
Neben eindeutigen Sozialschmarotzern kamen auch junge „Kreative“ unterschiedlichen Talents nach Berlin. Denn bei den hohen Subventionen fiel für Sozial- und Kunstprojekte einiges ab. Die BRD mit ihrer Karrieresucht und Gutmenschelei wirkte von West-Berlin aus „wie eine Lachnummer“. In diesem Milieu spielt der Film „Tod den Hippies, es lebe der Punk“, der derzeit in deutschen Kinos läuft. Ist der Film empfehlenswert?
Zumindest versteht man, warum heute eine gewisse Sehnsucht nach der Mauerstadt aufkommt. Mit ihren Brandmauern wirkte sie zum Teil noch wie ausgebombt. Die Zeit war seit 1945 quasi stehengeblieben, und Deutschland schien aus der geschichtlichen Entwicklung herausgefallen. Damit aber hob die ehemalige Reichshauptstadt sich von der bunten Geschäftigkeit und teuer übertünchten Sinnlosigkeit der BRD mit einem düsteren Stolz ab. Es sah nach Endzeit aus. Drogentote und Punkkonzerte drückten aus, was die Stunde geschlagen hatte. „Eine gewisse gereizte Untergangsstimmung herrschte vor, die sicherlich mit der Weltlage zu tun hatte“, so der Hauptdarsteller Tom Schilling.
Nicht zufällig taucht in dem Film auch ein Ernst-Röhm-Verschnitt mit deutschem Schäferhund auf, der bei aller Verkommenheit auf seiner Sache trotzig beharrt. Ein deutscher Trotz steckt auch in dem alten West-Berlin. Und in der neuen Sehnsucht danach. Denn die „Hauptstadt Berlin“, wie sie heute aussieht, ist immer mehr von globalisierten Einkaufspassagen und durchmischten Bevölkerungsmassen bestimmt. Sie ist immer weniger von anderen Großstädten zu unterscheiden. Und die Lage, die womöglich noch ernster geworden ist, kann vor lauter Buntheit niemand mehr erkennen.













