Vom Dichter zum Räuber – Wanderung am Kaitersberg

Spontan war es, als sich am Sonntag, den 14. Oktober 2018, Aktivisten vom Stützpunkt Ostbayern am „Eck“ in der Gemeinde Arrach trafen und den wunderschönen Herbsttag in der Gemeinschaft sowie der unverfälschten Heimat zu genießen. Belohnt wurde der Ausflug, welcher unter dem Motto „Körper & Geist“ stattfand, nicht nur mit dem herrlichen Panoramablick auf den Bayerischen Wald, sowie tief nach Böhmen hinein, sondern vor allem auch mit dem herrlichen abendlichen Gefühl, diesen Tag sinnvoll genutzt zu haben. Ein großer Anteil der bayerischen Bevölkerung hat ja, wie mittlerweile bekannt, den Sonntag, der sogleich Wahltag war, wieder einmal der weiteren Zerstörung unserer Heimat gewidmet, und ihr Kreuz bei den volksfeindlichen Kräften von CSU bis Grüne gesetzt.

In einer Höhe von 843 Metern begann die Wanderroute über den sogenannten Goldsteig. Gleich zu Beginn fordert dieser Weg, mit einem rasanten Aufstieg zum großen Riedelstein (1.132 m), gleich einmal einiges an Kraft. Diese Anstrengung wird dann aber sogleich mit dem Ausblick belohnt, wenn man am Denkmal zu Ehren des „Waldschmidt“ steht. Maximilian Schmidt genannt Waldschmidt war ein bekannter Heimatdichter des 19. Jahrhunderts, der nicht zuletzt wegen seinen rund 60 Volkserzählungen bekannt geworden war und aus Eschlkam stammte. Der Heimatschriftsteller war übrigens auch der Initiator des Bayerischen Fremdenverkehrsverbands und aus seinem Wirken entwickelte sich auch der jährliche Trachten- und Schützenzug zum Münchner Oktoberfest, der auch heute noch unzählige Zuschauer anlockt.

Auf einem der vielen Punkte, von wo man weiter über das Land blicken kann

Doch lassen wir den Bayerwald-Dichter selbst zu Wort kommen, der seine Werke gekonnt in der einzigartigen Mundart verarbeitete:

„Im Boaerwald gitt’s Berg und Tal,
und Gschlössa nui und alt,
gitt’s schöne Örta nach da Wahl,
do ’s Schönste drin is anemal
da Wald, da schöne Wald!

Da Wald is’s, der in seina Pracht
is ewi jung, nia alt,
der eam von Berg und Tal zualacht,
der ’s Herz eam froh und weita macht,
da Wald, da schöne Wald!

Wenn’s hoamli rauscht im Waldrevier,
da Vogelsang drin hallt,
da kimmt dir all’s so heili vür
und Wundersam’s red’t a zu dir,
da Wald, da schöne Wald!

Red’t zu dein Herz, macht’s wieda g’sund,
wenn’s trauri is, gar bald,
und heilt dei‘ Kümmernis von Grund,
er macht an Leib und Seel die g’sund,
da Wald, da schöne Wald!

Versäum die nöt, i rat dir’s guat,
magst jung sei‘ oder alt,
g’wiß bringt a dir an‘ neua Muat,
a Freudigkeit, a lebfrisch’s Bluat,
da Wald, da schöne Wald!“

Das Waldschmidt-Denkmal wurde von Handwerkern aus Arnbruck errichtet

Freudigkeit, Mut und ein lebfrisches Blut bekamen auch die heimatbewussten Wandersleut, die weiter über Stock und Stein am Bergkamm des Bayerischen Waldes weitermarschierten. Bei 1.044 m erreichten sie schließlich die Rauchröhren – zwei vor allem bei Kletterern beliebten Steingipfeln, die wie zwei Türme ins Tal blicken. Mit etwas Mühe hat man die obere Plattform bald erklommen, wovon man einen imposanten Rundblick erhaschen kann.

„Körper & Geist“ am Kaitersberg
Ein Plätzchen zum rasten und staunen

Lange wurde sich jedoch nicht dort aufgehalten, freuten sich die „III. Weg“-Aktivisten ja bereits auf die Einkehr in der Kötztinger Hütte, am Mittagstein in 1.034 m Höhe. Gerade die Terrasse, am Osthang des Berges, lässt einen wunderschön ins Zellertal blicken, während man mit regionalen Köstlichkeiten versorgt wird.

Der Kaitersberg war auch Zeuge des letzten Verteidigungskampfes deutscher Soldaten und die Zerstörung alliierter Besatzertruppen. So richteten sich am 2. Mai 1945 Rohre amerikanischer Feldartillerie, die ihren Feuerstand in Wettzell hatten, gegen die Kötztinger Hütte. SS-Einheiten waren das Ziel der Alliierten. Im Beschuss brannte auch die Hütte bis auf die Grundmauern nieder. Die heutige Rasthütte wurde auf den Ruinen wieder neu errichtet. Wenige Meter entfernt lädt ein Ehrenmal zum Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege ein.

Selbstverständlich nutzten die volkstreuen Naturfreunde die Gelegenheit, um vor dem Birkenkreuz inne zu halten und den Helden unseres Volkes andächtig Danke zu sagen.

Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu!
Anmutig und mahnend blickt das Birkenkreuz aufs Tal hinab

Da der spontane Wanderausflug erst am frühen Nachmittag begann, setzte langsam aber sicher die herbstliche Dunkelheit ein, was aber der Lust keinen Abbruch tat. Frohen Mutes ging es Richtung Kötzting hinab, auf einen recht steinigen und von Baumwurzeln geprägten Trampelpfad.

Hier erreichte man auch schließlich den letzten Halt, bevor man sich in der Nähe von Kötzting wieder auf den Nachhauseweg machte. Die Höhle des berüchtigten Räuber Heigl, die von den Wanderern auch im Inneren unter die Lupe genommen wurde.

Michael Heigl, der als Räuber Heigl bekannt wurde, trieb im Bayerischen Wald Mitte des 19. Jahrhunderts sein „Unwesen“. Es war eine schlechte Zeit und die Armut war groß. Die Eltern des einstigen „Robin Hood vom Bayerwald“ waren Tagelöhner, so war bereits die Kindheit von Michael von Hunger geprägt. Bis heute halten sich die Geschichten in der Region, wonach der Räuber Heigl den Reichen genommen und den Armen gegeben hat. Wohl aufgrund dieser Taten wurde er immer wieder von Bauern, Knechten und Tagelöhnern versteckt. Bekanntheit erlangte er aber vor allem durch die Tatsache, dass er die Gendarmerie und ihr Ansehen bedrängte und die Obrigkeit vorführte. Ein Volksheld – schon damals – der sich hier am Kaitersberg in einer Höhle versteckte.

Informationstafel am Eingang der Höhle

Der Landrichter Carl von Paur wollte sich jedoch nicht mehr länger vorführen lassen und richtete in Hohenwarth eine Polizeistation nur wegen Michael Heigl ein. Sein Trick dabei war, dass er die Gemeindebürger dafür zahlen ließ und so die Armut noch weiter vorantrieb und sie gleichzeitig damit erpressen wollte, den Räuber Heigl zu verraten. Das wirkte und der Räuber samt Geliebter wurde bei Simpering gesehen und sein Versteck am Kaitersberg schließlich eingekreist. Bei der Wehrsetzung traf er einen Verfolger mit einem Streifschuss am Kopf, wurde jedoch schließlich überwältigt. Vor Gericht stand er schließlich wegen des „Mordversuches“ bei der Festnahme und allerlei Taten von Raub und Diebstahl.

Todesstrafe war das Urteil und durch den Druck des Volkes gab man einem Gnadengesuch nach und wandelte die Strafe in lebenslange Haft um. In Au bei München, einem Arbeitshaus, wurde er vier Jahre später von einem Mitgefangenen im Streit mit dessen Eisenkugel erschlagen.

Die Räuber Heigl Höhle lockte die Neugierde der Wandersleute

So endete an diesem Tag ein Wanderausflug mit sehr vielen Eindrücken, der die Gemeinschaft stärkte. Gemeinsam überwanden die Aktivisten den Bergkamm und konnten dabei die Einzigartigkeit des Bayerischen Waldes erfahren, den Dichter Waldschmidt und den Räuber Heigl kennenlernen und den Soldaten beider Weltkriege gebührend gedenken. So versprachen sich die Wandersleut beim Abschied in die Hand, sich baldmöglichst wieder in die heimatliche Natur zu wagen und einen derartigen Ausflug zu erleben.

Das Angebot zum Mitwandern und in volkstreuer Gesellschaft die Natur zu erleben, steht freilich auch anderen heimatverbundenen Gleichgesinnten offen. Ob Wanderungen, Kanufahrten, Bergtouren und anderweitige Freizeit-Aktivitäten – „Der III. Weg“ organisiert des Öfteren derartige Unternehmungen und dies nicht nur im Bayerischen Wald. Wer Lust hat sich an der ein oder anderen Aktivität in der freien Wildbahn zu beteiligen und in Gemeinschaft unsere herrliche deutsche Natur zu erkunden, kann sich gerne unter Kontakt bei uns melden.





2 Kommentare

  • Ich möchte gerne bei Euch einsteigen und bei und mit Euch sein.

    André aus Köln 18.10.2018
    • Dann schick uns deine Anschrift und du bekommst ein Infopaket.

      admin 18.10.2018