Die Weggefährtin #063: Fragerunde mit den Müttern unserer Partei (Teil 1)

Heute befinden wir uns in einer Fragerunde mit einigen Müttern aus unserer Partei “Der III. Weg”.

Unser höchstes Gut ist die Familie und so ist eine größtmögliche Anzahl an Nachkommen anzustreben. Oftmals wird in diesem Zusammenhang auch die Frage gestellt, wie man denn die Familie –besonders die Kinder– mit der Parteiarbeit verbinden könne. Da wir eine ganzheitliche Partei sind, welche aus drei Säulen –Politik, Kultur, Gemeinschaft– besteht, lässt sich Familie und Politik gut vereinen.

In Plauen bietet der III. Weg beispielsweise jeden Freitag ein Frauentreffen an, zudem auch kindgerechten Gitarrenunterricht und eine Theater-Arbeitsgemeinschaft für den Nachwuchs.

Kulturelle Veranstaltungen wie Wanderungen, Sommersonnenwenden, Herbstfeste oder Julfeiern mit Spiel, Gesang und Tanz, aber auch kleinen Wettkämpfen sowie Bastelgruppen sind familien- und vor allem kinderfreundliche Aktionen.

Zudem gibt es soziale Projekte wie die “Hilfe für Deutsche” oder die “Winterhilfe”.
Auch als Schwangere, oder eben als Mutter, muss man sich somit keinesfalls aus dem Parteileben zurückziehen. Wer sich beispielsweise während der Schwangerschaft schonen muss oder generell nicht im Vordergrund stehen möchte, kann auch im Hintergrund sehr gut Aufgaben finden, um sich in die Gemeinschaft des III. Weges einzubringen.

 

Beginnen wir mit der Fragerunde:

 

Hallo liebe Weggefährtin, wie viele Kinder hast Du?

Wir haben zwei Kinder (0 und 4 Jahre).

 

Wie lebt ihr unsere Weltanschauung zuhause mit euren Kindern?

Meinen Mann und mich verbindet eine biologische Sicht auf das Leben und die Welt. Schon beim Kennenlernen legten wir großen Wert auf die gleiche Vorstellung über den Lebensweg und auch das gemeinsame Lebensziel. Unsere Einstellung beschreibt treffend das Zitat: „Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst.“ von Goethe. Wir sind vor der Familiengründung aus der Stadt aufs Land gezogen, damit unsere Kinder naturnah aufwachsen können. Naturverbundenheit und Gemeinschaftssinn sind für uns elementar. So verbringen wir viel Zeit in der Natur, schöpfen aus ihr Kraft und vermitteln ihre Schönheit. Wir wollen, dass unsere Kinder heimatverbunden aufwachsen, die Erde fühlen, denn aus ihr erwachsen unsere Wälder und Wiesen, auf ihr sät der Bauer Obst, Gemüse und Korn, auf ihr errichten wir unser Heim. Man kann und will nur schützen, was man auch liebt. Zudem fördert es die Kreativität, wenn man selber mit Naturmaterialien Neues schafft.

Es regt die Phantasie an, indem man Abenteuer erleben und Geschichten immer wieder neu erzählen kann. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und man wächst enger zusammen. Bindung entsteht durch Erleben und Fühlen und das ist unser höchstes Ziel: bindungsorientiert handeln, denn Bindung ist Liebe und Liebe ist stärker als jeder äußere Einfluss. In den ersten drei Lebensjahren eines Kindes wird der Grundstein hierfür gelegt. Die primären Bindungspersonen erkennt ein Baby vor dem Fremdeln, dann kann es zwischen dem „Wir“ und den „Anderen“ unterscheiden. Das Urvertrauen wird aufgebaut und festigt das Kind emotional, es braucht konstante und verlässliche Bindungspersonen. So haben wir uns dafür entschieden, unsere Kinder nicht vor ihrem 3. Geburtstag fremdbetreuen zu lassen. Natürlich ist das in der heutigen Gesellschaft leider nicht so ganz einfach, da es heute leider „normal“ scheint, sein Kind nach spätestens einem Jahr in die Krippe zu geben, aber für uns war das wichtig und so haben wir es für uns machbar gemacht. Uns ist wichtig, dass unsere Kinder charakterstark und selbstbewusst aufwachsen. Nur wer sicher gebunden ist, wird einen Gemeinsinn entwickeln können, den wir uns in unserer Gemeinschaftsordnung vorstellen und verwirklichen wollen.

 

Welche Werte sind euch wichtig, die ihr euren Kindern vermitteln wollt?

Diese Frage geht mit der Zweiten einher. Wir versuchen den Wert der Natur zu vermitteln, den Wert unseres Bodens und unserer Heimat. Den Wert und die Stellung von uns Menschen und den Zusammenhängen in dieser Welt. Dass alles zusammenhängt und man mit Egoismus, der im heutigen Liberalismus an der Tagesordnung ist, nicht weit kommt. Raus aus der Stadt, aus der asozialen und anonymen Masse, auf’s Land. Nachhaltigkeit nicht nur im Sinne des Umweltschutzes, sondern auch im sozialen Handeln mit sich und anderen. Den Wert der Gemeinschaft, denn nur wer Gemeinsinn kennt und hat, kann auch den Deutschen Sozialismus leben. Den Wert der Familie als höchstes Gut zu vermitteln, denn sie ist unser Anker und sicherer Hafen in dieser Gesellschaft und nur aus ihr kann Leben erwachsen. So ist es an uns, unsere Kinder auf das Leben vorzubereiten und zu erden.


Gibt es spezielle Bräuche, Lieder und Traditionen, die Du von deinen Vorfahren übernommen hast und weitergibst?

Wir versuchen einfach, kleine Bräuche, wie Tischsprüche, in denen wir Bauern für unser Essen danken etc. in unseren Alltag einfließen zu lassen. Christliche Bräuche verfolgen wir nicht, auch versuchen wir nicht uralte Bräuche neu aufleben zu lassen. Unser Bestreben sind Rituale ohne Götterglauben. Natürlich liest man den Kindern mystische Geschichten und Märchen vor, gerade unsere Tochter ist in der magischen Phase sehr zugänglich und fasziniert davon. Diese Geschichten und Phantasien sind auch sehr wichtig für die kindliche Entwicklung, wir Erwachsene errichten aber keine Altäre o. ä. für die alten Götter. Wir feiern die Jahreskreisfeste in der Gemeinschaft und dem Kreise unserer Familie ohne die religiöse Fokussierung. Hierbei ehren wir die Natur und basteln mit Naturmaterialien, die wir sammeln. Herbert Schweiger benannte es sehr treffend in seiner Gegenüberstellung von „links“ und „rechts“ im 9. Punkt: „Synthese zwischen Tradition und Fortschritt […].“ und das beschreibt ziemlich genau unsere Denkweise in dieser Beziehung.

 

Wie verbindest Du euer Familienleben und die politische Arbeit?

Ich sehe mich in der Politik eher als Akteurin im Hintergrund. Schon vor den Kindern sah ich mich lieber hinter Büchern, hinterm Bildschirm oder mit dem Pinsel in der Hand. So nutze ich meine Fähigkeiten im Gestalten von Transparenten und Grafiken, erstelle PowerPoint-Präsentationen und Arbeitsblätter, Korrigiere oder verfasse selber Texte, erstelle Videos und Audio-Aufnahmen. Der Arbeitsbereich von zu Hause aus ist sehr breit gefächert und wenn man Eigeninitiative zeigt, lässt sich so einiges im Selbststudium verwirklichen und bewegen. Momentan bin ich wieder zu Hause, aber auch zwischen den Kindern bin ich wieder Vollzeit arbeiten gewesen. Auch in dieser Zeit war ich nicht untätig.

Unsere Familienstruktur funktioniert aber nur durch Aufgabenteilung nach Eignung, so gibt es bei uns nicht diese typische Rollenverteilung. Bei uns ist die Weltanschauung allgegenwärtig, egal ob in der Erziehung, Freizeitgestaltung oder Gesprächen. Politisch effektiv arbeiten geht nur, wenn beide es als Berufung ansehen. Man kann in diesem Fall „Arbeit“ und Freizeit nicht trennen, deshalb ergänzen sich mein Mann und ich in unserer Arbeit. Es ist einfacher, dem anderen Zeit „freizuschaufeln“, wenn man selber die Notwendigkeit seiner Arbeit erkennt.

 

Gibt es Nachteile für euch im alltäglichen Leben durch die gelebten Werte oder die politische Arbeit?

Ich befürchte leider, dass keine Familie verschont bleibt, die sich in unserer Richtung engagiert. Da sind wir keine Ausnahme. Bei uns war es anfangs schwerwiegend, weil sich ein „Outing“ auf die Gestaltung des weiteren Lebens auswirken kann und das tat es bei uns. Wir haben den Kurs in der Planung etwas geändert und uns mit der Situation arrangiert. Für unsere Kinder gibt es (noch) keine negativen Auswirkungen, wie sich das später entwickelt, wissen wir nicht. Wir verstecken unsere biologisch-weltanschauliche Ausrichtung nicht und vermitteln unseren Kindern diese.

 

Wie gehst Du speziell mit der Diskrepanz zwischen den in der Schule/Kindergarten unterrichteten Ideologien z.B. bezogen auf Ausländerpolitik, Geschlechtsidentitäten, Schuldkult – und der Zuhause gelebten Weltanschauung um?

Da wir uns hierbei noch recht am Anfang befinden, setzen wir auf Prävention möglicher Indoktrinationsversuche. Den ersten Schritt, den wir gingen, war, uns für eine ländliche Umgebung zu entscheiden. Hier zwischen Bauernläden, Vereinen und freiwilligen Feuerwehren lebt man den Deutschen Sozialismus und weiß es oftmals noch nicht einmal. Zumal die ethnische Zusammensetzung in verschiedenen Regionen auch unterschiedlich ist und man sich diese selber wählen kann. Hier hat man schon einen Faktor der Indoktrination selber in der Hand: die Wahl der Umgebung, in der man lebt und seine Kinder aufwachsen lässt.


Der zweite Schritt sind die ersten drei Lebensjahre unserer Kinder. Hier entschieden wir uns für eine bindungsorientierte Erziehung, ohne Fremdbetreuung außerhalb der Familie. Ein festes Fundament, hier die gefestigte Kinderseele, hält einer Erschütterung eher stand, als ein Fundament, das durch Trennungsschmerz und Angst schon im Aufbau zu bröckeln beginnt.

Im dritten Schritt muss man Indoktrination von einer anderen Seite betrachten. Eine Vase, die bereits voll ist, kann man nicht weiter auffüllen, höchstens den Inhalt verdrängen. So ist uns wichtig, unseren Kindern die Weltanschauung mit seinen Grundlagen und Zusammenhängen begreifbar zu machen. Unsere Weltanschauung ist ganzheitlich und kein starres System. Somit ist unser Ziel, dass unsere Kinder intuitiv und mit logischem Verstand selber die richtigen Rückschlüsse ziehen. Es ist deutlich schwerer, einem emotional gefestigten, selbstdenkenden und selbstbewussten Menschen eine Ideologie „einzutrichtern“, als einem passiven Ja-Sager.

Die rebellische Phase der Pubertät durchlebt jedes gesunde Kind. Diese ist auch wichtig für seine Entwicklung zu einem selbstständigen Erwachsenen. Werte der Eltern werden hinterfragt und man versucht sich in Neuem, um sich und seinen Platz in der Welt zu finden. Es ist wichtig, dass sich die Kinder ausprobieren dürfen. Unsere Aufgabe ist es, unseren Kindern vorher unsere Werte und Identität mitzugeben, denn nach der Selbstfindungsphase kehren die jungen Erwachsenen in der Phase des „späten Gehorsams“ wieder zu den „alten Werten“ zurück und erkennen ihre Identität an, sie werden selbst Bewahrer dieser kulturellen Werte.

Wir befinden uns noch nicht in Situationen, in denen wir und unsere Kinder hierbei auf die Probe gestellt werden, wir sind darauf aber sehr gespannt.

 

Was würdest du anderen Müttern mit auf den Weg geben?

Bleibt euch und euren Idealen treu. Die Deutsche Weltanschauung ist ganzheitlich und sollte uns in jeglichen Lebensbereichen leiten, denn sie entspricht unseren ureigensten Wesen. Politik und Privates lässt sich bei dieser Betrachtung nicht trennen. Eine Gemeinschaftsordnung funktioniert nur mit und für Menschen, die einen Gemeinsinn haben und das fängt bei der bindungsorientierten Erziehung an. Schüttelt den heutigen Zeitgeist ab, fangt an, das Große und Ganze im Kleinsten zu sehen und kämpft für die Erhaltung unserer Werte.

Vielen Dank!

 

 

Unser Frauenblog ”Weggefährtin” ist eine regelmäßig erscheinende Kolumne von Frau zu Frau in unterschiedlichen Ausprägungsformen auf der Netzseite des III. Wegs, die unser Wirken und Sein innerhalb der Partei ergänzend darstellt.

Bei Interesse: [email protected]





  • Beim Lesen dieses Artikels – sehr interessant! – fragte ich mich, wie hoch die Geburtenrate bei euch eigentlich ist? Und ob ihr genügend Frauen habt, respektive ob bei euch ein quantitatives Gleichgewicht zwischen euren Männern und Frauen herrscht, damit es mit euch auch sicher weitergeht?

    Klemens Grossen 25.02.2021
  • Mir stellt sich eine evolutionsbiologische Frage: Wenn die Familie (definiert als Ehepaar mit Kindern) die Grundlage unserer Gesellschaft sein soll, warum ist die Gemeinschaft als Zusammenschluss mehrerer Individuen beiderlei Geschlechtes stammesgeschichtlich älter (siehe unsere nächsten Verwandten Schimpanse und Bonobo)?

    Nadja Beeker 22.02.2021
    • Sei gegrüßt Nadja,
      wir beziehen uns hier auf den Erkenntnissen des Verhaltensforschers Eibl-Eibesfeldt, der genau diese Frage erforscht hat. Er fand heraus, dass soziale Verhaltensweisen, überhaupt erst durch die Brutpflege der Säugetiere entstanden sind.
      Gemeinschaft erwächst durch soziale Verhaltensweisen, also der Familie (Brutpflege) die somit als Keimzelle jeglicher Gemeinschaften fungierte, dazu aus seinem humanethologischen Hauptwerk:

      Wurzeln der Geselligkeit
      Die geschlechtliche Fortpflanzung und die Betreuung des Nachwuchses führten bei vielen Tieren zur Entwicklung partnerschaftlichen Beziehungen.
      Mit der individualisierten Brutpflege kam ferner die Fähigkeit, persönliche Bindungen auszubilden, in die Welt und damit die Fähigkeit zu lieben, denn Liebe ist durch die starke emotionell getönte, individualisierte Bindung definiert
      Wir können also davon ausgehen, dass die Entwicklung der Brutpflege für soziale Verhaltensweisen ausschlaggeben war.
      Die Evolution der individualisierten Brutpflege war zweifellos ein Schlüsselereignis in der Stammesgeschichte des sozialen Verhaltens der Wirbeltiere. Ohne dieses gäbe es bei uns Menschen kein Mitgefühl, kein Mitleid, keine Liebe und damit auch keine höheren Formen der Geselligkeit. Auch unser Gruppenethos kann als erweitertes Familienethos aufgefasst werden.

      Und unter der Überschrift:”Die menschliche Familie als Kristallisationskern der Gemeinschaft.” können wir entnehmen:

      Wir wissen jedoch, dass der Mensch durch stammesgeschichtliche Anpassung auf eine eheliche Partnerschaft und das Familienleben vorbereitet ist.
      Die Entwicklung ging von der Mutterfamilie aus, in der Mutter-Kind-Signale und die individualisierte Bindung entwickelt wurden. Das ist bei allen uns bekannten Säugern so und dürfte demnach wohl seit wenigstens 200 Millionen Jahren so gewesen sein. Die Rolle der Männchen beschränkt sich bei sehr vielen Arten auf die Zeugung der Nachkommen, seltener auf deren Verteidigung meist in Form von Revierverteidigung.

      Und unter der Überschrift “Familie und Ehigkeit” lässt sich zusammenfassen:
      Heute wird, im Sinne der Auflösung der Familie, von gewissen Demagogen so argumentiert, dass die patriarchalische Familie sich erst in unserer Zeit entwickelte und als Sieg des Privateigentums gedeutet.
      Die individuelle Geschlechtsliebe entstand nicht erst in unserer Zeit. Engels Ausführungen zur Familie haben heute im Wesentlichen historische Bedeutung, man erkennt dadurch die ganze Argumentationsführung der Familienzerstörer.
      Nichtbiologen machen häufig den Fehler, Anpassungen im Verhalten die nicht Tiererbe sind, als kulturell zu deuten. Das ist pauschal nicht zulässig. Viele seiner Verhaltensweisen sind spezifische Homo sapiens Eigenschaften, dennoch sind sie stammesgeschichtlich entwickelt und somit angeboren.
      Die lange Kindheit und Jugend, die nur bei elterlicher Betreuung möglich ist, gestattet es dem Kind, das kulturelle Erbe zu übernehmen von dem Menschen nun einmal leben. Das wir in diesem Sinne durch stammesgeschichtliche Anpassung zum Kulturwesen ,von der wir von der Natur aus programmiert sind, offensichtlich.

      Ehige Dauerpartnerschaften und der Zusammenhalt über mehrere Generationen kennzeichnen die menschliche Familie. Einen familienlosen Urzustand dürfte es bei den Homo sapiens nie gegeben haben. Die Familialisierung des Mannes stellt eine Art Neuentwicklung der Art Mensch dar. Sie ist jedoch genetisch bereits durch eine Reihe von Anpassungen abgesichert. Geschlechtsverhalten wird, neben der Fortpflanzungsfunktion, instrumental für die Partnerbindung eingesetzt. Eine Gesellschaft ohne eheliche Dauerbeziehung existiert nicht.

      Der evolutionäre Psychologe und Humanethologe Gehard Medicus schreibt:
      „Soziale Säuger, nicht menschliche und wahrscheinlich auch menschliche Primaten verhalten sich so, als gäbe es drei Kategorien von Artgenossen, nämlich (a) die Familie, (b) die eigene soziale Gruppe oder den eigenen Stamm und (c) den Gruppenfremden.
      Die drei Kategorien haben ultimate Entstehungsgründe, die […] Zugehörigkeit bestimmt sich über den Vertrautheitsgrad. Darwin (1871) und Eibl-Eibesfeldt (1995) sehen in sozialen Gruppen stammesgeschichtlich erweiterte Familien.[…]. In sozialen Gruppen spielt die Verwandtschaftshilfe und Kooperation zwischen Verwandten eine große Rolle, und es hatte offensichtlich einen Anpassungswert, diese Gruppe gegen entfernter Verwandte bzw. Fremde abzugrenzen (WICKLER & Seibt 1991).[…] Die zweite Kategorie, also die der sozialen Gruppe bzw. des Stammes, hat zweifellos kulturgeschichtlich eine Erweiterung erfahren und bezieht sich in Hochkulturen vielfach auf Ethnien und Staaten.“ (S. 178)

      Dies sind Erkenntnisse, die auch einen Kulturvergleich unterzogen wurden.

      Ich hoffe ich konnte Dir die Frage zufriedenstellend beantworten.

      MfG

      Klahri 23.02.2021
      • zusätzliche Anmerkung:
        Die prosozialen Verhaltensweisen, die durch die Brutpflege entstanden sind, werden auch im Dienst der Erwachsenenbindung gestellt (Geselligkeit, zärtliche Fürsorge, bei dem “Kuss” gut nachvollziehbar etc) und nicht umgekehrt. Die Erfindung der Brutpflege steht gewiss am Ausgangspunkt der Entwicklung differenzierter höherer Sozialsysteme. Sie vollziehe sich, laut Eibl, in zwei Schritten. Brutpflege ohne die individualisierte Bindung reichte aus, die Organsation der staatenbildenden Insekten anzustoßen, jedoch seien die Individuuen zu einer anonymen Gemeinschaft gebunden, die bei Bienen und Ameisen durch einen gemeinsamen Gruppenduft erkennbar sei. Bei uns Menschen war die enscheidende weiterführende Entwicklung die Brutpflege mit einer individualisierten Bindung zwischen Mutter und Kind. Weder Sexualität noch Aggression oder Angst reichten als Anstoß für die Entwicklung höher organisierter Sozialverbände aus.

        Somit kann man eine Reihe aufbauen:
        Familie->individualisierte Brutpflege-> Entwicklung prosozialer Eigenschaften->Aufbau von Sozialverbänden:
        Familienethos wird aud Gruppenethos erweitert.
        Wie wir bereits oben gesehen haben, gab es für unsere artspetzifische Lebensweise bereits stammesgeschichtlich entwickelte Vorstufen, auf die sich aufbauend (Emergenz) “Homo sapiens-Eigenschaften” heraus bildeten.

        Klahri 23.02.2021
        • Bei Anpassungen muss IMMER nach dem biologischen Sinn gefragt werden: Ist nur der Ehepartner für die Schwanger/Mutter verantwortlich, ist sein Tod automatisch der Tod des Kindes (was eine negative Reproduktionsrate bewirkt, denn die Mutter hat sinnlos Zeit in die bisherige Aufzucht der Brut verschwendet). Ist die Mutter-Kind-Bindung die Basis der Erwachsenenbindung (und das halte ich für unbestreitbar), ist sie auch die Basis für Freundschaften und diese Freundschaften zwischen verschiedengeschlechtlichen Individuen einer Gruppe ist Basis für die dauerhafte Paarbindung (denn erst die vertrauensvolle Bindung ermöglicht der Frau den Orgasmus und damit die erhöhte Oxytocin-Ausschüttung). Dass männliche Hominiden unbedingt Exklusiv-Bindung zu bestimmten Frauen wollen, liegt daran, dass sie (ursprünglich intuitiv heute wissenschaftlich erwiesen) sicher sein wollen, dass sie die Erzeuger sind.
          Die Ehe für das Kindeswohl höher als die Gruppe zu stellen (als angebliche Voraussetzung zur Gruppenbildung) führt dazu, dass sich die Gruppe in Familien aufspaltet, weil kein Mann es riskieren kann, als “Ernährer” seiner Brut auszufallen (was in einer Auseinandersetzung mit Gruppenfremden ja durchaus möglich ist) – steht die Gruppe geschlossen für alle Mütter der Gemeinschaft ein, kann jeder Kampffähige sein Leben in die Waagschale werfen, im sicheren Wissen, dass die Gruppe seine Sprößlinge mitversorgen wird, wenn er fällt.
          Ich möchte kurz darauf verweisen, dass alte Geschichten oft nicht einfach “nur” Geschichten sind, sondern in ihnen wertvolle Regeln weitergegeben wurden und mich auf die Edda beziehen: Wodan und Freya waren verheiratet, hatten aber jeweils ihre eigne Halle und trieben es auch munter außerhalb der Ehe; Donar und Idun waren verheiratet und waren absolut monogam; Njörd und Skadi (sie war aus dem Riesengeschlecht) waren geschieden, weil ihre Lebensweisen nicht zusammenpassten, Skadi blieb nach der Scheidung in der Asengemeinschaft, statt zu den Riesen zurückzukehren.
          Biologisch ist es sinnvoll, JEDER Mutter (egal welchen Familienstandes sie ist) den vollen Gruppenschutz zu gewähren, um die Reproduktionsrate im Verhältnis zu Fremdgruppen wieder zu erhöhen. Der Grundgedanke hinter den Lebensborn-Einrichtungen war gar nicht so falsch (Schutz der gebranntmarkten, ledigen Mütter, die zu der Zeit massiven Anfeindungen ausgesetzt waren – ebenso wie ihre Kinder) – zu der Zeit war es gesellschaftlich nicht anders machbar, da die Ehepflicht noch zu fest in den Köpfen steckte.
          Ich bin auch nicht gegen die Ehe an sich – ich werde niemandem das Recht zur Partnerschaft ausreden wollen, aber wir sollten intelligent genug sein (immerhin ist der Mensch ein hochspezialisiertes Denk-Tier), andere Familienmodelle auf ihren Wert hin prüfen zu können (nimmt das Kind schwerwiegenden Schaden? Meist nicht, da es im Kindergarten mit anderen Modellen vertraut wird und für die Bindungsfähigkeit des Kindes die Mutter-Kind-Beziehung vorher der entscheidener Entwicklungsfaktor ist; hat es Auswirkungen auf unsere Vermehrungsrate? Ja, je weniger Lebensmodelle als erlaubt gelten, desto mehr Personen fallen als denkbare Eltern von vorneherein aus und da Reproduktion das höchste biologische Ziel ist, schreckt es nachdenkliche Menschen leicht ab – meine Lebensform ist nicht erwünscht, also tauge ich in deren Augen eh nicht viel und tschüss).

          Nadja Beeker 25.02.2021
          • Sei nochmal gegrüßt Nadja,
            ich versuch noch deine Intention hinter deinem Geschriebenen raus zu finden.
            Bezweifelst du, dass die Kernfamilie die Grundlage der sozialen Gruppe (Ethnie) darstellt oder trittst du eher dafür ein, heute andere Familienmodelle auszuprobieren, da uns diese Form nicht aus dem Reproduktionsproblem heraus helfen kann? Ich rätsel gerade, auf was du hinaus möchtest.
            Für mich liest sich das so raus, als ob du Die Mutter-Kind-Familie als Ausgangspunkt betrachtest, jedoch die Familiesierung des Mannes ablehnst und stattdessen die Gruppe setzen möchtest. Oder du dich für eine Mutter-Kind-Familie aussprichst. Du sprichst am Ende deines Absatzes auch von „anderen Lebensentwürfen“, vielleicht mangelt es da an einer Konkretisierung in meinem Verständnis. Ich geh nicht davon aus, dass du homosexuelle Ehen, Kinderehen oder gar Ehen mit Gegenständen oder Tieren meinst, sondern eher Alleinstehende Familie, polygame Ehen oder „Patchworkfamilien“, oder? Denn die zuerst genannten würden ja nicht die Funktion der Reproduktion erhalten, von der Du ja auch sprichst, daher schließe ich diese in Folge meiner Überlegung hier aus.
            Natürlich muss man schauen, worin die Anpassung einer sich ausgebildeten Lebensordnung besteht, ebenso muss man jedoch die Frage nach der Stammesgeschichte stellen, also die Ebene der Phylogenetik betrachten. Welche Mechanismen haben dazu geführt, dass sich ein bestimmtes Verhalten im Laufe der Stammesgeschichte „so-und-nicht-anders“ entwickelt hat. Diese Frage bezieht sich stets auf einen Selektionsvorteil, den das Verhalten für das Individuum hatte. Durch zufällige Mutationen und Rekombination entstehen neue Varianten, die von der Selektion entweder gefördert oder ausselektiert werden. Demnach hätten sich heutige Merkmale aus früheren Merkmalen heraus gebildet, dies betrifft alle Leistungen des Menschen, anatomische sowie verhaltensbiologische Aspekte.

            Die Selektionsdrücke die den Menschen zu ehigen Dauerpartnerschaften programmieren ergaben sich wohl aus der Notwendigkeit der langen Kinderfürsorge, bei der auch der Vater eine große Rolle spielt. Die eheliche Partnerschaft basiert auf Arbeitsteilung.
            Mann und Frau erfüllen verschiedene Aufgaben, das ist bereits bei Naturvölkern so. Ökonomisch tragen Mann und Frau bei Naturvölkern auf verschiedene, aber gleich bedeutungsvolle Weise zum Haushalt bei. Dies führt zu einer symbiotischen Partnerschaft.
            So wurde weiterhin auch das Sexualverhalten nicht nur im Dienst der Fortpflanzung, sondern auch in den Dienst der individuellen Partnerbindung zwischen Mann und Frau gestellt. Dazu hat sich die Fähigkeit und emotionelle Bereitschaft der Frau entwickelt, einen Mann auch außerhalb der fruchtbaren Tage zu empfangen und ihm damit eine die Bindung stärkende Befriedigung zu gewähren. Sie erlebt ferner einen Orgasmus der sie ihrerseits stark an den Mann bindet.
            Die kaum Schwankungen unterworfene sexuelle Dauerbereitschaft des Mannes ist ein weiteres Indiz dafür, dass das Sexualverhalten beim Menschen auch im Dienst der Partnerbindung steht.
            Bei den Tieren steht der Sexualakt wohl ausschließlich im Dienste der Fortpflanzung, beim Menschen dagegen auch- als sexuelle Liebe- im Dienste der Partnerbindung. Diese neue Funktion des Begattungsakts ist, da spezifisch menschlich, zumindest ebenso hoch einzuschätzen wie die reproduktive Funktion.
            Auch das intuitive Elternverhalten ist nicht auf die betreuende Mutter beschränkt, sondern auch umfasst auch die Väter. Das Hormon Prolaktin löst das Brutpflegeverhalten aus, und zwar bei beiden Geschlechtern, wenn sie an der Brutpflege beteiligt sind. „Elterliches Verhalten gehört demnach auch zum Programm des Mannes“ (Eibesfeldt)

            Ein Blick in die biologische Verhaltensforschung verrät, dass der Mensch zweifellos in beiden Geschlechtern die Fähigkeit zur Kinderbetreuung entwickelt hat. Dies, zusammen mit eingangs besprochenen Anpassungen im Dienste der heterosexuellen Partnerbindung, weist die eheliche Dauerfamilie als arttypisch für den Homo sapiens aus. Die These die Soziologen immer wieder vertreten, dass am Beginn der kulturellen Entwicklung eine Gruppenehe bestanden habe, wobei innerhalb der Gruppe sexuelle Freizügigkeit geherrscht habe, gilt längst als überholt. Diese Form des Zusammenlebens entspricht nicht den Neigungen des Menschen. Versuche so zu leben scheiterten immer wieder an der Tatsache, dass Partner sich immer wieder ineinander verliebten. Und das lässt sich ja auch immer wieder beobachten. In einem großangelegten Experiment untersuchten l. Tiger und j. Shepher (1975) und E. M. Spiro (1979) die Geschlechterrollendifferenzierung im Kibbuz. Dort wurde versucht, den utopischen Feminismus des frühen roten Sozialismus zu verwirklichen. Freie Liebe, Ehe wird nicht gut angesehen, Kindererziehung sei Gesellschaftssache etc.
            Es stellte sich raus, dass gewissermaßen die Biologie über die Ideologie siegte.
            M.E. Spiro meint, die Natur habe sich gegen die Erziehungsbemühungen durchgesetzt. Dieses Kibbuz- Experiment zeigte, die Grenzen der ideologischen Manipulierbarkeit des Menschen auf.
            Die Objektivität dieses Experimentes zeigt sich deutlich in der Einstellungsänderung Spiros, der am Beginn seiner Untersuchungen davon ausging, dass es gar keine Natur des Menschen gebe.
            Es wurden ja nun schon häufig verschiedene Gesellschaftsexperimente umgesetzt, in denen sich im Endergebnis immer wieder die Familie heraus bildete.
            Es ist bisher keine Ethnie bekannt, bei denen es nicht zu einer Eheform kommt. Dies ergibt sich auch aus einem Kulturvergleich, auch Stammeskulturen leben überwiegend in Dauermonogamie lebenslang beisammen, auch wenn Polygamie gestattet ist, leben die Menschen in monogamen eheliche Familie zusammen. In denen die Ehe andere kulturelle Ausgestaltung erfährt, wo zum Beispiel Polygynie gestattet ist, sind die Männer in der Regel auch nur mit einer Frau verheiratet, der Entwicklungstrend im Kulturvergleich geht hin zur Monogamie. Promiske Subkulturen entwickeln sich nur gelegentlich und erden auch dort, wo sie sich ausbilden, nicht zur Norm erhoben. Sie war auch nie typisch für den Menschen. Oft heißt es, man könne ein Verhalten doch nicht als schlecht, übel, krank oder wie auch immer negativ bewerten, wenn es regelmäßig bei einem bestimmten Prozentsatz der Bevölkerung auftrete. A. Kinsey möchte mit dieser Argumentation sogar Abweichungen wie Sodomie als „natürlich“ hinstellen. Was bei solchen Argumentationen übersehen wird, ist der Unterschied zwischen statistischer und idealer Norm. Selbst wenn eines Tages 80 Prozent der Bevölkerung einen gestörten Insulinstoffwechsel aufweisen sollten, würden wir dennoch kaum zögern, von einer Zunahme der Zuckerkrankheit zu sprechen und sicherlich jene Minorität, die ohne Spritze leben kann, als abnorm oder krank bezeichnen. Wir wissen ja um die ideale Norm, gemessen an der Angepasstheit. Statistische Normen besagen nichts über das Soll.
            Bei einer anonymen Gruppe bildet sich ja nicht die Bindungsbereitschaft aus, wie es bei leiblichen Eltern der Fall ist, rein ontogenetisch betrachtet. Entscheidend für die Auswahl für die Bezugspersonen sind dabei nicht das Ausmaß an physischer Betreuung, sondern Verhaltensmuster liebevoller Zuwendung wie Herzen, Küssen, Ansprechen, zum Dialog Ermuntern und schließlich das gemeinsame Spielen.
            Jedes Kind braucht eine in dieser Weise interagierende und immer wieder verlässliche auftretende Bezugsperson. Entfernt sie sich, dann erlebt das Kind Trennungsängste. Das Kind braucht eine verlässliche Bezugsperson um sowohl Vertrauen in Mitmenschen zu bilden als auch Vertrauen zu sich selbst. Leibliche Eltern sind durch eine Reihe von Bindungsmechanismen an das Kind abgesichert, was eben „Fremde“ Gruppenmitglieder nicht sind. Zu einer genetischen Fortpflanzungs-Gemeinschaft (Familie) zählt jedoch noch der Vater, denn durch ihn wird ja auch die gentische Information übertragen, durch den die Nachkommen abstammen, nicht durch eine anonyme Gruppe, es gibt immer einen genetischen Spermienträger, der dann Verantwortung übernimmt.
            Warum also ein Entweder-Oder? Warum Familie gegen Gruppe?
            Wir sehen es eher, dass die Familie Keimzelle des Volkes ist, sie ist eingebettet in einer größeren Gemeinschaft (Sippe, soziale Gruppe(Stamm) und Volk. Bestenfalls wird „die Gruppe seine Sprößlinge mitversorgen wird, wenn er fällt.“ Daher schwebt uns ja der deutsche Sozialismus als Gemeinschaftsordnung vor in einer völkischen Gemeinschaft, die nach dem Sozialprinzip ausgerichtet ist. Aber solange nicht gefallen ist, hat der Familienvater natürlich auch die Verantwortung und nicht irgendwelche Stammesmitglieder.
            Dass eine Ehe mal nicht funktioniert und es Familien mit alleinstehenden Müttern oder Vätern gibt oder sich eine „Patchworkfamilie“ bildet, heißt bei uns ja nicht, dass diese aus der Gemeinschaft raus fallen. Natürlich werden diese auch bei uns volle Unterstützung bekommen. Nur kann das ja nicht unser Ideal sein, ich denke keiner der eine Beziehung und später eine Ehe eingeht wünscht sich, dass diese scheitert. Von daher sehen wir dein folgendes Zitat gleich:
            „Biologisch ist es sinnvoll, JEDER Mutter (egal welchen Familienstandes sie ist) den vollen Gruppenschutz zu gewähren, um die Reproduktionsrate im Verhältnis zu Fremdgruppen wieder zu erhöhen.“
            Setzt man die Grundannahme voraus, dass die Familie als arttypisch für das menschliche Zusammenleben gilt, dann wird man natürlich versuchen, diese „artgerechte“ (Franz M. Wukutits) Lebensweise zu schützen, zu fördern und alle kulturellen (politischen) Ziele danach auszurichten, dass diese Ausprägung der menschlichen Natur auch umgesetzt werden kann. Denn neben der Aufgabe der Reproduktion, welches den Fortbestand von Familie und Volk bedeutet, besitzt die Familie noch weitere Funktionen. Dies ist die Sozialisationsfunktion, die Vermittlung von Werten und Normen des Miteinanderlebens in der Familie und somit in der völkischen Gemeinschaft und die Regenerationsfunktion die der Familie Schutz, Geborgenheit und Fürsorge bietet.
            Stellt man natürlich die Grundannahme zur menschlichen Natur dahingehend in Frage, wird man es wie John Stuart Mill sehen, dass man verschiedene Lebensmodelle auf der gesellschaftlichen Ebene erproben müsse.
            Wir betrachten die Kernfamilie bereits als Resultat verschiedener konkurrierender Lebensentwürfe, die sich evolutionär durchsetzte. Der Mensch ist emotional und in seiner Sexualphysiologie an eine ehige, dauernde Partnerbindung stammesgeschichtlich angepasst. Mangelt es ja heute nicht an Versuchen, den Menschen rein kulturell zu beurteilen und seine Lebensform die man als „sozial konstruiert“ bewertet, zu dekonstruieren versucht. Dadurch setzt man natürlich kulturelle Zielstellungen, die an der biologischen Natur des Menschen vorbei gehen und somit nicht mehr „artgerecht“ sind (gendergerechte oder antiautoritäre Erziehung als Beispiel)

            Traditionelle Gemeinschaften basieren auf Sippenverbänden. Die Familien, die die Kristallisationspunkte der Gemeinschaft darstellen, sind untereinander durch Bande der Blutsverwandtschaft verknüpft. Die menschlichen Gemeinschaften grenzen sich in Gruppen verschiedener Größe (Lokalgruppen, Stämme, Nationen) als territoriale Einheiten gegen andere ab.
            Die ethologischen Untersuchungen deckten auf verschiedenen Ebenen stammesgeschichtliche Anpassung verschiedenen Alters auf, die eine familiale Veranlagung bedingen.
            Heute wissen wir, dass eben beide Elternteile für die emotionale Entwicklung der Kinder wichtig sind. Da gibt es natürlich eine ganze Reihe von Befunden, was mit Scheidungskindern passiert, welche Rolle die verschiedenen Eltern hinsichtlich ihres unterschiedlichen Betreuungsstils einnehmen, dass es hier den Rahmen sprengen würde. Auch hat sich ja die Erweiterung von der Muttre-Kind-Familie zur nächsten Stufe, der Vater-Mutter-Kind-Familie nicht ohne Grund ergeben, es wird einen Vorteil geboten haben, dass sich diese Lebensform durchsetzte und sie nun die artypische Lebensform des Menschen ausmacht. Von daher kommen wir bei deiner Frage, ob das Kind Schaden nimmt, wohl zu gegensätzlichen Antworten.

            Grundsätzlich kann ich deine Beweggründe natürlich nachvollziehen. Gerade in der heutigen Zeit, in denen das System die Bindungsfähigkeit des Menschen dermaßen und systematisch schädigt und wir es mit bindungsgestörten Partnern zu tun haben, ist das Ideal einer Vater-Mutter-Kind durchaus schwierig umzusetzen. Aus der tradition heraus beurteilen die Leute natürlich „gescheiterte“ Familien negativ. Auch das muss sich ändern. Dennoch sollte dies ja nicht unser angestrebtes Ziel sein.

            Beste Grüße

            Klahri 28.02.2021
        • Verbesserung:
          Die Ebene der Phylogenese war gemeint, nicht die Phylogenetik (Autokorrektur) 😉

          Klahri 01.03.2021
          • Unsere Ansichten unterscheiden sich meiner Meinung nach in zwei Punkten: Erstens halte ich die Freundschaft für älter als die eheliche Zweierbeziehung (die gesunde Lebenspartnerschaft basiert auf einer besonders innige Freundschaft zwischen getrenntgeschlechtlichen Individuen). Und ich bin der Ansicht, dass eine Dominanzbeziehung in einer Ehe nichts verloren hat (der Mann als “Ernährer” hat Macht über das Leben seiner Frau, weil er ihr die Nahrungsgrundlage entziehen kann und das ist Unrecht).
            Solange Frauen aber nur um das Nettsein, Kümmern und Versorgen reden, aber nie über die mütterliche Schutzaggression (ich erinnere kurz an Wölfinnen, die kämpfen, wenn der Rüde abwesend ist, die Verteidigungsbereitschaft von Wildsäuen und die Unfälle mit Kühen auf den Almen) oder den Willen als eigenständiges Individuum zu wirtschaften (statt nur als “Mutter von XY” oder “Ehefrau von YZ” in Erscheinung zu treten), ketten sie sich selber an den Herd, statt auch mal auf höherer Ebene ihre ureigenen Fähigkeiten der pro-sozialen Führung zu vermitteln – so regiert eine Teilgruppe, die aufgrund ihrer Zusammensetzung gar nicht alle Mitglieder der Gemeinschaft vertreten kann und nur mit viel Glück hört einer aus dieser Teilgruppe mal seiner Frau zu, wenn sie einen wichtigen Gedanken von sich gibt (so sickerte ganz allmählich zu den Männern die Erkenntnis durch, dass Vergewaltigung mindestens mit Mord gleichgesetzt werden muss – früher war es in der Ehe beispielsweise Herrenrecht und oft genug wurde den Opfern eine Mitschuld angelastet im Sinne “wo du dich auch rumtreibst/wie du angezogen bist, musst du dich nicht wundern”).
            Mir ist völlig bewusst, dass ich schlicht und einfach NIE die Chance hatte mich “normal” zu entwickeln: Der Vater meiner Mutter war ein frauenprügelnder Feierabend-Alkoholiker (sprich, er hat immer erst nach der Schicht getrunken). Meine Mutter hat sich dann einen unterwürfigen Verlierer als Partner ausgesucht – der allerdings mit klarer Rollenteilung aufgewachsen war und für uns Kinder lediglich Erzeuger und körperlich anwesend war, aber kein Interesse hatte, sich um uns zu kümmern (spielen, Geschichten erzählen, Dinge erklären…halt das, was Väter angeblich tun sollten). Seine Unterwürfigkeit hatte zur Folge, dass er sich vom Chef hat um den Lohn prellen lassen, was für meine schwangere Mutter natürlich extremer Stress war (was erwiesenermaßen die Empfindlichkeit der Amygdala beim Ungeborenen beeinflussen kann). Wegen Steißlage musste ich per Kaiserschnitt geholt werden und wegen Entwicklungsverzögerung in den Brutkasten – 1984 waren Ärzte leider noch der Ansicht, dass Sterilität wichtiger wäre, als Mutter-Kind-Bindung. Dadurch wurde ich ein Schreihals, der nicht alleine bleiben konnte – und statt Kuscheln für den Bindungsaufbau (der ja noch hätte nachgeholt werden können), wurde meiner Mutter geraten “das tyrannische Balg zu ignorieren” – so bin ich vom ersten Atemzug dazu gezwungen worden, keine Bindung einzugehen. Nun, das Grundprogramm war trotzdem vorhanden und ich heiratete – leider einen von der Sorte meines Großvaters – ich musste gegen meinen “Partner” um mein Leben kämpfen, höre auf dem linken Ohr darum schlechter und bin glücklich geschieden. Seitdem kommt eine Ehe für mich nicht mehr in Betracht, bestenfalls noch eine Beziehung mit getrennten Haushalten ohne Trauschein.
            Weil es mir so erging, weiß ich, wo wir in der Gesellschaft nachbessern können und weil ich nicht die Einzige bin, die derartig schlechte Erfahrungen sammeln musste, hilft es auch anderen, wenn ich es anspreche:
            Weil die Mutter-Kind-Bindung so wichtig für die spätere Bindungsfähigkeit des Kindes ist, ist die Mutter-Kind-Familie als stammesgeschichtliches Erbe und als biologischer “Notfallplan” zu bewerten! Kommt es durch Krisen, Kriege oder Katastrophen zu einem Ausfall eines Elternteiles, können die überlebenden Mitglieder einer Gemeinschaft das Überleben der Kinder sicherstellen – sei es durch angemessene Versorgung in finanzieller Hinsicht, Haushaltshilfen oder Kinderbetreuung, denn die Arbeit eines alleinerziehenden Elternteils muss wie eine Arbeitsstelle in der Wirtschaft gerechnet werden (mindestens bis das Kind vier oder fünf und reif genug für Fremdbetreuung ist). Das ist die biologische Stärke der menschlichen Intelligenz. Und es ist mit großer Wahrscheinlichkeit gesünder für das Kind, nur einen Elternteil zu haben, als einen schädigenden Elternteil – Langzeitstudien kann es dazu so noch nicht geben, da alleinerziehend bei uns noch immer bedeutet, sich zwischen Kind, Job und Haushalt zerreißen zu müssen (und nicht, sich um das Kind kümmern zu können). Und hier kommen wir auch wieder auf unsere Vorfahren zurück, die es nicht als Ächtungsgrund betrachteten, wenn eine Frau unverheiratet schwanger wurde (es war von den Göttern so gewollt) oder sich von einem ungeeigneten Partner trennen musste (beispielsweise wenn er wegen Mord verurteilt wurde, seine Frau oder die Kinder verprügelte), sondern mit der gesamten Stammesgemeinschaft die Mutter unterstützten, bis sie selber wieder für ihren Unterhalt sorgen konnte – einfach, weil Kinder für den Fortbestand des Volkes (damals waren die natürlichen Gefahren größer als heute) viel zu wertvoll waren, als dass die Herkunft für das Überleben des Kindes von Bedeutung sein durfte. Im Gegensatz zu den Römern, wo einer verstoßenen Frau (sprich, der Mann reichte die Scheidung ein) sich nur mit Prostitution am Leben halten konnte und männliche Säuglinge darum oft genug nach der Geburt entsorgt wurden (im Bereich mehrerer Badehäuser, die auch als Bordelle fungierten, hat man etliche männliche Säuglingsskelette gefunden), Mädchen konnten ab entsprechendem Alter ja ebenfalls “arbeiten” und waren darum als Altersvorsorge nützlich.
            Die natürlichen Gefahren, die zum Ausfall eines Elternteiles führen können, sind heute geringer – dafür haben wir einen Reproduktionskrieg mit anderen Völkern, so dass es sinnvoll ist, den biologischen Notfallplan zu berücksichtigen und zum Erhalt unserer Gemeinschaft zu nutzen. Und genau darum beschneidet sich unser Volk in seiner Überlebensfähigkeit, indem immer nur betont wird, was normal ist (und damit zwischen den Zeilen permanent gesagt wird, dass man Abweichler sowieso nicht in der Gemeinschaft haben will) – nehmt euch selbst mal mit auf Gedankenreise und versetzt euch in die Lage einer Schwangeren, die sitzengelassen wurde und kein gutes Verhältnis zu ihren Eltern hat (oder weiß, dass ihre Eltern nicht zur Kinderbetreuung geeignet sind) – wie soll sie ohne Unterstützung das Kind aufziehen? Wie soll sie nicht vor lauter Überforderung nicht zur Mörderin werden? Darum brauche ich gar nicht über eine Mutterschaft nachzudenken, ich würde mir selbst, dem Kind und der Gemeinschaft unter den herrschenden Bedingungen keinen Gefallen tun – darum bin ich realistisch und sage, dass ich leider wohl niemals Mutter sein werde.

            Nadja Beeker 02.03.2021
          • Ich danke dir für Deine ausführliche du intime Antwort auf die ich Dir natürlich antworten möchte.
            Deine erste Ansicht sehen wir tatsächlich unterschiedlich, wenn vielleicht auch nur gering, die Zweite sehen wir im Kern identisch.

            1. Zu der ersten Ansichten, dass die Freundschaft älter sein soll als die partnerschaftliche Liebe.
            Ich denke, sie haben beide in der Mutter-Kind- Dyade ihren Ursprung.
            Wie aufgezeigt, war die individuelle Brutpflege auschlaggebend für die Entwicklung der sozialen Verhaltensweisen. Zuvor gab es nur Verhaltensweisen der Dominanz und der Unterwerfung auf der Reptilienstufe. Damit das Kind jedoch abgesichert war und seine überlebenswichtigen Bedürfnisse gestillt bekommt (Bindung, Ernährung, Schutz) , brauchte es einen weiteren Versorger, der sich altruistisch einbrachte. Der Anpassungswert der romantischen Liebe liegt ja darin, dass man den Verliebten den langwierigen Lernprozess des Zusammenlebens durch belohnende Erfahrung ermöglicht und erleichtert (G. Medicus). Dadurch entstünde die Basis als künftiges Ehepaar den Alltag mit seinem Konfliktpotential gemeinsam zu bewältigen. Der evolutionsbiologische Zweck der Liebe sind folglich Überleben und Wohl der gemeinsamen Kinder und Enkelkinder. Nun verlassen wir die Fragestellung des Anpassungswertes und schauen nach, woher die Verhaltensweisen/Lebensform kommt. Phylogenetisch flossen Merkmale der Brutpflege und des Sexualverhaltens in das Sozialverhalten des Menschen ein. Duch die individuelle Brutpflege kam die Freundlichkeit in die Welt. Durch Umarmungen, Küsse also insgesamt freundliche Zuwendung werden Bindungen gestiftet bzw. Vertrautheit und Liebe signalisiert.
            Liebe ist Bindung, Vertrautheit. Dass wir in unseren Mitmenschen Freunde sehen, für sie „durchs Feuer gehen“, wird eben in der Erweiterung des Familienethos begründet liegen. Denn aus welchem Merkmal sollte sich denn die Freundschaft entwickelt haben, wenn nicht aus der Entwicklung des Freund-lich Seins?
            Zuerst gab es die Mutter-Kind-Bindung, Verhalten aus dieser Dyade flossen in die Erwachsenenbindung ein, um den Partner zu binden, wodurch erst die Möglichkeit geschaffen wurde, anderen Freundlich gegenüber zu treten. Der Selektionsdruck um soziale Verhaltensweisen auszuprägen lag in der Versorgung der Jungen, also wurde der Vater versucht einzubinden.
            Eibesfeldt: „Wie familial sind wir veranlagt?
            Es mangelt nicht an Versuchen, die Familie als rein kulturelle Institution darzustellen die jeder biologischen Grundlage entbehre. Die Motive, die diesen Bestrebungen zugrunde liegen, sind zunächst der Wunsch, der Mensch möge doch allen Mitmenschen gleich gegenüber verantwortlich und freundlich sein. Dass wir erst in der Familie jene Eigenschaften voll zur Entfaltung bringen, die es uns ermöglichen auch im fremden Mitmenschen „Brüder und Schwestern“ zu sehen wird dabei nicht erkannt.[…] Die Brutpflege lieferte Werkzeuge für das Freundlichsein, und in ihr entwickelte sich die Fähigkeit der individualisierte Bindung- zur Liebe, zur Partnerbindung die gleichzeitig die Wirkung agonaler Signale abschwächte. Gruppenmitglieder fühlen sich wohl in den kleinen individualisierten Verbänden familial verbunden, weshalb wir von einer primären, quasi familialen Verbundenheit der Gruppe sprechen können (Gruppenethos)“

            Aber gut, nehmen wir an, sie sind beide aus der individuellen Brutpflege von Mutter-und Kind analog entstanden, ändert ja aber zum einen nichts daran, dass sich diese „Freunde“ auch immer wieder in einander verlieben und als Resultat wieder die Vater-Mutter-Kind-Familie raus kommt 😉 und das bei der Mehrheit weltweit, da sie als menschliche Universalie gilt. Die innere Verpflichtung ist in einer Ehe ist ja auch bindender als in einer Freundschaft, denn zwischen Partnern ist noch diese Verliebtheit, der „angeborene Lehrmeister“, tiefes Vertrauen und die sexuelle Bindung (Oxytocin-Ausschüttung). Diese Bindung ist hormonell um einiges stärker als Freundschaft. Zudem die Aufzucht eines Menschenkindes um einiges komplexer ist als bei anderen Säugetierarten. Hat ein Mann fünf Panterinnen mit fünf Kindern, kann er sich nur 20 Prozent an der Aufzucht eines jedes Kindes beteiligen, die Bedürfnisse der Frau sind aber auch noch vorhanden. Ein Mann-Freund kann niemals mehreren Partnerinnen so gerecht werden, wie einer Ehefrau mit Kindern, bei denen er lebt, bei denen er sich ja auch selbst gebunden fühlt. Nimmt man jetzt mehr als zwei Erziehungsberechtigte (Gruppenbetreuung), so müssen alle exakt die selben Erziehung anstreben, um kein Konflikt im Kind auszulösen. Ist nur die Mutter alleine, muss sie zu viel alleine stämmen, daher betrachten wir die Familie (Mutter plus Vater) schon als die sinnvollste Art für eine effiziente Aufgabenteilung. Es geht uns ja auch nicht um das Festhalten eines starren „typischen Rollenbildes“ sondern um die Verteilung nach Eignung und Leistung.
            Nehmen wir zum Beispiel an, und das ist in unserer heutigen Gesellschaft nicht unüblich, die Frau ist stak Bindungsgestört und kann schlecht auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und sich nicht fürsorglich um den Nachwuchs kümmern, der Mann ist allerdings sicher gebunden oder sie entdeckt auf einmal, dass sie sich ja noch gerne „persönlich entfalten“ möchte und verlässt die Familie, dann ist der Mann natürlich in der Verantwortung den Nachwuchs zu betreuen.
            Auch Neigen Frauen häufiger zu Depression und Hysterie, eine betroffene Frau muss hier natürlich der Weggefährte zur Seite stehen. Das Wohl des Kindes steht ja im Mittelpunkt, nicht das Rollenbild.
            Fakt ist aber auch, dass der Mann eben biologisch weder die Schwangerschaft, noch die Geburt und auch nicht das Stillen übernehmen kann, hier wurde evolutionär die Frau angepasst.
            Mir fällt jedoch auf, dass du in deinen Ausführungen zum Dualismus neigst: Familie oder Gruppe, Mann gegen Frau, Mutter-Kind-Familie statt Vater-Mutter-Kind-Familie. Wir sehen das als etwas Zusammengehörendes. So soll der Mann und die Frau eine Einheit, ein Wir-bilden, statt ein gegeneinander. So soll die Familie in einer Gruppe eingebunden sein, die sich natürlich hilft, wenn es ein Krisenfall innerhalb der Gemeinschaft vorfällt. Hast du dich einmal mit unserer Gemeinschaftordnung des Deutschen Sozialismus beschäftigt?
            Das wonach du zu suchen scheinst, fordern wir ja auch. https://der-dritte-weg.info/2020/04/ideologische-thesen-gegen-weltanschauliche-grundpfeiler-teil-5/

            Wir sehen unser Volk wie ein Haus, bestehend aus unterschiedlichen Bestandteilen. Ein jeder Einzelne ist ein elementarer Bestandteil dieses Hauses und trägt somit zum Ganzen bei. Jeder erfüllt eine Funktion, es gibt kein Besser und Schlechter, nur anders. Wir können nicht sagen, ob das Dach wertvoller ist, als die Mauer oder der Stützbalken. Ist ein Element dieses Hauses am Schwächeln, reparieren wir dieses, denn genau das macht eine Gemeinschaft aus. Wir sind keine Anhäufung verschiedener und zusammenhangsloser Steine, in der jeder Einzelne um sein Überleben kämpft, wie es heute im Liberalismus der Fall ist.

            Klahri 02.03.2021
          • Zu 2.

            Eine Dominanzbeziehung hat tatsächlich nichts in einer Ehe zu suchen, aber gestatte mir bitte die Frage, wie kommst du jetzt darauf? Du bemängelst hier eine Position, die von uns jedoch gar nicht vermittelt wird.
            Du schreibst:
            „Unsere Ansichten unterscheiden sich meiner Meinung nach in zwei Punkten“
            Weder tritt die Partei dafür ein, noch steht in diesem Artikel etwas darüber. Oder assoziierst du grundsätzlich die Vater-Mutter-Kind-Familie mit männlicher Dominanz?
            Beide Elternteile sind natürlich gleichwertig, auch wenn sie unterschiedliche Beiträge in die Familie einbringen.
            Das führt uns dann zur Ebene deiner Ontogenese.
            Das ist natürlich ein hartes Schicksal, dass du da beschreibst, hier scheint ja sehr viel falsch gelaufen zu sein.
            Von einem Kaiserschnitt, der ja schon ein negativer Eingriff in die Bindung von Eltern und Kind darstellt über die Trennung nach der Geburt, fehlt nur noch dass dir das Stillen verwehrt wurde, dann wären dir die drei großen Bindungsmechanismen der Mutter-Kind-Bindung verwehrt wurden.
            Du schilderst hier eine traurige Situation, hier sollte man jedoch nicht verallgemeinern, also von einem kleinen Teil der Gruppe auf die gesamte Gruppe schließen. Nicht alle Männer sind so wie dominant/aggressiv wie dein Vater und nicht alle Mütter so fürsorglich wie meine Mutter. Hier muss man sich die Verteilungskurve anschauen.
            Die Neigung des Mannes zu dominieren basiert wohl auf Primatenerbe. Das führte bei vielen Völkern und bis in die Gegenwart oft zur Unterdrückung der Frau, der überwunden werden muss. Das Verhalten des Mannes zur Frau ist in vielen Kulturen ausgesprochen zwiespältig. Der Mann verehrt sie als Geliebte und Mutter und sie spornt ihn zu höchsten künstlerischen Leistungen an. Aber die Unterdrückung der Frau, ist eine traurige Tatsache, sie war und ist, bei allen Kulturvölkern und zu allen Zeiten ein Problem. Wir müssen es einsichtig lösen. Dazu sind wir als Kulturwesen von Natur aus geschaffen. Ich denke jedoch, dass wir in unserer Kultur dabei schon große Schritte machten. Unser Sozialverhalten basiert auf stark triebhaften biologischen Grundlagen: der alten reptilhaften Dominanz-Unterwerfungssexualität, der sich eine jüngere durch Fürsorglichkeit und individualisierte Bindung charakterisierte überlagert. Mit der Entwicklung der Prosozialität bei Vögeln und Säuglingen wurde diese archaische Dominanzsexualität durch neue fürsorgliche Verhaltensmuster und Motivationen überlagert und die Fähigkeit zu individualisierten Bindungen ausgebildet. Das menschliche Sexualverhalten ist durch Zärtlichkeit und Liebe charakterisiert, dass es Ausnahmen gibt, bezweifelt niemand, sollte dann aber dann nicht als „Normalität“ wahrgenommen werden. Dazu mal einen Blick in die Fachliteratur geworfen, wird von G. Medicus geschrieben, dass männliche Beiträge zum Großziehen und Versorgen der Kinder wahrscheinlich weitreichende Folgen in der Hominidenevolution gehabt hätten. Durch die Paarbindung und die Bereitschaft der Väter, einen Beitrag beim Großziehen der Kinder zu leisten sei es u.A. dazu gekommen, dass die „Dominanz“ des Mannes eher „nach außen“ statt gegen die Partnerin gerichtet wurde.

            Deine Einstellung gegenüber deiner Familienstruktur ist natürlich nachvollziehbar, erinnert mich jedoch an Marx und Engels:

            Zitat von dir: „der Mann als “Ernährer” hat Macht über das Leben seiner Frau, weil er ihr die Nahrungsgrundlage entziehen kann und das ist Unrecht)“
            Der Kommunismus sieht in der Arbeitsteilung von Mann und Frau den Klassenkampf, da der Mann die Frau ausbeute.

            Zitat von der Mutter aus diesem Artikel:
            „Unsere Familienstruktur funktioniert aber nur durch Aufgabenteilung nach Eignung, so gibt es bei uns nicht diese typische Rollenverteilung.“

            Vielleicht ist sie hier ja auch die „Böse“, die Arbeiten geht und der Mann zu Hause alles regelt und die Kinderbetreuung übernimmt, die dann den Mann „ausbeutet“
            Also die Sichtweise, dieser Klassenkampfgedanke zwischen den Geschlechtern ist mir ganz fremd. Wenn man die Notwendigkeit erkennt, dass eben Geld rangeschafft werden muss, um die Grundbedürfnisse (Wohnen, Nahrung) zu erfüllen und es ebenso notwendig ist, den Haushalt, die Akten sowie die Kinderbetreuung zu erfüllen, wird die Arbeit des anderen nicht abwerten. Wenn sich jeder nach Leistung und Können in die „Haushaltsgemeinde“ einbringt, bringen beide unterschiedliche Leistung für den Bestand und Erhalt eben dieser.

            Es existiert ein universales Muster der Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau, das man selbst bei den als „egalitär“ bezeichneten Jäger- und Sammlervölker findet.
            Die Männer vertreten die Gruppe nach außen, verteidigen sie in Kampf und Ritual und sie erjagen in der Regel das Großwild. Mit diesen Aufgaben, insbesondere jener der Vertretung an der Außenfront, fällt ihnen zumeist auch die Führungsrolle zu.
            Neben den Bereichen männlicher Dominanz gibt es solche, in denen die Frauen das Wort führen. Dazu gehört der sozial wichtige Bereich der Kinderfürsorge sowie der des inneren Gruppenzusammenhaltes. Ökonomisch tragen Mann und Frau bei Naturvölkern auf verschiedene, aber gleich bedeutungsvolle Weise zum Haushalt bei. Dies führt zu einer symbiotischen Partnerschaft. Zu einem Ungleichgewicht mit ökonomischer Dominanz des Mannes kam es in geschichtlich neuerer Zeit.

            Für die arbeitsteilige Differenzierung der Geschlechterrollen sind Männer und Frauen in Körperbau, Physiologie und Verhalten biologisch vorbereitet. Mann und Frau unterscheiden sich im Verhalten, Wahrnehmung und Motivation.
            Ehe man daher blindlings gegen die traditionelle Arbeitsteilung der Geschlechter ankämpft, sollte man doch untersuchen, ob diese nicht weiterhin in einem gewissen Rahmen vernünftig ist, einerseits weil sie dem Gedeihen des Kindes dient, anderseits weil sie auch den konstitutionsbedingten Eigenschaften von Mann und Frau entspricht. Es gibt eine ganze Reihe von Gründen sowohl des Körperbaus als auch der Physiologie, die den Mann als Jäger und Verteidiger der Familie geeigneter machen. Männer können sich leichter weiter von ihrem Wohnort entfernen als Frauen, die sich dabei größerer Gefahren aussetzen.
            Man kann sich vorstellen, wie willkommen eine menstruierende Frau in einer Jagdgesellschaft wäre. Die meisten Opfer, die von Bären ohne Veranlassung im Yellowstone Park in den letzten Jahren angegriffen wurden, waren menstruierende Frauen.

            Das Bild von der Frau am Herd wurde ja in diesem Artikel hier auch gar nicht vertreten, geschrieben wurde ja auch:
            „. Momentan bin ich wieder zu Hause, aber auch zwischen den Kindern bin ich wieder Vollzeit arbeiten gewesen. Auch in dieser Zeit war ich nicht untätig“(Anmerkung, weltanschaulich/politisch tätig)
            Aber die Weggefährtinnen haben sich ja selbst schon einmal mit dem Bild der Frau beschäftigt, vielleicht findest du ja diesen Zweiteiler auch interessant:
            https://der-dritte-weg.info/2019/03/die-weggefaehrtin-026-das-frauenbild-aus-biologisch-weltanschaulicher-sicht-teil-1-2/

            https://der-dritte-weg.info/2019/04/die-weggefaehrtin-027-das-frauenbild-aus-biologisch-weltanschaulicher-sicht-teil-2-2/

            „Weil die Mutter-Kind-Bindung so wichtig für die spätere Bindungsfähigkeit des Kindes ist, ist die Mutter-Kind-Familie als stammesgeschichtliches Erbe und als biologischer “Notfallplan” zu bewerten!“

            Das wird mir hier zu verallgemeinert.
            Weil die Eltern-Kind-Bindung so wichtig ist, Kinder brauchen auch den Vater. So wie ein Kind nicht nur feste Nahrung, sondern eben auch Flüssigkeit braucht. Beide Übernehmen unterschiedliche psychische Funktionen innerhalb der Erziehung, beide Elternteile reagieren unterschiedlich auf Situationen.
            Ein Beispiel (von Wolfgang Bergmann übernommen), fürchtet sich ein Kind vor dem Monster im Schrank kann das eine Objektivierung für tatsächliche Ängste sein.
            Fürchtet es sich und braucht Trost, ird es zur Mama gehen. Möchte es seine Ängste bekämpfen, wird es zum Vater gehen, der sich einen Besenstil nimmt und sagt: „Komm, wir verjagen jetzt dieses Monster“ und mit dem Besenstil auf den Schrank zusammen mit dem Kind donnern. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Die Untersuchungen sind hier tatsächlich unzählig, weshalb Menschenkinder beide Elternteile brauchen.
            Weiterhin ist zu bedenken, dass du dies jetzt allein aus deiner Situation bewertest. Selbst habe ich einen Freund, bei dem die leibliche Mutter lieber feiern und „rummachen“ ging, als bei ihrem Kind zu Haus zu sein. Das Kind blieb über Stunden schreiend zu Hause. Er, als Ex- Freund, konnte sich diese Verwahrlosung nicht mit ansehen und übernahm das volle Sorgerecht für das Kind.
            Die Mutter kann genauso gut ungeeignet sein, für die Betreuung des Kindes. Die Ebene der Stammesgeschichte half Müttern, bei der biologischen Angepasstheit mütterlichen Verhaltens, durch die Ebene der Ontogenese (siehe deine schlimmen Erfahrungen) kann es aber durchaus auch vorkommen, dass der Vater die besseren Bedingungen mit bringt.
            Von daher stimme ich zu, dass Alleinerziehend sein durchaus berechtigt sein kann, was ja auch von uns niemand bezweifelte, aber das Optimum ist eine arbeitsteilige, harmonische Beziehung aus Vater und Mutter, in denen beide sich liebevoll um den Nachwuchs und dessen Versorgung kümmern.
            „Und genau darum beschneidet sich unser Volk in seiner Überlebensfähigkeit, indem immer nur betont wird, was normal ist“

            Weil das „Normale“ eben der Norm entspricht, nicht nur der statischen Norm (die arttypische Lebensweise des Menschen, die sich evolutionär gegen andere Formen durchsetzte und daher als menschliche Universalie gilt ), sondern allem voran, der Idealnorm, da dies der Absicherung des Kindes und der Bewältigung der Lebensaufgaben am besten entspricht. Normal ist auch, dass wir gesund sind, einen Menschen, den durch einen Unfall die Beine fehlen, helfen wir ja auch solidarisch ohne diese Form jetzt zur Norm erheben zu wollen. Zwei Beine zu haben ist sinnvoller als keine Beine zu haben, daher sollte es das Ideal bleiben, gesund zu bleiben.

            „(und damit zwischen den Zeilen permanent gesagt wird, dass man Abweichler sowieso nicht in der Gemeinschaft haben will)“
            Da gibt es einen Spruch: „Das Schwein legt den Sinn herein“. Das empfinde ich schon stark als „Auf der Beziehungslauer liegen“ Denn wer sich biologisch etwas auskennt weiß, dass es durch Mutation und Rekombination immer wieder zu neuen Variationen kommt, die sich dann eben entweder durchsetzen oder ausselektieren. Deviante sind also zu einem gewissen Prozentsatz „natürlich“, nur sollten diese dann gleich zur Norm erhoben werden? Wohl kaum, das heißt aber nicht, dass sie aus der Gemeinschaft raus fallen. Toleranz gegenüber Aberranten sollte nicht dazu führen, das Deviante dem Normalen gleichzusetzen, da in diesem Bereich auch individuelle Prägungen eine Rolle spielen kann und bei genereller Akzeptanz jeglicher Devianz die Hemmschwelle gegen Verführung zur Devianz (Zum Beispiel sexueller Fehlprägung) abgebaut würde.

            „nehmt euch selbst mal mit auf Gedankenreise und versetzt euch in die Lage einer Schwangeren, die sitzengelassen wurde und kein gutes Verhältnis zu ihren Eltern hat (oder weiß, dass ihre Eltern nicht zur Kinderbetreuung geeignet sind) – wie soll sie ohne Unterstützung das Kind aufziehen?“
            Zum ersten liegt es ja nicht in der menschlichen Natur, ausschließlich auf die Kernfamilie reduziert zu sein. Der Mensch ist eingebettet in ein Familiennetz (Eltern, Großeltern und andere Verwandte). Weiterhin lebt der Mensch in der Regel in Lokalgruppen. Das anonyme Stadtleben entspricht nicht unserer Lebensweise, der Mensch lebte die meiste Zeit seines Seins in Kleingruppen zusammen, er ist ein „Kleingruppenwesen“ (Wuketits)
            In einer Großstadt ist das Verhalten des Menschens eher in Richtung Misstrauen verschoben.
            Egal ob Lokalgruppe (Dorfgemeinschafte) oder städtische Bekanntschaften, ist der Mensch aber grundsätzlich ein Gemeinschaftswesen. Hier spielen natürlich Freundschaften eine Rolle. Aber auch staatliche Unterstützung gibt es, auch heute schon (Tafel, Frauenhäuser ALG II).
            wenn ein Mann seine schwangere Frau sitzen lässt, wird eher natürlich in seiner Lokalgruppe als verantwortungsloser Ars…betrachtet, nicht sie (sei denn, es lag an ihr). Da müssen natürlich die Gruppenmitglieder und insgesamt die völkische Gemeinschaft aushelfen und unterstützen. Treibt die Schwangere Schindluder (Raucht und säuft in der Schwangerschaft) muss es Gruppenaufgabe sein, sie zu maßregeln. Eine Gruppe ist stammesgeschichtlich überlebensnotwendig, ob nun mit oder ohne Ehepartner. Nur darf man sich natürlich darauf auch nicht ausruhen. Eine Ehe bedeutet immer, den eigenen Standpunkt etwas zu verlassen um von dem Ich zu einem Wir zu wachsen, ie eine Pyramide, in denen die beiden unteren Eckpunkte die „Ichs“ darstellen, sie die Ebene des „Ich“ immer mehr verlasen um zu einem Wir zu wefden.
            Es kann ja auch nicht Ziel sein, einen Menschen, der egoistisch und asozial ist, der nur sich und seine Interessen wahrnimmt, seinen Partner somit verjagt, durch die Gruppe durchzuschleifen. Es muss immer dem Gruppenwohl dienen.

            Klahri 02.03.2021
  • Es gibt nur noch wenige ,die sich für die Familien der Menschen einsetzen ! Die Journaille und abseitige Perverse wollen doch das nur noch beschnittene Populationen gefördert werden ! Fängt in den Schulen an und endet in Sportvereinen ! Deutsche Kinder müssen sich Berieseln lassen und Eltern werden von Pädagoginnen angegangen weil die Kinder helle Haut haben .Also macht weiter , stärk den Zusammenhalt der Menschen und stellt die Pädagogen/innen mit verräterischer Gesinnung Bloß !!

    Stefan Stolze 06.01.2021
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