Apfelernte im Westerwald

Der Apfel, das wohl beliebteste Obst der Deutschen. Seit jeher genießen wir dieses süße und gesunde Obst. Einem Sprichwort nach soll ein Apfel täglich zur Gesunderhaltung beitragen. Deutschland kann auf eine lange und sortenreiche Apfeltradition zurückschauen. Mehr als zweitausend Apfelsorten gibt es allein in unserem Land. Nur schauen wir einmal in die Läden… diese Vielfalt finden wir dort bei Weitem nicht. Im Durchschnitt lassen sich maximal acht Sorten ausfindig machen. Warum? Und welche Sorten sind es, die uns dort angeboten werden? Unsere alten Sorten sind es leider nicht! Wobei es genau jene sind, die für unsere Gesundheit so wertvoll sind. Sie enthalten viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Haben einen sehr geringen Fettanteil und sind kalorienarm. Sie enthalten Pflanzenstoffe (Polyphenole), die beispielsweise den Blutzuckerspiegel senken und höchstwahrscheinlich dazu dienen, die Allergene im Apfel auszuschalten. So lässt sich beobachten, dass wesentlich weniger Allergien beim Verzehr der „alten Sorten“ auftreten. Im Umkehrschluss treten durch den Verzehr „neuer Sorten“ häufiger allergische Reaktionen auf. Diese Beobachtung lässt sich auf die absichtliche Herauszüchtung jener Pflanzenstoffe (Polyphenole) zurückführen. Da stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Warum. Warum züchtet man solche wertvollen Inhaltsstoffe absichtlich heraus? Die Antwort führt uns zu dem Grund, warum die traditionsreichen Sorten kaum noch zu finden sind. Sie ist so einfach wie traurig… Diese Sorten sind nicht so makellos und perfekt anzuschauen und sie sind meist säuerlich. Ja, es ist nicht gewünscht, dass ein Apfel braune Stellen bekommt, eine rauere Schale hat, nicht aussieht wie aus einer Schablone entsprungen oder gar mehrere Geschmackskompositionen bereithält, welche über „nur süß“ hinausgehen. Die wertvollen Polyphenole sind daher völlig fehl am Platz, denn sie aromatisieren den Apfel, machen ihn aber weniger süß. Früchte mit hohem Polyphenolgehalt haben eine nicht immer ganz perfekte Form und das Fruchtfleisch verfärbt sich beim Anschneiden schneller, wird also braun. Daher haben die Sorten, die heute meist in den Märkten zu finden sind, wesentlich weniger solcher Pflanzenstoffe als ihre Vorgänger. Diese „neuen Sorten“ nennt man auch Clubäpfel. Sie gleichen mehr einer Marke, als einer tatsächlichen Sorte. Hinzu kommt ihre unendlich lange Reise von Neuseeland oder Mexiko bis in unsere Obstkörbe. In dieser Zeit verfaulen an unseren heimischen Obstbäumen die Äpfel. Dem ein Stück weit entgegenzuwirken und den Bezug zur eigenen Natur und den heimischen Nahrungsmitteln zu stärken, entschlossen sich Familien aus dem Stützpunkt Westerwald/Taunus, Apfel zu pflücken, einzulagern bzw. zu Apfelsaft zu verarbeiten.

Am Freitagvormittag begannen zwei Aktivisten aus dem Stützpunkt mit dem Auflesen und Pflücken der Äpfel auf einer Streuobstwiese. Hierfür wurden die für die Apfelsaftherstellung vom Baum geschüttelten Äpfel in Säcken verstaut und die Lageräpfel sorgsam direkt vom Baum gepflückt und in Holzkisten abtransportiert. Auf der Streuobstwiese waren u.a. die Sorten Goldparmäne, Boskop und rheinische Schafsnase vertreten.

Am nächsten Tag trafen sich mehrere Familien in einem Garten, um den Apfelsaft herzustellen. Zuerst galt es, die Äpfel zu waschen und faule Stellen zu entfernen. Anschließend wurden die Äpfel mit einer Obstmühle zerkleinert und danach portionsweise in eine der beiden handbetriebenen Pressen gegeben. Schon ab der ersten Pressung lief der Saft rege in unsere Auffangbehälter. Um den Saft zu konservieren, haben wir ihn kurz aufgekocht und heiß in sterilisierte Flaschen abgefüllt. Somit ist er nun mindestens ein Jahr haltbar. Insgesamt konnten wir rund 70 Liter Saft herstellen.





  • Ich weiß nicht, ob das Verschwinden der gehaltvolleren Apfelsorten etwas mit dem Aussehen der Früchte zu tun hat; Am Beispiel der Tomate wird es nämlich erst so richtig abstrus: Es sind weltweit etwa 15.000 unterschiedliche Sorten von Tomaten bekannt, jedoch dürfen nur etwa 80 angebaut werden. Es ist sogar verboten, eine der “unerwünschten” Sorten im heimischen Garten anzupflanzen, sei es für den Privatgebrauch oder um sie zu verschenken – alles nicht erlaubt. Profitgier oder die Optik der Früchte dürften somit ausscheiden, bleibt also die Frage nach dem Warum eines solchen absurden Kontrollwahns.
    Hinsichtlich der Bevölkerung kann es Brüssel nie bunt und “vielfältig” genug sein, jedoch bei den Lebensmitteln… nun ja.
    Wenn der Anbau von Obst und Gemüse eine Ordnungswidrigkeit darstellt, ist man in einer Diktatur angekommen. Es wird von Brüssel aus diktiert, was ein jedes Land zu tun und zu lassen hat.

    Thomas G. 27.10.2020
  • Super!!!
    So lernen die Kleinen die Natur kennen
    und den Umweltschutz gleich mit.

    Helga 27.10.2020
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