Christian Kullmann, der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns Evonik, profilierte sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Warnungen vor angeblichem Rechtsextremismus und insbesondere vor der AfD, der er eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland attestierte. Nachdem seine Agitation in der Vergangenheit ausschließlich gegen alles rechts der CDU gerichtet war, ist es umso bemerkenswerter, dass Kullmann nun selbst mit harschen Worten die Energiepolitik der Bundesregierung attackiert. Angesichts der anhaltenden Industrie- und Energiekrise spart der Evonik-Chef nicht mit Kritik an der Energiewende und erklärt unmissverständlich:
„Die deutsche Energiewende hat bislang rund 1000 Milliarden Euro gekostet. Und was hat sie uns gebracht? Nichts.“
Die auf den ersten Blick überzogen wirkende Aussage, die Energiewende habe bislang rund 1.000 Milliarden Euro gekostet, bewegt sich bei näherer Betrachtung tatsächlich in einer plausiblen Größenordnung, wenn man die verschiedenen Kosten- und Investitionsblöcke, darunter die milliardenschwere Förderung erneuerbarer Energien über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), den Ausbau der Stromnetze, Investitionen in Wind- und Solaranlagen, Entschädigungen und Strukturhilfen im Zuge des Kohleausstiegs sowie Ausgaben für Wasserstoff, Speichertechnologien und weitere Maßnahmen zur Transformation des Energiesystems berücksichtigt.
Diesen milliardenschweren Aufwendungen steht ein kaum messbarer Einfluss auf das Weltklima gegenüber. Deutschland verursacht heute lediglich rund 1,5 bis 2 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen. Selbst eine vollständige Klimaneutralität würde den globalen Treibhausgasausstoß daher nur in vergleichsweise geringem Umfang unmittelbar reduzieren. Entsprechend urteilt Kullmann:
„Die Greta-Hörigkeit der Politik war zu groß!“
Diese Analyse ist absolut zutreffend, denn trotz der ideologisch verblendeten Energiewende sind die weltweiten CO₂-Emissionen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Haupttreiber dieser Entwicklung sind vor allem China, Indien sowie andere asiatische Länder, deren Emissionszuwächse die Einsparungen Deutschlands bei weitem übersteigen.
Aus diesen Gründen hält Kullmann auch den geplanten Braunkohleausstieg in Nordrhein-Westfalen, bei dem drei Braunkohleblöcke bis 2030 vom Netz gehen sollen, für unrealistisch. Das Kohleausstiegsgesetz, das diese Maßnahme vorsieht, enthält jedoch eine Revisionsklausel, und bis spätestens zum 15. August 2026 muss die Bundesregierung prüfen, ob die Kraftwerksblöcke Niederaußem K sowie Neurath F und G ab 2030 als Reserve vorgehalten und bis 2033 weiter verfügbar bleiben sollen.
Kullmann ist davon überzeugt, dass ein Ausstieg bis 2030 an den fehlenden technischen Voraussetzungen scheitern wird. Es gebe weder ausreichend Gaskraftwerke, noch eine leistungsfähige Infrastruktur, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Besonders scharf fällt seine Kritik am Zustand des deutschen Stromnetzes aus:
„Wir haben eine Netzinfrastruktur wie in Albanien.“
Nach seiner Einschätzung werde Deutschland deshalb Braunkohle mindestens bis 2033, möglicherweise sogar deutlich länger benötigen. Eine Verschiebung des Kohleausstiegs liege daher im Interesse der Industrie und der Versorgungssicherheit.
Die Debatte zeigt, dass bei der Energiewende Umweltschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit ganzheitlich gedacht werden müssen. Während Investitionen in moderne, umweltfreundlichere Technologien absolut notwendig sind, dürfen bestehende Kraftwerkskapazitäten nicht einfach ohne verlässliche Alternativen abgeschaltet werden. Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Kernenergie wieder an Bedeutung. Zahlreiche Staaten weltweit treiben bereits den Neubau von Kernkraftwerken voran. Für Deutschland könnte insbesondere die Forschung an neuen Technologien wie den sogenannten Small Modular Reactors (SMR) zusätzliche Optionen eröffnen, wie sie unsere nationalrevolutionäre Parteibewegung auch in ihrem Plädoyer der Atomkraft befürwortet!














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