Jungsturm Erfurt: Repressionen gegen Fußball-Gruppierung

Seit einem Bundesgerichtshof-Urteil von 2015 gegen die Gruppierung „Hooligans Elbflorenz“ stehen erlebnisorientierte Fußballfans verstärkt im Fadenkreuz der Polizeibehörden. Nun hat die Kriminalpolizei Saalfeld Ermittlungen wegen des Verdachts der Bildung einer sogenannten „kriminellen Vereinigung“ gegen die Erfurter Truppe „Jungsturm“ aufgenommen. Zahlreiche Wohnungen wurden in der Region um Saalfeld, in Erfurt, in Sondershausen, im Ilm-Kreis und in Halle an der Saale durchgeführt. Drei Männer wurden festgenommen.

 

Volkstreue Hooligans: Wehrhaft, Unbeugsam, Verhasst

Dekadenz, maßloser Konsum und die Abwertung traditioneller Geschlechterrollen lässt die deutsche Jugend immer weiter verkommen. Abweichler sind den Herrschenden zumindest suspekt. Doch noch immer gibt es Deutsche, die sich dem heutigen Zeitgeist nicht anpassen wollen. Auch die Hooligan-Szene zählt zu den Nonkonformen. Während Deutschlands Ultra-Szene überwiegend links eingestellt ist und viel Zeit zum Einkaufen trendiger Markenschuhe aufwendet, stehen die Hooligans für eine andere Jugend. Sie verbringen ihre Zeit mit Sport und Kämpfen untereinander. Am Wochenende geht es auf den Acker, wo sich die Hooligans im fairen Wettstreit messen. Zudem haben die meisten erlebnisorientierten Fußballfans sich eine nationale Einstellung bewahrt, was diese besonders in den Fokus der Behörden geraten lässt.

Aufgrund ihrer illegalen Kämpfe, aber auch aufgrund ihrer aufrechten Gesinnung, geraten viele Fußballfans und insbesondere Hooligans seit Jahren vermehrt in diesen Fokus. Auch die Demonstrationen der „Hooligans gegen Salafisten“ 2014 könnten dazu beigetragen haben. Im Januar 2015 urteilte der Bundesgerichtshof, dass es sich bei den „Hooligans Elbflorenz“ aus Dresden um eine „kriminelle Vereinigung“ handelt. Dieser äußerst schwammige Kampfbegriff wird gegen diverse Zusammenschlüsse angewendet, die nur über das Vereinsrecht geschützt sind. Hierbei werden Straftaten von Einzelpersonen addiert, um daraus zu folgern, dass der Zweck der Gruppe das Begehen von Straftaten sei. Betroffen sind neben Fußballgruppierungen auch Rocker-Klubs, Kameradschaften oder nationale Bands.

Ein sehr bekanntes Beispiel ist die Justizposse um das sogenannte „Aktionsbüro Mittelrhein“. Die Verteidigung gegen eine solche Kategorisierung ist oftmals schwierig und für die verurteilten Mitglieder hat das Urteil oft harte Konsequenzen. Im Fall der „Hooligans Elbflorenz“ wurden Haftstrafen zwischen neun Monaten und bis zu vier Jahren verhängt. Auch die Auflösung der „Hooligans Elbflorenz“ schon 2009 hatte den Ermittlungseifer der Beamten nicht gebremst. In der Folge hatten sich zahlreiche Fußball-Gruppen, wie beispielsweise Inferno Cottbus, aufgelöst. Viele erlebnisorientierte Fans lassen sich dennoch nicht einschüchtern und agieren verstärkt konspirativ.

Nachdem es bereits im Oktober 2019 zu einer groß angelegten Razzia gegen Erfurter Fußballfans kam, haben die Behörden nun erneut zum Schlag ausgeholt. Den Beschuldigten wird unter anderem vorgeworfen, sich mit Anhängern der überwiegend linken Fanszene von Carl Zeiss Jena eine Schlägerei geliefert zu haben. Gegen die linke Gruppierung „Horda Azzuro“ aus Jena wird selbstredend nicht ermittelt. Weitere Schlägereien werden den Hooligans zur Last gelegt. Sogenannte „szenekundige Beamte“ haben die Anhänger als „Problemfans“ und zum Teil aktive Kampfsportler beschrieben. Im Rahmen der Durchsuchungen haben die Beamten Sturmhauben, Datenträger und Fußballfanartikel beschlagnahmt. Drei Mitglieder im Alter zwischen 26 und 28 Jahren wurden festgenommen.





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