist weniger ein streng wissenschaftliches Fachwerk, als eine gut lesbare Mischung aus Regionalgeschichte, Archäologie und historischer Rekonstruktion. Heidrich erzählt die Geschichte des Westerwaldes aus der Perspektive seiner germanischen Bewohner und zeichnet den Weg von den Sugambrern über die römische Grenzzeit bis zur Entstehung des fränkischen Reiches nach. Nachdem das römische Imperium die Kelten in Gallien unterworfen hatte, versuchten die Römer, im Nordosten bis zur Elbe tief in germanisches Gebiet vorzudringen. Spätestens nach der verlorenen Schlacht im Teutoburger Wald (9. n. Chr.) beendete Rom seine Expansionspläne und errichtete zur Sicherung des römischen Imperiums den Grenzwall Limes, welcher zwischen Rhein und Main durch den Westerwald und Taunus führte. Anfänglich konnte dieser Wall den germanischen Ansturm abhalten, wurde aber in den kommenden Jahrzehnten immer wieder überrannt und verlor zunehmend an Bedeutung. Letztlich scheitern die römischen Expansionspläne im Nordosten am Widerstands- und Kampfeswillen unserer germanischen Vorfahren; speziell im Grenzgau Westerwald und Taunus.

Damals wie heute gilt: Wir müssen unsere Heimat, Kultur und Lebensart gegen fremde Einflüsse und Invasoren verteidigen. Sonst verschwinden wir als eigenständiges Volk von der Landkarte.

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