
Sein berühmtestes Werk „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ gilt als das Sinnbild der deutschen Romantik. Friedrich soll sich durch seine zahlreichen Wanderungen in Sächsischen Schweiz zu diesem Nationalsymbol der Deutschen inspiriert gefühlt haben. Es zeigt den beim Kurort Rathen nahe gelegenen Berg Gamrig. Über die Person des Wanderers gibt es zahlreiche Spekulationen. Kunsthistoriker schätzen, es zeige entweder den jungen Künstler selbst, den Friedrich früh unterstützenden Johann Wolfgang von Goethe oder einen unbekannten Gefallenen der Befreiungskriege. Mit diesem Werk machte Caspar David Friedrich gleichzeitig auch noch in anderer Weise Kunstgeschichte. Erst mit seinem Wanderer gelang dem künstlerischen Sujet der Rückenfigur der Durchbruch zum akzeptierten Motiv. Rund 1.000 Zeichnungen und 300 Gemälde soll der Ausnahmekünstler hinterlassen haben, darunter Werke wie „Das Große Gehege“, „Tetschener Altar“, „Felsenlandschaft im Elbsandsteingebirge“ oder „Kreidefelsen auf Rügen“.
„Friedrich! Der einzige Landschaftsmaler, der es bislang vermochte, alle Kräfte meiner Seele aufzurühren, der Maler, der eine neue Gattung geschaffen hat: Die Tragödie der Landschaft“ urteilte der französische Bildhauer David d´Angers der sich genauso wie viele Zeitgenossen und sogar Vertreter des russischen Realismus und us-amerikanischer Romantik von dem gebürtigen Greifswalder beeinflussen ließ. Kein Wunder das Friedrichs Gemälde sowohl im 19. Jahrhundert als auch heute noch in einer Vielzahl von Galerien zu bewundern sind. Besonderen Einfluss auf den einzigartigen Stil Caspar David Friedrichs war sein Zeichenlehrer Johann Gottfried Quistorp, der den jungen Künstler dazu ermutigte, Wanderungen in die Natur zu unternehmen, um die lebendige Natur als Kunstobjekt zu studieren. Die Natur sollte den Mensch und Künstler Caspar David Friedrich von da an nicht mehr loslassen.
Nach dem Tod seines Bruders galt Friedrich teilweise als depressiver Charakter, der die Einsamkeit in der Natur der Gesellschaft in den Städten vorzog. Eine reine Kunstlehre im trockenen Studium war dem Freidenker zuwider. Er forderte künstlerische Freiheit und die Befreiung der Schaffenskraft von den Ketten einer starren Lehre. „Darum, ihr Lehrer der Kunst, die ihr euch dünket so viel mit eurem Wissen und Können, hütet euch sehr, daß ihr nicht einem jeden tyrannisch aufbürdet eure Lehren und Regeln; denn dadurch könnt ihr leichtlich zerknicken die zarten Blumen, zerstören den Tempel der Eigentümlichkeit, ohne den der Mensch nichts Großes vermag“ sollte Friedrich später auf dem Höhepunkt seines Ruhmes warnen.
Während der antinapoleonischen Befreiungskämpfe wurde sein Dresdner Atelier zum Treffpunkt von deutschen Patrioten und Friedrich thematisierte den Freiheitskampf des deutschen Volkes auch in seinen Bildern. In dem 1812 entstandenen Bild „Gräber gefallener Freiheitskrieger“ stellte er zwei französische Soldaten dar, die die sie umgebende Felsenlandschaft zu erdrücken scheint. Auf einem Sarg ist unter anderem die Abkürzung „F.H.K.“ zu lesen, welche für die gefallenen Freiheitskämpfer Friedrich Felsen, Heinrich Hartmann und Theodor Körner stehen sollen.
Am 7.Mai 1840 starb Friedrich als einer der bedeutendsten europäischen Maler in Dresden. „Nichts ist Nebensache in einem Bilde, alles gehört unumgänglich zu einem Ganzen, darf also nicht vernachlässigt werden“ sagte Friedrich einmal. Von diesem Leitspruch sind sichtbar alle seine Werke geprägt.













