Im Gespräch mit einem polnischen Nationalisten – Teil 3/3

Der III. Weg: Nun haben wir viel über die Situation in anderen Ländern und den Protesten dort gesprochen. Wie ist die aktuelle Lage in deinem Heimatland Polen?

Oleg: Die Lage ist kritisch und beängstigend. Wir werden von einer Regierung, die Worte wie “Heimat”, “Identität” und “Kultur””okkupiert und umgedeutet haben, beherrscht. Sie regieren populistisch und patriotisch, ohne dabei die wahren Probleme und Gefahren zu benennen. Sie führen stattdessen einen totalitären Kampf gegen polnische Nationalisten und lassen antitraditionelle und antifamiliäre Kräfte wachsen und gedeihen – unter dem Deckmantel der Toleranz.

Viele organisierte nationale Gruppierungen sind verboten worden, ihre Führer inhaftiert und ausländische Nationalisten an der Einreise behindert. Die Regierung versucht somit alle Nationalisten einzuschüchtern, zu kriminalisieren und unser Lager zu spalten. Viele arbeiten im Untergrund an neuen Strukturen oder arbeiten nach dem Prinzip der Zellen bzw. auch des alten Konzeptes der autonomen Nationalisten. Gleichzeitig bestärken die Machthaber eine kleine radikale Minderheit daran, LGBT- Propaganda zu betreiben. Es kommt zu immer aggressiveren Akten der Homopropaganda. An Kirchen und Statuen von Heiligen werden Regenbogenflaggen gehisst, Regenbogenwandmalereien geschmiert und sexuelle Abartigkeiten als neue Wahrheit lautstark propagiert. Immer wieder gibt es Auseinandersetzungen zwischen Nationalisten und LGBT-Aktivisten.

Auch gibt es wiederholt Kämpfe in diesem Zusammenhang. Die Polizei steht bei der Mehrzahl von Fällen auf der Seite der Homoaktivisten und lässt diese ungestört ihre Ideologie verbreiten. Der Kopf dieser Bewegung ist ein Mann, der sich selbst als Frau definiert und in einer Lebensgemeinschaft mit einer Frau lebt. Er ist ein Beispiel für Surrealismus und Selbsthass. Ein weiteres großes Problem in Polen sind chauvinistische Kräfte, welche Vorurteile und Hass gegen unsere Nachbarn wie Ukrainer und Deutsche befördern wollen, um dadurch ihr eigenes politisches Versagen zu verschleiern bzw. ihre eigene politische Position zu sichern.

 

Kampf für Heimat und Familie

 

Der III. Weg: Das Bild, was du zeichnest, ist ein vollkommen anderes, als was die etablierten Medien zeichnen. Welche Ursachen siehst du für die derzeitigen Probleme in deinem Land ?

Oleg: Ich sehe zwei primäre Ursachen. Zum einen sind das die polnischen Nationalisten. Uns ist es nicht gelungen, eine Alternative zum politischen System zu etablieren bzw. unsere Agitationsfelder vor der rechtspopulistischen Regierungspartei zu verteidigen, wir verfügen in Polen über kein Netzwerk an eigenen Objekten und sind damit abhängig. Auch ist es uns nicht gelungen, die polnische Jugend in unserem Sinne zu sozialisieren. Wir haben zwar auch im nationalen Spektrum eine Jugend, aber diese ist subkulturell geprägt. Konzerte, Alkohol, Kleidung und Gewalt sind die negativen Triebkräfte dieser Bewegung. Und auch wenn es uns gelang, im November 2017 eine kraftvolle Demonstration auf die Beine zu stellen, war bereits 2018 ein herber Rückschlag für Nationalrevolutionäre.

Die Demonstration wurde von Sicherheitskräften und Populisten komplett vereinnahmt und der nationalrevolutionäre Block mit dem Konzept eines europäischen Antiimperialismus und Antikapitalismus sah sich durchgehend Angriffen aus der Demonstration selbst heraus ausgesetzt. Seither sind die polnischen Nationalisten paralysiert und nicht in der Lage, sich effektiv zu organisieren oder adäquat zu reagieren. Das zweite Problem ist der grassierende Liberalismus und der zunehmende Kapitalismus mit all seinen euch gut bekannten Folgen. Auch der zunehmende US-amerikanische Imperialismus ist ein weiteres Teil dieses toxischen Mosaikes.

Der III. Weg: Dann danke ich dir für die vielen Informationen und wünsche dir viel Erfolg bei deiner weiteren politischen Arbeit. Die abschließenden Worte überlasse ich dir.

Oleg: Ich danke für euer Interesse und hoffe, dass wir uns eines Tages in eurem revolutionären Objekt in Plauen treffen.

 

Zum Nachlesen: Teil 1, Teil 2

 

 





Kommentare

Kommentar schreiben

Die maximale Zeichenanzahl bei Kommentaren ist auf 500 begrenzt.

Deine E-Mail Adresse wird nicht öffentlich sichtbar. Kommentare mit strafbarem Inhalt oder Verweisen zu anderen Netzseiten werden nicht veröffentlicht.

×

Schneller und einfacher Kontakt über WhatsApp - Einfach auf den unteren Button klicken!

 

Kontakt über Threema unter der ID:
ZYSHY9EH

×