Der 9. November ist mit Sicherheit der bedeutendste Schicksalstag der jüngeren innerdeutschen Geschichte. Er steht symbolisch für zahllose Deutsche, die in inneren Konflikten und bürgerkriegsähnlichen Zuständen ihr Leben lassen mussten. Er ist damit ein Tag, der wie kein anderer zur Einheit des deutschen Volkes mahnt und zum Gedenken, dass nie wieder Deutsche auf Deutsche schießen sollten. Am 9. November 1918 rief Philipp Scheidemann die deutsche Republik aus. Kaiser Wilhelm II. musste abdanken und ging ins Exil. Es folgte die kommunistische Novemberrevolte und die Ausrufung zahlreicher Räte. In blutigen Straßenkämpfen zwischen Rotfront, Reichswehr und Freikorps durchlebte die Weimarer-Republik ihre ersten Monate. Am 9. November 1923 folgte mit dem Marsch auf die Feldherrnhalle der nächste Putschversuch. Wieder kam es zu blutigen Auseinandersetzungen, als dieser niedergeschlagen wurde. An der Feldherrnhalle und in den Höfen der Residenz wurden insgesamt 4 Polizisten, 16 Anhänger der NSDAP und 1 Passant erschossen. Auch der 9. November 1989 ist ein deutscher Schicksalstag, als durch den Fall der Mauer das Sterben an der innerdeutschen Grenze beendet wurde. Wieder hatten hier im Zentrum des Kalten Krieges zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion Deutsche auf Deutsche geschossen.
Grund genug für einige Aktivisten vom „III. Weg“ an diesem Jahr das traditionelle Heldengedenken nicht erst zum Volkstrauertag zu begehen, sondern bereits auf den 9. November vorzulegen. Während an der Münchner Freiheit auch an diesem Tag wieder ein bunter Einheitsbrei zeigte, dass er nichts aus der Geschichte gelernt hat und es zu Reibereien am Rande der wöchentlichen PEGIDA Kundgebung kam, bei denen sich wieder Deutsche gegen Deutsche aufhetzen ließen, zeigten die Aktivisten ein gänzlich anderes Bild. Im Fackelschein wurde an einem Kriegerdenkmal den Toten unseres Volkes gedacht. Zum Abschluss des würdigen Gedenkens wurde gemeinsam das „Lied vom guten Kameraden“ gesungen, bevor die Kameraden den Gedenkort verließen. Freilich gingen sie mit der Hoffnung auseinander, dass auch in kommenden unruhigen Zeiten, nie wieder Deutsche aufeinander schießen.
Etwa zeitgleich zum stillen Gedenken am Ehrenmal, gelangten Unbekannte unbemerkt zur Feldherrenhalle. Wie uns mitgeteilt wurde, hatten diese dort trotz der nebenan stattfindenden Großveranstaltungen von Gutmenschen, Kerzen entzündet und so an die verstorbenen Deutschen gedacht.
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