Stützpunkt Westerwald nimmt am "Volkssingen" teil

Am Sonntag, den 24. August, machten sich „III. Weg“ – Aktivisten samt Familien in den Westerwald auf, um an einem „Volkssingen“ teilzunehmen. Dieses hatte ein örtlicher Gesangsverein organsiert und per Zeitung beworben.

In einer schönen Berghütte wurde bei Kaffe und Kuchen über zwei Stunden altes deutsches Liedgut zum Besten gegeben. Die vorwiegend älteren Damen und Herren waren hoch erfreut, daß es heute noch junge Menschen gibt, die Spaß am Singen alter Volkslieder haben und dabei auch noch so viele textlich wie gesanglich beherrschen. Höhepunkt des Nachmittags war das Singen des Westerwaldliedes.

Über Jahrhunderte hinweg begleiten uns Deutsche alte Volkslieder. Oftmals von Mund zu Mund weitergegeben, wurden erstmals im späten Mittealter Liedtexte aufgeschrieben und somit der Nachwelt dauerhaft zugänglich gemacht..

In der Romantik erreichte die Sammeltätigkeit ihren Höhepunkt. Im Grunde haben die großen Sammlungen des 19. Jahrhunderts auch darüber entschieden, was heute zum Volkslied gezählt wird. Zu nennen sind vor allem „Des Knaben Wunderhorn“ (1806-1808) von Achim von Arnim und Clemens Brentano sowie „Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder“ (1844/1845) von Ludwig Uhland.

Ausgelöst wurde die Faszination und Sammeltätigkeit von Johann Gottfried Herder, der sich bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf die Suche nach dem deutschen Volkslied gemacht hatte. 1771 veröffentlicht er „Von deutscher Art und Kunst“, nur wenige Jahre später erschien – unter Mitwirkung von Goethe und Lessing – eine Liedersammlung unter dem Titel „Volkslieder“ (1778/1779). Der Begriff „Volkslied“ wurde übrigens von Herder geprägt.

Die Romantiker sahen im Volkslied, angeregt durch Herder, die Manifestation eines anonym-schöpferischen Volksgeistes. Die zweite Blütezeit erlebte das Volkslied im frühen 20. Jahrhundert. Der Wandervogel sowie andere volks- und naturverbundene Jugendbewegungen übernahmen von der Romantik nicht nur das traditionelle Liedgut, sondern auch die frenetische Schwärmerei und ideelle Verschmelzung von Poesie und Freiheitssehnsucht.

Auch für uns als volkstreue Deutsche ist es wichtig, alte deutsche Volkslieder zu beherrschen. Diese sind Teil unserer Kultur und Identität, die es gerade in diesen Zeiten zu bewahren gilt.