Kinderschänder-Prozess in Deggendorf: Angeklagter gesteht!

Home/Justiz, Stützpunkt Ostbayern/Kinderschänder-Prozess in Deggendorf: Angeklagter gesteht!

Am gestrigen Dienstag, den 19. Juli 2016 begann vor dem Deggendorfer Landgericht der sogenannte „Pentagon-Prozess“, in welchem ein 30-Jähriger unter anderem wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauch seiner eigenen Nichte angeklagt ist. Aktivisten vom „III. Weg“-Stützpunkt Ostbayern waren vor Ort und beobachteten den Prozessbeginn. Insgesamt sind fünf Verhandlungstage angesetzt – am heutigen Mittwoch ab 08.30 Uhr geht es weiter.

Der Angeklagte Johann G., welcher auf den Spitznamen „Joe“ hört, ist kein unbeschriebenes Blatt. Zwar ist er noch wegen keinem Sexualdelikt vorbestraft, jedoch verbüßte er schon eine Strafe aufgrund anderer Delikte. Damals kam der Straftäter in den Maßregelvollzug, um dort seine Alkoholsucht behandeln zu lassen. Offensichtlich ohne Erfolg, da er auch jetzt noch viel zur Flasche greift, was er in seinem späteren Geständnis offen ausplauderte.

Nach der Eröffnung des Prozesstages wollte sein Pflichtverteidiger Gerhard Vaitl die Öffentlichkeit von der Anklageschriftverlesung ausschließen. Dies sei nicht nur im Interesse des Angeklagten, sondern auch der Opfer, da dort zahlreiche persönliche Geschehnisse thematisiert werden, so der Rechtsanwalt. Der Antrag wurde nach kurzer Pause abgewiesen und der Staatsanwalt verlas die grausame Anklageschrift mit insgesamt 42 Punkten, welche sich von Sommer 2014 bis November 2015 in der Donaustadt abgespielt haben.

Durch eine perfide Geschichte Nichte zum Sex gezwungen

Der verheiratete Familienvater – welcher seit Dezember 2015 in Untersuchungshaft sitzt – wird unter anderem in 19 Fällen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, in 15 weiteren Fällen des sexuellen Missbrauchs Jugendlicher sowie wegen der Anfertigung von Kinderpornografie und Nötigung beschuldigt. Über ein Jahr hinweg behauptete „Joe“, dass die Handys seiner damals 12-jährigen Nichte und ihrer 14-jährigen Freundin vom Pentagon gehackt wurden und sie ständig über Satelliten oder Kameras überwacht werden. Mit einem Zweithandy schrieb er anonyme Nachrichten unter dem Pseudonym „Miss Pentagon“ an die beiden Mädchen, welche schließlich „Aufgaben“ erfüllen mussten, da sonst Konsequenzen auf die Mädchen und ihr Umfeld folgen würden. So beispielsweise drohte „Miss Pentagon“ beim Widerwillen, dass der Onkel ins Gefängnis und die Mädchen ins Heim müssten, oder dass ihren Eltern und dem Hund der 12-jährigen etwas passiere.

Die Leichtgläubigkeit seiner Nichte und deren Freundin nutzte „Joe“ schließlich vollends aus. So wurden die Mädchen über Monate hinweg in seiner Wohnung, bei einem Weiher, in öffentlichen Toiletten oder einer geschlossenen Kneipe seines Vaters schwerwiegend missbraucht. Das Repertoire der Sexualpraktiken ging von Oral-, über Vaginal-, bis hin zum Analverkehr. Ebenfalls fertigte der Angeklagte nicht nur einmal intime Fotos der Minderjährigen an oder ließ sie selbst Videos oder Fotos von sich anfertigen. Der Missbrauch fand wegen einer angeblichen Latex-Allergie des 30-Jährigen stets ungeschützt statt. Außerdem hat der Angeklagte seine Opfer in einigen Fällen mit Alkohol gefügig gemacht und ihnen sogar verschreibungspflichtige Anti-Baby-Pillen verabreicht, damit die Minderjährigen nicht Schwanger werden. Auch lesbische Praktiken soll er in seinem perversen Wahn erzwungen haben.

Geständiger Sextäter nach Rechtsgespräch

Nach der Verlesung der schockierenden Anklageschrift machte der Angeklagte erst einmal keine Angaben. Gleichzeitig bat jedoch sein Verteidiger das Gericht zu einem Rechtsgespräch, welchem stattgegeben wurde. Nach etwa einer Stunde Unterbrechung ging schließlich die Verhandlung weiter. Der Angeklagte zeigte sich plötzlich geständig und willigte einem Strafrahmen zwischen siebeneinhalb Jahren und achteinhalb Jahren ein. Laut seinen Angaben kann sich der Deggendorfer zwar nicht genauestens an alles erinnern, räumte jedoch mit dem kläglichen Satz „muss wohl dann so gewesen sein“, die vorgeworfenen Taten ein. Wie das Lügenkonstrukt von „Miss Pentagon“ entstanden ist, konnte er sich angeblich nicht mehr genau erklären, jedoch räumte er auch sämtliche geschriebenen Nachrichten mit den perversen „Aufgaben“ ein. Auch die Drohungen über SMS wurden bestätigt, welche erst Auslöser für das leichtgläubige Handeln der Mädchen waren. Trotzdem sprach der geständige Kinderschänder von einer vermeintlichen „Freiwilligkeit“ zumindest der 14-Jährigen, sowie einer Liebesbeziehung zwischen den beiden, die dadurch entstanden sei.

Panikattacken und epileptische Anfälle

Die 14-Jährige leidet jedoch seither stark unter den bestialischen Vorfällen. Bis zu zwei Stunden andauernde epileptische Anfälle, Panikattacken und Weinkrämpfe sind die psychischen Folgen für das missbrauchte Mädchen. Auch seine 12-jährige Nichte kam hierbei freilich nicht nur mit einem Schrecken davon. Die Nebenklage ließ verkünden, dass das Kind die Taten nicht verarbeitet hat. Zwar sei sie bereits in ambulanter Behandlung gewesen, jedoch mache sich das Geschehene etwa bei Leistungseinschränkungen in der Schule stark bemerkbar.

Die beiden Opfer werden die Angst, den Ekel und die Hilflosigkeit sicherlich ihr ganzes Leben lang nicht richtig verarbeiten können, wogegen der gewissenlose Täter nach seiner Haftstrafe wieder froh in die „Freiheit“ zurückkehrt und wer weiß, womöglich in seinem Trieb neue Opfer sucht. Deshalb steht für uns bereits jetzt fest, dass die Strafe zu Gering ausfallen wird und einem Schlag in das Gesicht der Mädchen und ihren Angehörigen darstellt.

Auch weiterhin verfolgen Aktivisten unserer Partei den Prozess und werden selbstverständlich über den Verlauf im Gerichtssaal berichten.

×

Schneller und einfacher Kontakt über WhatsApp - Einfach auf den unteren Button klicken!

 

Kontakt über Threema unter der ID:
Y87HKB2B

×