Corona-Ausbruch in Ostwestfalen: Rumänien kritisiert Arbeitsbedingungen

Beitragsbild Fakten Einschätzungen Strategien bei der Corona-KriseBei dem Wurst-Großkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist es zu einem großen Corona-Ausbruch gekommen. Über 1500 Arbeiter haben sich mit dem neuartigen Virus infiziert. Beim überwiegenden Teil der Infizierten handelt es sich um osteuropäische Arbeiter. Mehr als die Hälfte der Infizierten sollen Rumänen sein. Der rumänische Botschafter in Berlin, Emil Hurezanu, hat nun die Arbeitsbedingungen bei Tönnies kritisiert. Er forderte Verbesserungen bei den Lebensbedingungen der Arbeiter. Außerdem wünschte er mehr Transparenz und Überschaubarkeit. Schlachtkonzerne sind beispielhaft für die skrupellose Ausbeutung im Kapitalismus. Deutsche Arbeiter sind durch ausländische Niedriglöhner substituiert worden, um den maximalen Kapitalertrag für die Eigentümer erhalten zu können. Eine völlig verfehlte Laissez-Faire-Politik der herrschenden Neoliberalisten hat die Ausbildung von ausbeuterischen Strukturen begünstigt.

 

Ausländische Lohndrücker statt anständigem Lohn für deutsche Arbeiter

Der Tönnies-Konzern ist einer der größten Fleischhersteller in Deutschland. Das Werk in Rheda-Wiedenbrück soll bis zu 20 Prozent des deutschen Marktes an Discounter-Wurst produzieren. 1971 gegründet, hatte der Konzern sich stetig nach oben gearbeitet. Die Gewinne des Konzerns sind gewaltig: 2018 konnte man einen Umsatz von 6,1 Milliarden Euro verbuchen. Im Jahr 2016 wurden allein in Deutschland 16,2 Millionen Schweine geschlachtet. Zum Tönnies-Konzern gehören unter anderem die Wurstmarken Bökler und Gutfried, aber auch die Tillman`s Fleischprodukte. Aldi, Lidl und Rewe werden von dem Fleischgiganten beliefert. Das Discounterfleisch ist extrem günstig und daher gefragt. Doch die Schattenseiten des billigen Konsums liegen in der Herstellung. Neben Massentierhaltung sind auch die Arbeitsbedingungen des Konzerns fragwürdig.

Eine erste Auswirkung des beginnenden Volkstodes ist ein sinkendes Angebot an Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt. Viele deutsche Arbeiter sind daher nicht mehr bereit, zu jeden Bedingungen zu arbeiten. Normalerweise müssten Arbeitgeber daher um qualifizierte Arbeiter mit guten Arbeitsbedingungen konkurrieren. Doch für profitgeile Großunternehmer steht hohe Rendite im Mittelpunkt ihrer Gedanken. Daher wurde der deutsche Arbeiter still und heimlich durch osteuropäische Arbeiter substituiert. Schon 2008 haben in Rheda-Wiedenbrück 2000 Osteuropäer gearbeitet, denen nur noch 250 deutsche Arbeiter gegenüberstanden. Diese arbeiten zu ausgesprochen schlechten Arbeitsbedingungen. Immer wieder drangen Berichte über die kläglichen Zustände bei Tönnies an die Öffentlichkeit. So sollen Mitarbeiter mit Kameras überwacht worden sein, Löhne unterhalb des Mindestlohns gezahlt werden und Arbeiter in überteuerten Massenunterkünften einquartiert worden sein.

Die Politik wusste von dem Geschehen bei Tönnies und schritt nicht ein. Kein Wunder – Tönnies ist kein Einzelfall, auch bei Konzernen wie Westfleisch in Coesfeld sollen schlimme Zustände herrschen. Auch bei der Zuckerreduktion hat die Politik bereits versagt und lieber auf die sogenannten „Selbstregulierungskräfte des Marktes“ vertraut, als ordnend tätig zu werden. Es liegt in der Natur des kapitalistischen, tarnend „soziale Marktwirtschaft“ betitelten, System der Wirtschaft freies Spiel zu lassen. So entstehen riesige Großkonzerne, während kleine und mittelständische Betriebe zerstört werden. Weite Teile des deutschen Volkes wurden im Zusammenspiel von Politik und Kapital zu einer dumpfen Konsumgesellschaft erzogen. Freilich trägt auch die Gier nach billigem Fleisch zu den geschilderten Zuständen bei.

 

Kapitalismus zerschlagen – Gemeinschaft statt Konsumgesellschaft

Die Partei „Der III. Weg“ fordert die Zerschlagung von internationalen Großkonzernen. Konzerne wie Tönnies geloben angesichts des geballten Volkszorns angesichts der neuerlichen Corona-Beschränkungen infolge des Fleischskandals Besserungen und heucheln Reue. Doch langfristig ist davon auszugehen, dass Tönnies die osteuropäischen Arbeiter eher durch neue billige Arbeiter, vielleicht Afrikaner oder Araber, ersetzen wird. Nur billiges Fleisch sichert den Großkonzernen ihre Machtposition und ihre Vorherrschaft gegenüber kleinen, lokalen Metzgereien. Sobald sich der Unmut gelegt hat, dürfte es also weiter gehen wie zuvor. Nur eine Intervention des Staates, wie er im liberalkapitalistischen System nicht zu erwarten ist, kann etwas ändern. Daher braucht es einen Systemwechsel! Dieser Wandel muss bereits in den Köpfen beginnen, wo Lebensmittel eine neue Wertschätzung erfahren müssen.

Freilich müssen sich hierfür auch andere Dinge ändern. Denn natürlich sind viele Deutsche heute auf niedrige Lebensmittelspreise angewiesen, weil die exorbitanten Kosten für Miete und Strom zum Sparen beim Essen zwingen. Wenn der Konsum von billigem Fleisch reduziert werden soll, müssen gleichzeitig die Preise für nachhaltige Lebensmittel wie Obst und Gemüse sinken. Hier könnten Subventionen für regionale, ökologische Bauern hilfreich sein. Außerdem muss selbstverständlich gegen Mietwucher und Spekulation mit deutschem Boden vorgegangen werden. Das kapitalistische System steht nicht nur wirtschaftlich kurz vor dem Bankrott – es ist auch moralisch am Ende. Zeit also für die nationale Revolution – Zeit für den Deutschen Sozialismus!





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