HUTTENBRIEFE: Angriff der Multikultur auf die Kulturen – Teil 2/2

FRAGE: Die bisherigen Darlegungen verweisen eindeutig auf das langzeitige Wachsen von Kultur aus einer Schicksals- und Abstammungsgemeinschaft heraus. Welchen Einfluß auf die Kultur hat nun, im Vergleich zur genetischen Veranlagung, die Erziehung?

HB: Grundsätzlich ist die Erziehung eine durch das Erbgut vorgegebene Größe, auch wenn dies heutzutage gerne geleugnet wird. Denn die Erziehung ist ebenso wie die Kultur etwas langzeitig Gewachsenes. Schließlich haben unsere vorzeitlichen Ur-Ur-Großeltern ihre Kinder nicht durch Erziehung zum Burschen oder Mädel gemacht, sondern sie haben in ihrer Erziehung instinktiv (angeboren) und intuitiv (erkennend) das von der Natur vorgegebene Geschlecht geachtet und angenommen. In gleicher Weise verhält es sich mit anderen erzieherischen Maßnahmen und Werten. Insofern bewegt sich die Erziehung naturgemäß innerhalb einer durch das Erbgut vorgegebenen Bandbreite, ist also gewissermaßen selbst vererbbar; die Schlußfolgerung entspricht übrigens dem Lorenz’schen Begriff der „kulturellen Evolution“. Diese Gesetzmäßigkeit ändert sich jedoch mit der Beeinflussung durch artfremde Kulturbestandteile. So hat z. B. in unserem Raum die fremde, 1.500 Jahre währende, Religion des Christentums angestammte Verhaltensweisen auch in nachteiliger Weise verändert (Akkulturation – Kulturwandel durch andere kulturelle Einflüsse).
Aus dieser Beobachtung folgt: je tiefer ein fremdartiger Einfluß in die Lebensweise einer Volksgemeinschaft eindringt, umso größer wird die Auswirkung der (Um-)Erziehung im Gegensatz zum Wesen des Volkes. Dies schlägt sich selbstverständlich in der Kulturleistung eines Volkes nieder und kann bis zur Kulturlosigkeit eines Volkes oder bei gleichzeitiger Vermischung gar zum Untergang führen. Dabei stehen Kulturverlust und Vermischung in einem gefährlichen Zusammenhang.
Konrad Lorenz vergleicht hinsichtlich der Erziehung junger Menschen das Vorenthalten wesentlicher kultureller Grundlagen mit dem Herausschneiden von Gensequenzen aus der DNS eines Lebewesens und erkennt darin eine seelische Verletzung bzw. einen zur Behinderung führenden, unzulässigen Eingriff in die Gesundheit des menschlichen Organismus. Das ist mit dem Begriff der Menschenwürde nicht vereinbar. Insofern ist die kulturell verwurzelte Erziehung ein entscheidender Bestandteil der Menschenwürde und Voraussetzung für die zukünftige Lebenskraft eines Volkes.

FRAGE: Vorhin wurde der Begriff der Akkulturation (Kulturwandel) verwendet. Inwieweit ist Kultur tatsächlich wandelbar?

HB: Grundsätzlich lassen sich drei Fälle kultureller Entwicklung unterscheiden:
Eine aus einer völkischen Gemeinschaft lebende Kultur ist ständig im Fluß. Sie entwickelt sich weiter, aber sie wandelt sich nicht.
Unter dem Einfluß anderer Kulturen (Kulturkontakte) werden aus eigenem Antrieb Kulturbestandteile übernommen oder abgeändert, wenn sie sich in die vorhandene, eigene Kultur einfügen lassen. Diese Einbindung erfolgt allmählich. Sie unterliegt gewissen natürlichen Gesetzmäßigkeiten. Daher erfolgt kein Kulturwandel, sondern eher eine Weiterentwicklung der bestehenden Kultur. Ein Beispiel ist der Handel mit anderen Völkern und Kulturen und die Nutzung oder Weiterverwertung des Handelsgutes (z. B. Kartoffel).
Ein Kulturwandel findet hingegen statt, wenn fremdartige Einflüsse mehr oder weniger deutlich aufgezwungen werden. So ist z. B. der folgenschwere Einfluß der abendländischen Kultur auf die Kulturen der Eingeborenen während der Kolonisierung bekannt. Und die Meinungen mehren sich, die in ähnlicher Weise verheerende Auswirkungen des liberalistischen Materialismus auf die abendländische Kultur sehen. Es muß also festgestellt werden, daß ein Kulturwandel nie freiwillig erfolgt, sondern immer einem Zwang unterliegt.

FRAGE: Was ist mit einer „multikulturellen Gesellschaft“ gemeint? Was sind ihre Grundgedanken? (multi = viel; lat.)

HB: Gemäß Zitat folgendes: „Die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sollen in ihrer kulturellen Eigenständigkeit und mit ihrem spezifischen sozio-kulturellen Hintergrund eine emotional und rechtlich gesicherte Beziehung zu ihrer Wahlheimat entwickeln können.“ (G. Müller-Trimbusch, CDU, 1990/91) In dieser „multikulturellen Gesellschaft“ soll also jeder Ausländer so leben können, wie er es von zu Hause gewohnt ist und zwar in einer gefühlsmäßig und rechtlich gesicherten Beziehung. Nur die inländischen Mitbürger müßten sich umgewöhnen. In unserem Fall hätten wir uns nicht nur an europäische Ausländer, sondern auch an fremde, außereuropäische Menschen zu gewöhnen. Dafür ergäben sich für Inländer folgende Vorteile:

a. Kulturelle Vielfalt durch eigenständige kulturelle Werte der ausländischen Mitbürger;
b. Stützung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit durch die Arbeitskraft ausländischer Mitbürger;
c. rein zahlenmäßige Zukunftssicherung der Bevölkerungsstruktur durch die ausländischen Mitbürger und deren Kinder (nach G. Müller-Trimbusch, CDU).

Ein friedliches Zusammenmischen aller Menschen und Kulturen ist vordergründig das erklärte Ziel dieser „multikulturellen Gesellschaft“ (neuerdings: „moderne Zivilgesellschaft“).

FRAGE: Ist das Ziel einer „multikulturellen Gesellschaft“ überhaupt durchsetzbar?

HB: Nein. Ohne Zwang, d. h. ohne Androhung oder Ausübung von Gewalt, und ohne eine geistig-seelische Umerziehung gibt es keine „multikulturelle Gesellschaft“, sondern ausschließlich kulturelle Gemeinschaften. Dies ist naturgesetzlich und vor allem lebensgesetzlich bedingt, evolutionär gegründet und geschichtlich belegbar.

FRAGE: Die Geschichte zeigt aber auch, daß Gewalt ausgeübt wird; z. B. mit dem Erfolg, daß in Deutschlands Städten über 20 % Fremde leben, ein bedrohlicher Anstieg der Kriminalität und dem gegenüber sinkende Geburtenzahlen in deutschen Familien zu verzeichnen sind. Ist die „multikulturelle Gesellschaft“ noch aufzuhalten, bzw. ist sie nicht bereits Wirklichkeit?

HB: Es gibt in der Tat nichts zu beschönigen; Umerziehung und eine verantwortungslose Politik stellen unser Volk vor ungeheure Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten sind umso schwerwiegender, wenn wir bedenken, daß es für das Überleben eines Volkes keine Gewähr gibt, außer der eigenen Überlebenskraft und dem unbedingten Überlebenswillen. Die Forschungsarbeiten eines Konrad Lorenz u. a. zeigen aber auch, daß es in der Natur gewisse wiederherstellende Ordnungsrahmen gibt, die gesetzmäßige Gültigkeit besitzen. Dies gilt auch für die Befreiung von Zwängen, denen ein Volk für gewisse Zeit unterworfen sein kann. Das dann schlagartig zum Vorschein kommende Abwehrverhalten ist durch Umerziehung nicht zu verhindern, da es zu den Urtrieben des Menschen gehört. Da mittelfristig keine größeren Änderungen des Triebverhaltens (z. B. im evolutionären Sinne) zu erwarten sind, können und müssen wir von solchen Verhaltensweisen auch zukünftig ausgehen.
Demzufolge ist jede „multikulturelle Gesellschaft“ nur von kurzer Dauer (siehe UdSSR, Jugoslawien, USA). Gerade in den ehemaligen Ländern des sogenannten Ostblocks hat eine Umkehr im Denken und teilweise bereits im politischen Handeln eingesetzt. Ungarn, die Slowakei oder Rußland stehen neuerdings für ein Bekenntnis zu Kultur und Volk. Besonders deutlich bekannte sich der russische Präsident Wladimir Putin am 19.September 2013 auf dem Valdai-Forum zu den kulturellen Werten gewachsener Völker. Damit stellte er sich und Rußland auf die Seite all jener Völker, die ihre kulturellen Werte, ihr völkisches Wesen und ihren Fortbestand in die Zukunft tragen wollen – in der Überwindung von Angriffen dekadenter und multikultureller Art, in der Abwehr Besitz ergreifender und zerstörerischer Übergriffe.
Die Frage müßte also andersherum lauten: Läßt sich die weltweit angebrochene nationale Entwicklung noch aufhalten? Die Antwort: Nein! Während sich der Stern des Liberalismus, seinen Zenit überschreitend, mit Glitter und Glanz, mit Machtgebaren und Weltbeglückungsmissionen schmückt, hat die lebensgesetzliche Selbstfindung der Völker längst begonnen!

FRAGE: Die Selbstfindung der Völker, die Rückbesinnung auf kulturelle Werte und die Wiederherstellung natürlicher Ordnungen – das alles geschieht doch wohl nicht von alleine?

HB: Nein, von alleine nicht, sondern auf Grund ursächlicher Zusammenhänge. Selbstverständlich ist der Mensch verstandesgemäß in der Lage naturgesetzliche Entwicklungen kurz- oder mittelfristig zu verlangsamen oder zu beschleunigen, abzuschwächen oder zu verstärken – verhindern kann er sie jedoch nicht! Unsere Aufgabe ist es also, den evolutionären Weg des Menschen und den lebensgesetzlichen der Völker als Bestandteil der Naturgesetze zu erkennen und innerhalb einer vorhandenen Spurbreite selbst zu gehen. Die Spurbreite ist für jeden Menschen durch seine völkische Zugehörigkeit und durch die Zeit, in die das Schicksal ihn gestellt hat, vorgegeben. Deshalb gilt es im Menschen, vor allem im jungen Menschen, den Mut zum Lebenskampf, die schöpferische Kraft und den Willen zur Leistung zu wecken. Dies ist die immer wiederkehrende Forderung des Lebens an jede Generation. Die Erziehung zur Kultur ist ein Grundpfeiler zur Erfüllung dieser Forderung.

FRAGE: Was bedeutet Erziehung zur Kultur und wie ist sie zu verwirklichen?

HB: Die Frage spricht im Besonderen zwei Lebensebenen an, die familiäre und die völkische Erziehung. Beide fließen jedoch ineinander und sollen sich gegenseitig befruchten. Wie für den Bau eines Hauses ein Bauplan vorhanden sein muß, so ist für die Erziehung ebenfalls ein solches Vor-Bild nötig. Während dieses Vorbild in der Familie sehr persönlich und greifbar ist, ist es im Politischen, d. h. in dem die Volksgemeinschaft betreffenden Sinne, eher übergeordnet und allgemein. In beiden Fällen ist das Bekenntnis zur völkischen Gemeinschaft und zu ihren kulturellen Leistungen ein grundlegendes Element des Vorbildes und damit auch der Erziehung. Von diesem Bekenntnis ausgehend, bedeutet Erziehung zur Kultur, eine völkische und kulturelle Weiterentwicklung zu ermöglichen. Sie beinhaltet die Hinführung zu unseren überlieferten Werten und ist eine charakterliche Ausbildung zur Persönlichkeit. Erziehung zur Kultur heißt nun, den Kampf überhaupt erst einmal aufzunehmen, heißt sich selbst zum Kulturträger und Kämpfer zu entwickeln. Beides in sich zu verkörpern ist nicht einfach.
Wir erleben es oft, daß „gegen“ die Überfremdung, „gegen“ die Umerziehung ins Feld gezogen oder auf die Straße gegangen wird – warum nicht „für“ unser Volk, „für“ unsere Kultur? Leider ist es leichter „gegen“ etwas zu sein, als „für“ etwas zu leben! Genauso häufig erleben wir andererseits, daß man sich zum Erhalt von Brauchtum und Kultur in kleine Gruppen zurückzieht, um der schlechten Welt nicht begegnen zu müssen! Dabei wird vergessen, daß sich Brauchtum und Kultur, wenn sie leben sollen, weiterentwickeln müssen. Und Leben heißt: sich bewähren!
Die Verwirklichung der Erziehung zur Kultur liegt also zunächst bei jedem Einzelnen und hängt von dem Umfeld ab, mit dem er sich umgibt. Suchen wir uns die entsprechenden Kameraden und Freunde, bilden wir Gesinnungsgemeinschaften! Aber nicht, um „irgendwo mitzumachen“, sondern weil wir etwas leisten wollen, um somit unserem Volk, unserer Kulturgemeinschaft zu dienen! Wie die Kultur nur aus der Gemeinschaft wachsen kann, kann auch die Erziehung zur Kultur nur in der Gemeinschaft verwirklicht werden. Die Erziehung zur Kultur bedingt also das tagtägliche Bekenntnis, Kulturträger und Kämpfer für eine volkstreue Gesinnungsgemeinschaft zu sein!

FRAGE: Mit diesem Bekenntnis ist ein hoher Anspruch verbunden…

HB: Das ist richtig. Schließlich muß das Leben als Tat bestanden werden. Und diese Tat ist und bleibt die Umsetzung der vorab erarbeiteten geistigen Grundlagen in die Wirklichkeit. Auf diesem Boden der Umsetzung in die Tat, einer in kulturellem Sinne bewußten Lebensgestaltung, muß die Erziehung stehen! Ohne wirklichkeitsfremd zu sein, ohne verwässernde Ängstlichkeit zu zeigen, muß es uns immer wieder gelingen, das Bekenntnis zu Volk und Art, zu unserer Kultur und zum Lebensgesetz in die Zukunft zu tragen.
Dies ist die kulturelle und erzieherische Aufgabe unserer Zeit: zwischen Gefühl und Verstand, zwischen Instinkt und Intuition wieder eine Einheit herzustellen und damit charakterfeste Persönlichkeiten heranzubilden, die einen unbeugsamen Lebenswillen und die Bereitschaft zur Verantwortung in sich tragen! Jeder muß sich gewahr sein, daß es um nichts Geringeres geht, als um unser Volk!

 

Siehe: Teil 1





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