Tierquälerei bei Großbauer im Allgäu

Auf einem der größten landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern wurden Kühe auf grausame Art und Weise gequält und mussten auf elendige Weise verenden. Obwohl auf dem Hof Kontrollen durchgeführt wurden, konnte der Großbauer diese Praktiken verheimlichen. Der Hof ist ein gutes Beispiel für die Folgen von Massentierhaltung, die durch die hemmungslose Konsumgesellschaft gefördert wird. Mit den klassischen Werten des deutschen Bauernstands hat diese skrupellose Ausbeutung von Tieren nichts mehr zu tun.

In Bad Grönenbach im Allgäu leben auf einem Hof mehr als hundert Kühe. Der Hof wurde von Franz Endres, im Volksmund „der Bossenbauer“ genannt, gepachtet. Franz Endres ist ein Großbauer, der nach eigenen Angaben 1800 Kühe besitzt. Es gibt kaum einen Bauern in Bayern, der mehr Kühe hält. Während der Bauernstand in Deutschland generell in Not geraten ist, unter anderem da der Milchpreis zu niedrig ist, um von der Viehhaltung leben zu können, gibt es einige findige Großbesitzer, die sehr gut über die Runden kommen. Sie kaufen von Bauern, die ihre Höfe aufgeben müssen, weil sie keinen Nachfolger finden oder sich den Betrieb nicht mehr leisten können die Kühe auf. Dank Massentierhaltung fällt für diese Großbauern der Kosten-/Nutzenvergleich anders aus. Sie profitieren von der Tendenz des Kapitalismus zu großen Marktmachtkonzentrationen, also der klassischen Besitzverlagerung von den „Armen“ zu den „Reichen“.

Doch die Verlierer sind nicht nur die – noch – zahlreichen kleinen Höfe, die in Bayern nur um die 40 Kühe halten. Vor allem leiden auch die Tiere selbst, die in Bedingungen leben müssen, die mit einem deutschen Ehrbegriff gegenüber Lebewesen nicht in Einklang zu bringen sind. Der Süddeutschen Zeitung und den ARD-Magazinen wurden von einem Tierrechtsverein Materialien zugeschickt. Verdeckte Aufnahmen zeigen, wie beispielsweise eine Kuh mit einem schraubenzieherähnlichen Gegenstand immer wieder in die Flanke geschlagen wurde, um das altersschwache Tier in Bewegung zu bringen. Andere Tiere wurden an Schwanz und Ohren gerissen und getreten. Eine gefesselte Kuh wurde in einer Baggerschaufel zu einem Gitter transportiert, wo sie fallengelassen wurde und mit dem Kopf aufschlug.

In einen abgetrennten Bereich wurden kranke Tiere transportiert, um sie dort elendig krepieren zu lassen. Die Tiere verhungern und winden sich unter Qualen, doch bekommen keine medizinische Versorgung oder wenigstens eine Spritze, die ihrem Leiden ein Ende setzt. Sie sind in der kapitalistischen Verwertungslogik zu nichts zu gebrauchen und bekommen daher keine Aufmerksamkeit. Auch im Sterben müssen die Tiere noch leiden. Denn sie werden nicht fachgerecht betäubt, um dann den Kehlenschnitt zu bekommen. Stattdessen müssen die verlorenen Tiere noch minutenlang weiter leiden. So beispielsweise auch eine kalbende Kuh, deren Nachwuchs die Arbeiter des Betriebes nicht entbunden kriegen. Nach einigen Versuchen lassen sie die Kuh am Boden liegend sterben, während das Neugeborene halb aus dem Leibe ragt.

Großbauer Endres muss sich nicht mehr die Hände schmutzig machen auf seinem Hof, denn er hat viel Personal angestellt. Er beliefert wiederum große Konzerne, denen er Fleisch und Milch zu billigen Preisen verscherbelt. Die wiederum können so die Kundschaft mit „Billigware“ ködern. Abnehmer der Waren vom „Bossenbauern“ sind unter anderem die Käserei, die den Weichkäse „Cambozola“ und den Ofenkäse „Rougette“ produziert. Auch die Molkerei Weihenstephan und der Schlachthof „Vion“ sind Abnehmer.

Im Kapitalismus sind die Menschen zunehmend entwurzelt und von der eigenen Umwelt entfremdet. Sie haben keinen Bezug mehr zu den Lebewesen, die für billiges Fleisch „verwurstet“ werden. Der III. Weg setzt sich für eine gesunde und nachhaltige Ernährung, was auch durch bewusst reduzierten Fleischkonsum gelebt werden kann, sowie insbesondere auch für den Tierschutz ein. „Treue Augen blicken aus den Käfigen zu Dir. Du Kronjuwel der Schöpfung, so behandelt man kein Tier.“, heißt es in einem Lied der Band Stahlgewitter, das treffend die Haltung zusammenfasst, die in den Seelen unseres Volkes wiedererweckt werden muss.





2 Kommentare

  • Weihenstephan kauft in nicht geringem Maß Milch von Landwirten auf, die ihre Kühe in Kettenhaltung 365 Tage im Jahr im Stall halten. gängige Praxis ist ohnehin, daß das geborene Jungtier der Mutter direkt nach der Geburt entzogen wird, denn WIR wollen ja ihre Milch trinken.
    Mal davon ab, daß wir völlig artfremde Muttermlich trinken und man uns erzählt, daß das sehr gesund sei;
    Sie ist lecker, natürlich. Und wer, so wie ich, nicht auf Milch und Milchprodukte verzichten will, sollte zumindest auf biologisch produzierte Lebensmittel zurückgreifen. In der Milchviehaltung bedeutet das vor allem eine artgerechte Haltung, kein Einsatz von Antibiotika, hauptsächlich frisches Grünfutter und Heu (keine Maissilage), keine Kettenhaltung. Und solch ein biologisch produzierter Liter Milch kostet zwischen 1 und 1,20 €, je nach Hersteller; Das wird sich wohl jeder leisten können. Aber solange die Leute gerne den Liter bei Aldi kaufen, für vielleicht 0,60 €, ändert sich wenig an den Zuständen der konventionellen Betriebe.

    Thomas G. 19.07.2019
  • Ab sofort muss ein Tierhalteverbot ausgesprochen werden. Menschen, die Tiere quälen müssen sehr hart bestraft werden.

    Brigitte Rynek 19.07.2019